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Geldanlage – Steuerliche Maßnahmen gegen den sinkenden Sparerfreibetrag

Durch das Steueränderungsgesetz soll der Sparerfreibetrag nach § 20 Abs. 4 EStG von derzeit 1.370 EUR pro Person ab dem kommenden Jahr auf 750 EUR nahezu halbiert werden. Zinsen und Dividenden rutschen damit deutlich schneller in die Steuerpflicht und belasten auch noch die Progression für die übrigen Einkünfte. Entsprechend verringert sich auch das Freistellungsvolumen für den Zinsabschlag auf 801 EUR und bei Ehepaaren auf 1.602 EUR. Zur Umsetzung dürfen inländische Kreditinstitute ab Neujahr alle vorliegenden Freistellungsaufträge automatisch nur noch zu 56,37 v.H. berücksichtigen. Anleger sollten mit Blick auf die Nachsteuerrendite einige Anpassungsmaßnahmen ins Auge fassen: 

 

  • Kurzfristige Strategie: Kapitaleinnahmen sollten ins alte Jahr vorgezogen und Werbungskosten nach 2007 verlagert werden. Zudem können Freistellungsaufträge optimiert werden, wenn der Betrag auf mehrere Banken verteilt worden ist.

 

  • Kurserträge: Eine Umschichtung von festverzinslichen Wertpapieren in z.B. Zertifikate, die lediglich innerhalb der Jahresfrist nach § 23 EStGSteuern auslösen, können Nachteile des geminderten Freistellungsvolumens ausgleichen.

 

  • Halbierung: Ein Tausch von Rentenwerten in dividendenstarke Aktien mindert die steuerpflichtigen Einnahmen über das Halbeinkünfteverfahren und egalisiert die Minderung des Freibetrags.

 

  • Einnahmenhöhe: Hybride oder strukturierte Anleihen haben höhere Kupons, sodass die Nettorendite gleich bleiben kann. Durch die Einstufung als Finanzinnovation werden auch Verluste steuerlich berücksichtigt.

 

  • Zeitfaktor: Herkömmliche Anleihen können z.B. in Zerobonds getauscht werden. Dabei verschiebt sich der Einnahmenzufluss in spätere Jahre und der Zinseszinseffekt wird optmial genutzt.

 

  • Beteiligung: Eine Investition in geschlossene Fonds bringt in der Regel geringe Steuerbelastungen, auch wenn die anfängliche Verlustzuweisung nach § 15b EStG entfallen ist. Diese negativen Einkünfte mindern dann spätere Überschusse und führen über eine lange Zeit zu einem Nullsteuerergebnis.

 

  • Auslandsfonds: Besonders bei einer Beteiligung im Ausland kommen steuerfrei Einkünfte in Betracht. Denn die Einkünfte werden im jeweiligen Land erfasst, wobei oftmals hohe Freibeträge verwendet werden können. Im Inland kommt es lediglich zu einer Erfassung über den Progressionsvorbehalt.

 

Ideal zum Ausgleich des sinkenden Sparerfreibetrags eignen sich auch inflationsindexierte Anleihen. So bietet das Papier des Bundes mit zehnjähriger Laufzeit nur einen Kupon von 1,5 v.H. (ISIN: DE0001030500). Da sich die Preissteigerungsrate bis zur Fälligkeit in einem permanent höheren Nennwert ausdrückt, werden Kursgewinne in die Zukunft verschoben. Der Steuerstundungseffekt ist vergleichbar mit dem bei Zerobonds, nur dass bei den Inflationsanleihen auch der Sparerfreibetrag über die geringen Zinsauszahlungen verwendet werden kann. 

 

Nun hat auch die Europäische Investitionsbank (EIB) eine inflationsindexierte Anleihe mit einer Laufzeit bis zum 21.7.2016 emittiert (ISIN: XS0258132272). Hier gibt es als Anreiz im Erstjahr üppige 5 v.H. Zinsen. In den übrigen Jahren der Laufzeit sind es dann 1,48 v.H. mal der Preissteigerungsrate. Anders als die Bundesanleihe wird allerdings der Nennwert nicht angepasst. Dafür gibt es deutlich attraktivere Kupons. Selbst bei nur moderater Inflation kann es dieses Angebot eines erstklassigen Schuldners mit einer zehnjährigen Bundesanleihe aufnehmen. Der EIB-Bond liegt in seiner Konstruktion zwischen einer klassischen inflationsindexierten Anleihe und einem Floater. Große Risiken gehen Anleger nicht ein und erwerben Renditechancen bei anziehender Preissteigerung. 

 

 

Quelle: Ausgabe 09 / 2006 | Seite 657 | ID 113868