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§ 35a EStG - Noch mehr Förderung für Arbeiten im und am Haus

Die Abgrenzung der nach § 35a Abs. 2 EStG begünstigten haushaltsnahen Dienstleistungen beschäftigte die Finanzgerichte jüngst reihenweise (s. AStW 06, 110). Hierbei ging es um die Frage, ob die Tätigkeiten der beauftragten Unternehmer noch unter die geförderten Schönheitsreparaturen und Ausbesserungsarbeiten fielen. Dieser Streitpunkt entfällt ab 2006, da Aufwendungen im und am Haus nunmehr durch zwei Förderwege abzugsfähig sind. 

 

Ab 2006 sollen die zuvor nicht begünstigten Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen ebenfalls mit 20 v.H. der Kosten und bis zu 600 EUR jährlich berücksichtigt werden. Voraussetzung ist lediglich, dass die handwerklichen Tätigkeiten für den inländischen Haushalt des Steuerpflichtigen ausgeführt werden. Hierzu zählen auch Außenanlagen sowie der Garten. Damit können jetzt pro Haushalt zweimal 600 EUR direkt von der tariflichen Einkommensteuer abgezogen werden, z.B. für Gärtner oder Tapezierer nach § 35a Abs. 2 S. 1 EStG und für Fliesenleger oder Monteure gemäß dem Gesetzesentwurf nach § 35 Abs. 2 S. 2 EStG.  

 

Weiterhin gibt es eine besondere Förderung für die Inanspruchnahme von Betreuungsleistungen für Personen, bei denen Pflegebedürftigkeit besteht oder die Leistungen aus der Pflegeversicherung beziehen. Wird für diese Betreuung professionelle Hilfe im Haushalt angefordert, verdoppelt sich der Höchstbetrag auf 1.200 EUR. Die Steuerermäßigung steht auch den Angehörigen zu, wenn sie für diese Leistungen aufkommen. Gegenzurechnen sind die Erstattungen der Pflegeversicherung. 

 

Gefördert werden nur Arbeits- und Fahrtkosten. Material- und Warenlieferungen bleiben außer Ansatz. Daher ist es ratsam, dass der beauftragte Unternehmer seinen kalkulierten Gewinnaufschlag vorrangig im Stundensatz berücksichtigt und die Rechnungspositionen einzeln vermerkt.  

 

Wie bisher ist die Ermäßigung davon abhängig, dass die Aufwendungen durch Rechnungen und Überweisungsbelege nachgewiesen werden. Maßgebend für den Steuerabzug ist der Geldabfluss. Bei Zahlung der Rechnung in zwei Jahresraten ist der Höchstbetrag damit doppelt nutzbar.  

 

Zählt der Aufwand zu den Werbungskosten, Betriebsausgaben, Sonderausgaben oder außergewöhnlichen Belastungen, hat diese Zuordnung Vorrang. Dann wirkt er zwar nur in Höhe der Progression, dafür ist der Abzug aber nicht auf 20 v.H. begrenzt und auch die Materialkosten werden berücksichtigt.  

 

Unmittelbar nach In-Kraft -Treten des Gesetzes kann die neue Förderung auf der Lohnsteuerkarte vorab berücksichtigt werden. Gemäß § 39a Abs. 1Nr. 5c EStG kann hier der vierfache Betrag der Steuervergünstigung eingetragen werden. 

 

Fundstellen:  

Entwurf eines Gesetzes zur steuerlichen Förderung von Wachstum und Beschäftigung vom 19.1.06, BR Drs. 40/06 

BMF 1.11.04, IV C 8 - S 2296 b - 16/04, BStBl I 04, 958, DStR 04, 2056, FR 04, 1411 

Quelle: Ausgabe 03 / 2006 | Seite 183 | ID 114137