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§ 20 EStG – Familieninterne Kapitalverteilung gleicht sinkenden Sparerfreibetrag aus

Ab 2007 soll der Sparerfreibetrag auf 750 EUR sinken. Damit dies nicht auch für die Nachsteuerrendite gilt, lohnt eine Aufteilung von Guthaben und Wertpapierdepots auf Eltern und ihre Kinder. Über den eigenen Sparer- und Grundfreibetrag sowie Werbungskosten- und Sonderausgabenpauschbetrag können Sohn oder Tochter ab dem kommenden Jahr Kapitaleinnahmen von 8.501 EUR steuerfrei vereinnahmen, sofern sie keine anderen Einkünfte aufweisen.  

 

Bei einer durchschnittlichen Verzinsung von vier Prozent kann damit Kapitalvermögen von mehr als 200.000 EUR etwa im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge an Kinder übertragen werden. Durch den Freibetrag von 205.000 EUR wird insoweit auch keine Schenkungsteuer ausgelöst. Eine beantragte Nicht-Veranlagungs-Bescheinigung sorgt dafür, dass auf sämtliche Erträge kein Zinsabschlag einbehalten wird.  

 

Bei unentgeltlichen Zuwendungen an Minderjährige sind jedoch zivilrechtliche und steuerliche Vorgaben zu beachten. Eltern können ihre Kinder selber vertreten, wenn lediglich Wertpapiere oder Sparguthaben geschenkt werden. Denn in diesem Fall ist ein solches In-sich-Geschäft für das Kind nur mit Vorteilen verbunden.  

 

Etwas anderes gilt jedoch, wenn es zu einer möglichen Interessenkollision kommen kann und Eltern ihre Interessen gegen die Interessen des Kindes durchsetzen können. Das ist immer bei solchen Rechtsgeschäften der Fall, bei denen dem Kind auch Nachteile entstehen können, z.B. bei Schenkungen mit Auflage oder dem Übertrag von Gesellschaftsbeteiligungen. In diesem Fall muss zur Vertretung des Kindes ein so genannter Ergänzungspfleger bestellt werden.  

 

Grundsätzlich unterliegen die Eltern bei der anschließenden Verwaltung des Kindervermögens keiner Einschränkung, wenn sie die Vollmacht für die Konten des nunmehr vermögenden Minderjährigen übernehmen. Das gilt auch dann, wenn der Besitz von Vater und Mutter stammt. Dabei sind die allgemeinen Grundsätze einer wirtschaftlichen Vermögensverwaltung anzuwenden.  

 

Nach der Schenkung muss für einen Dritten erkennbar sein, dass tatsächlich ein Besitzerwechsel stattgefunden hat. Das gelingt durch Anlage von Konten und Depots auf den Namen des Kindes. Da die Eltern das Vermögen für Minderjährige lediglich verwalten, aber nicht darüber verfügen dürfen, müssen die Wertpapiererträge ebenfalls dem Kind zufließen. Diese Erlöse dürfen die Eltern dann wieder zu Gunsten des Depots des Kindes investieren. 

 

Quelle: Ausgabe 04 / 2006 | Seite 248 | ID 114093