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§ 2 EStG - Steuerliche Maßnahmen im Hinblick auf den anstehenden Jahreswechsel

Einige Maßnahmen im privaten Bereich können bis zum Ende des Jahres steuerliche Vorteile bringen:  

 

  • Durch die Steuerung des Zahlungstermins bei Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen kann eine Einkommensverlagerung erfolgen. Das gilt beispielsweise für die Kirchensteuer und Unterhaltsleistungen. Da private Steuerberatungskosten nicht mehr absetzbar sind, muss hier eine Zuordnung der Aufwendungen auf die einzelnen Einkunftsarten erfolgen. Das konnte bislang in vielen Fällen entfallen, da eine Aufteilung bei Aufwendungen bis zu 520 EUR nach R 10.8 EStR bis Ende 2005 nicht gefordert wurde.

 

  • Die Verlagerung von Ausgaben ist nicht nur sinnvoll bei unterschiedlicher Progression vor und nach dem Jahreswechsel, sondern auch in Hinsicht auf die zumutbare Eigenbelastung. Um eine möglichst optimale steuerliche Wirkung etwa von Krankheitskosten zu erreichen, lohnt eine Zusammenballung der Zahlungen entweder vor oder nach Neujahr. Daneben sind auch noch vorhandene Verlustvorträge zu beachten, die ggf. Abzugspositionen bei den Sonderausgaben oder außergewöhnlichen Belastungen verpuffen lassen. Hier ist eine Kostenverschiebung lukrativ, wenn sich der Vortrag in 2006 aufbraucht.

 

  • Darüber hinaus sollten generell Angehörigenverträge auf ihre Fremdüblichkeit überprüft und geplante Änderungen ab 2007 noch vorzeitig schriftlich vereinbart werden.

 

  • Einige ab 2007 geltende Änderungen haben indirekt auch Auswirkungen auf die Kinderförderung. Das gilt beispielsweise für die verminderte Entfernungspauschale und die Einschränkung beim häuslichen Arbeitszimmer. Hierdurch können die Einkünfte berufstätiger Kinder über die schädliche Grenze von 7.680 EUR rutschen. Besonders, wenn diese Schwelle derzeit nur leicht unterschritten wird, sollte eine Neukalkulation erfolgen.

 

  • In Hinsicht auf die Einkommensgrenze ist zudem noch das BVerfG-Urteil zur Anrechnung der Sozialversicherungsbeiträge zu beachten. Hier sind sowohl Fragen zur Berichtigung bestandskräftiger Bescheide als auch zum Abzug weiterer Ausgabenpositionen noch nicht abschließend geklärt.

 

  • Ab 2007 wird die Familienförderung auf Kinder bis zum Alter von 25 Jahren reduziert. Durch die Übergangsregel ändert sich allerdings für Kinder der Geburtsjahrgänge 1981 und älter nichts.

 

  • Zum 1.1.2007 ersetzt das neue Elterngeld das bisherige Erziehungsgeld und soll die finanziellen Einbußen von Eltern im ersten Jahr nach der Geburt gegenüber Kinderlosen ausgleichen. Kern des Elterngelds ist die Einkommensersatzleistung in Höhe von 67 v.H. des Nettoeinkommens des Betreuenden, mindestens jedoch 300 EUR und höchstens 1.800 EUR. Da sich die Höhe nach dem entfallenden Nettoeinkommen der letzten zwölf Kalendermonate vor der Geburt des Kindes richtet, kann ein Wechsel der Steuerklasse vor der Geburt sinnvoll sein. Der zu Hause bleibende Partner sollte dann auch bei geringerem Gehalt die bessere Steuerklasse erhalten und kann damit die Bemessungsgrundlage für das Elterngeld erhöhen. Bei der künftigen Einkommenssituation ist einzukalkulieren, dass dieser neue Zuschuss über den Progressionsvorbehalt berücksichtigt wird.

 

  • Beim Ansatz haushaltsnaher Dienstleistungen hat es zum Jahresbeginn über die generelle Förderung von Handwerkerleistungen rund um Haus und Garten nicht nur eine deutliche Verbesserung gegeben. Zusätzlich können einige weitere Aufwendungen in offenen Bescheiden nach der bereits seit 2003 geltenden Vorschrift berücksichtigt werden. Das gilt für private Umzugskosten sowie Leistungen an Eigentümergemeinschaften, sofern der Verwalter etwa über die Jahresabrechnung eine Kostenaufteilung auf die einzelnen Beteiligten vornimmt. Zudem kann die Steuerermäßigung auch bei einem Haushalt im Pflegeheim genutzt werden, wenn hier ein spezieller Kostenausweis erfolgt. Darüber hinaus gibt es ab 2006 eine Förderung für die Betreuung von Personen mit Pflegebedürftigkeit in Höhe von bis zu 1.200 EUR.

 

Quelle: Ausgabe 12 / 2006 | Seite 827 | ID 113627