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§ 19 EStG - Jahresendmaßnahmen im Lohnbereich für Arbeitgeber und -nehmer

Durch die Einschränkungen beim Arbeitszimmer und die gekürzte Entfernungspauschale mindert sich das Werbungskostenpotenzial. Sofern Arbeitnehmer durch die gekürzte Entfernungspauschale unter dem Pauschbetrag bleiben, sollten sich Kosten noch im Jahr 2006 auswirken. Das gilt etwa für die vorzeitige Bezahlung einer Bildungsmaßnahme oder den Kauf von Fachliteratur, von Arbeitsmitteln und geringwertigen Wirtschaftsgütern. Aufwendungen für Büromaterial sind auch weiterhin Werbungskosten, selbst wenn das Arbeitszimmer ab 2007 unter die Abzugsbeschränkung fällt.  

 

Sofern eine Kündigung ansteht, sollten Abfindungen so gezahlt werden, dass es zu einer Zusammenballung der Einkünfte und somit zur Fünftel-Regelung des § 34 EStG kommt. Das ist auch bei kleineren Beträgen wichtig, da der Freibetrag seit Jahresbeginn entfallen ist. 

 

Bei Werbungskostenüberschüssen sowie Verlusten aus anderen Einkunftsarten sollten Arbeitnehmer einen Lohnsteuerermäßigungsantrag für 2007 und die Erklärung 2006 zügig einreichen. Sofern bislang für Altjahre eine Antragsveranlagung unterblieben ist, gibt es aufgrund der neueren BFH-Rechtsprechung neue Möglichkeiten. So könnte die Zweijahresfrist gegen die Verfassung verstoßen und bei Unkenntnis der Frist muss das Finanzamt Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gewähren. Sofern keine Einnahmen vorliegen, kommt zudem ein erstmaliger Antrag auf Verlustfeststellung in Betracht, was insbesondere zum nachträglichen Ansatz von Ausbildungs- und Studienkosten genutzt werden kann. 

 

Nachfolgend sind einige günstige Urteile des laufenden Jahres zusammen gestellt, die Arbeitgeber zumeist noch nicht beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt haben. Mitarbeiter können solche Fälle über ihre Steuererklärung mindernd korrigieren, wobei eine entsprechende Aufstellung aus dem Lohnbüro über die jeweilige Bemessungsgrundlage hilfreich ist. 

 

  • Bei betrieblich veranlassten Dienstreisen oder Fortbildungen darf die Reisezeit in berufliche und private Anteile gesplittet werden. Diese Regelung gilt aber noch nicht für den Werbungskostenabzug. Wegen anhängiger Revisionen sind Fälle mit gemischt veranlassten Aufwendungen jedoch offenzuhalten.

 

  • Aufwendungen für das Arbeitszimmer sind ab 2007 nur noch dann abziehbar ist, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit darstellt. Daher kommen einige von der Rechtsprechung entwickelte Auswegstrategien in Betracht. Das reicht von der Vermietung des heimischen Büros an den Arbeitgeber über außerhäusliche Räume in der Nachbarschaft, im Keller oder Dachgeschoss bis hin zum häuslichen Telearbeitsplatz.

 

  • Arbeitnehmer können aus privaten Motiven den Hauptwohnsitz wechseln, ohne dass die doppelte Haushaltsführung entfällt. Auf die Familienheimfahrten hat die gekürzte Entfernungspauschale keine Auswirkungen. Die Fahrstrecken sind ab dem ersten Kilometer für Werbungskosten zu berücksichtigen.

 

  • Beim Firmendarlehen liegt kein geldwerter Vorteil vor, wenn der Zinssatz zwar unter der vorgegebenen Verwaltungsgrenze von pauschal 5 v.H. liegt, nicht aber den Bundesbanksatz unterschreitet. Diese günstige Rechnung mindert auch die Steuer auf zinslose Kredite entsprechend.

 

  • Ein betrieblich veranlasster Umzug liegt bei Ehepaaren bereits vor, wenn sich nur die Fahrzeit eines Partners verringert. Zudem spielt es keine Rolle, wer von beiden die Aufwendungen getragen hat.

 

Fundstellen: 

Arbeitszimmer: AStW 06, 177, 238, 322, 613 

Doppelter Haushalt: AStW 06, 98, 388, 543 

Umzug: AStW 06, 460 

Ausbildungskosten: AStW 06, 102, 421, 544 

Betriebsveranstaltungen: AStW 06, 172 

 

Quelle: Ausgabe 12 / 2006 | Seite 842 | ID 113637