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Steueränderungen - Übersicht der zum 1.1.2007 in Kraft tretenden gesetzlichen Maßnahmen

Die nachfolgende Auflistung gibt Ihnen einen Überblick über die Inhalte ausgewählter Steueränderungen zum Jahreswechsel und ist eine Ergänzung zu den bereits zuvor in Kraft getretenen Maßnahmen (s. AStW 06, 644). 

 

  • Die Entfernungspauschale für Wege zwischen Wohnung und Arbeit wird nur noch ab dem 21. Kilometer wie Werbungskosten oder Betriebsausgaben berücksichtigt. Familienheimfahrten im Rahmen der doppelten Haushaltsführung sind nicht von der Kürzung betroffen. Mit der Entfernungspauschale sind auch Unfallkosten abgegolten. Behinderte können weiterhin die tatsächlichen Aufwendungen ansetzen. Aufwendungen für die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel können nicht mehr zusätzlich berücksichtigt werden, soweit sie die Entfernungspauschale übersteigen. Unabhängig von Fahrkartenpreisen sind lediglich 0,30 EUR pro km abzugsfähig, wobei die ersten 20 km ebenfalls nicht berücksichtigt werden.

 

  • Das häusliche Arbeitszimmer wird steuerlich nur noch berücksichtigt, wenn es den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit darstellt. Damit sind die Kosten nicht mehr abziehbar, die derzeit noch im Rahmen von 1.250 EUR jährlich berücksichtigt werden. Diese Einschränkung gilt für Überschuss- und Gewinneinkünfte gleichermaßen. Nicht betroffen sind außerhäusliche Arbeitszimmer, die grundsätzlich nicht unter die Abzugsbeschränkung fallen. Vom Abzugsverbot ebenfalls nicht betroffen sind Aufwendungen für Arbeitsmittel im heimischen Büro.

 

  • Der Sparerfreibetrag reduziert sich bei Ledigen von 1.370 auf 750 EUR und bei Verheirateten von 2.740 auf 1.500 EUR. Damit mindert sich auch das Freistellungsvolumen auf 801 bzw. 1.602 EUR. Kreditinstitute berücksichtigen den eingereichten Freistellungsbetrag automatisch nur noch zu 56,37 v.H., sodass grundsätzlich kein neuer Freistellungsauftrag erteilt werden braucht. Die Finanzverwaltung hat aber bereits den ab 2007 geltenden neuen Vordruck veröffentlicht (BMF 4.8.06, IV C 1 - S 2056 - 3/06).

 

  • Der Zeitraum, in dem ein volljähriges Kind auch steuerlich noch als Kind gilt, verkürzt sich bis zum 25. Lebensjahr des Kindes. Anschließend entfallen Kindergeld und steuerliche Vergünstigungen. Durch eine Übergangsregel sind Kinder der Geburtsjahrgänge 1980 und 1981 weiterhin bis zum 27. Lebensjahr begünstigt. Der Geburtsjahrgang 1982 wird bis zur Vollendung des 26. Lebensjahres berücksichtigt. Für Jahrgänge ab 1983 kommt die Neuregelung somit ab 2008 voll zum Ansatz. Für vor 2007 abgeschlossene Rürup- und Riester-Verträge mit Hinterbliebenenversorgung bleiben die bisherigen Altersgrenzen bestehen.

 

  • Über das Alterseinkünftegesetz werden Bezüge aus der gesetzlichen Rentenversicherung sowie der privaten kapitalgedeckten Altersversorgung für neu hinzukommende Rentnerjahrgänge mit 54 v.H. statt 52 v.H. besteuert. Alle Beitragszahler können ihre Vorsorgebeiträge mit 64 v.H. statt 62 v.H. absetzen. Die abzugsfähige Höchstgrenze steigt damit im Jahr 2007 um 400 auf 12.800 EUR pro Person. Die Vorsorgepauschale erhöht sich um 2 auf 14 v.H. (50 v.H. x 28 v.H.). Der Versorgungsfreibetrag für Neupensionäre sinkt von 38,4 v.H. auf 36,8 v.H. und von maximal 2.880 auf 2.760 EUR. Gleichzeitig sinkt der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag von 864 auf 828 EUR. Der Altersentlastungsbetrag sinkt für Steuerpflichtige, die im Jahr 2007 65 Jahre alt werden, von 1.824 EUR auf maximal 1.748 EUR und von 38,4 v.H. auf 36,8 v.H.

 

  • Für zu versteuernde Einkommen über 250.000 EUR (über 500.000 EURbei Zusammenveranlagten) erhöht sich der Spitzensteuersatz von 42 v.H. auf 45 v.H. Dies betrifft bis zur Unternehmenssteuerreform zum 1.1.2008 nur die Überschusseinkünfte. Hierzu wird über § 32c EStG ein Entlastungsbetrag für den Anteil der Gewinneinkünfte am zu versteuernden Einkommen abgezogen.

 

  • Ab 2008 kommt es zu einer Abschaffung der Bergmannsprämie von derzeit 5 EUR für jede unter Tage verfahrene volle Schicht. 2007 gibt es mit 2,50 EUR nur noch die Hälfte des vorherigen Zuschusses, der gemäß § 3 Nr. 46 EStG bis zum 31.12.2007 weiterhin steuerfrei bleibt.

 

  • Der allgemeine Umsatzsteuersatz gemäß § 12 Abs. 1 UStG erhöht sich zum 1.1.2007 um 3 v.H. auf 19 v.H. Maßgebend für die Anwendung des gültigen Steuersatzes ist der Zeitpunkt, in dem der Umsatz als ausgeführt gilt.

 

  • Die land- und forstwirtschaftlichen Durchschnittssätze sowie die korrespondierenden Vorsteuerpauschalen erhöhen sich für die Forstwirtschaft von 5 v.H. auf 5,5 v.H. und für die Landwirtschaft von 9,0 v.H. auf 10,7 v.H.

 

  • Die Verpflichtung zur Vorsteuerberichtigung nach § 15a Abs. 3u. 4 UStGwird beschränkt, soweit im Rahmen einer Maßnahme in ein Wirtschaftsgut mehrere Gegenstände eingehen oder an einem Wirtschaftsgut mehrere sonstige Leistungen ausgeführt werden. Darüber hinaus wird die Vorsteuerberichtigung unabhängig von der Buchführungspflicht auf solche sonstigen Leistungen beschränkt, für die handelsrechtlich ein Aktivierungsgebot oder -wahlrecht besteht.

 

  • Die bisherige Grenze für Kleinbetragsrechnungen gemäß § 33 UStDV wird von 100 EUR auf 150 EUR angehoben, was insbesondere Erleichterungen bei Kassenbons im Einzelhandel und bei Tankstellen bringt.

 

  • Die Umsatzgrenze für die steuerliche Verpflichtung zur Buchführung nach § 141 Abs. 1 Nr. 1 AO steigt von 350.000 auf 500.000 EUR für nach dem 31.12.2006 beginnende Wirtschaftsjahre. Somit ist für Nicht-Kaufleute öfter die Einnahmen-Überschuss-Rechnung möglich.

 

  • Die Versicherungsteuer steigt auf 19 v.H. für Sach-, Schaden-, private Haftpflicht-, Gebäude-, Kfz- und Unfallversicherungen. Der Satz für Feuer- und Feuer-Betriebsunterbrechungsversicherungen steigt auf 14 v.H., für Unfallversicherungen mit Prämienrückgewähr auf 3,8 v.H. sowie für Seeschiffskaskoversicherungen auf 3,8 v.H. Bei der Absicherung gegen Hagel und Glasdeckungen beträgt der Satz 0,02 v.H. der Versicherungssumme. Lebens-, Berufsunfähigkeits- und Krankenversicherungen sind ebenso wie Sozialversicherungen und Rückversicherungen weiterhin von der Steuerpflicht ausgenommen.

 

  • Das InvZulG 2005 wird durch das Investitionszulagengesetz 2007 fortgesetzt und um die Förderung des Beherbergungsgewerbes wie Hotellerie, Jugendherbergen und Hütten, Campingplätze sowie Erholungs- und Ferienheime erweitert. Nicht mehr begünstigt werden Investitionen von Leasingunternehmen. Ein Teil Berlins gehört ab 2007 nicht mehr zum Fördergebiet, für Teile Brandenburgs gelten andere Zulagen.

 

  • Um die Besteuerung von im Inland steuerpflichtigen Einkünften aus der Veräußerung veranstaltungsbezogener Rechte (verbrauchende Rechteüberlassung) zu gewährleisten, ist ab 2007 ausdrücklich im Gesetz auch für derartige Einkünfte bei beschränkt Steuerpflichtigen der Steuerabzug vorgesehen.

 

  • Für Einkünfte des in Deutschland nicht ansässigen Bordpersonals von Luftfahrzeugen, die von Unternehmen mit Geschäftsleitung im Inland betrieben werden, wird ein neuer Besteuerungstatbestand geschaffen.

 

Hinzu kommen noch Änderungen durch das Elterngeldgesetz, Jahressteuergesetz 2007, SEStEG, Unternehmensnachfolgeerleichterungsgesetz sowie das Gesetz über elektronische Handelsregister und Genossenschaftsregister sowie das Unternehmensregister. 

 

Ergänzende Hinweise: 

Haushaltsbegleitgesetz 2006, 29.6.06, BGBl I 06, 1402 

Investitionszulagengesetz 2007, 15.7.06, BGBl I 06, 1614 

Steueränderungsgesetz 2007, 19.7.06, BGBl I 06, 1652 

Erstes Gesetz zum Abbau bürokratischer Hemmnisse insbesondere in der mittelständischen Wirtschaft, 22.8.06, BGBl I 06, 1970 

 

Quelle: Ausgabe 12 / 2006 | Seite 868 | ID 113663