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Gesellschaftsrecht - Vereinfachungen für GmbH und Limited sind in Planung

Die britische Limited lockt mit Gründungsvorteilen, die GmbH hingegen punktet während des laufenden Geschäftsbetriebes. Auf diesen einfachen Nenner lassen sich beide Formen der Kapitalgesellschaft bringen. Jetzt sollen gesetzliche Maßnahmen für künftige Verbesserungen sorgen. 

 

Optimierung bei der GmbH-Gründung

 

Nach den Plänen des Bundesministeriums der Justiz soll die Gründung einer GmbH deutlich einfacher und schneller möglich sein und damit Nachteile im Vergleich zur britischen Limited abbauen - allerdings erst ab Ende 2007. Dabei geht es insbesondere um folgende Maßnahmen: 

 

  • Das Mindestkapital für eine GmbH soll von 25.000 auf 10.000 EUR abgesenkt werden und ist dann zur Hälfte aufzubringen, um Gründungen für das Dienstleistungsgewerbe zu erleichtern. Der einzelne Geschäftsanteil soll auf einen Euro lauten und muss nicht wie derzeit durch 50 teilbar sein. Ein Gesellschafter kann schon bei Gründung mehrere Geschäftsanteile übernehmen, was den Übertrag von GmbH-Anteilen erleichtern soll.

 

  • Um die Handelsregistereintragung von Gesellschaften zu erleichtern, deren Unternehmensgegenstand genehmigungspflichtig ist, wird das Eintragungsverfahren von der verwaltungsrechtlichen Genehmigung abgekoppelt. Das soll z.B. die GmbH-Gründung für Handwerks-, Restaurant- und Baubetriebe erleichtern, die eine gewerberechtliche Erlaubnis benötigen. Verzichtet werden soll zudem auf besondere Sicherheitsleistungen für noch nicht erbrachte Geldeinlagen, was insbesondere die Gründung der beliebten Ein-Mann-GmbH beschleunigen soll.

 

  • Gründungsunterlagen sind künftig grundsätzlich nur noch online beim Handelsregister einzureichen. Auch die notarielle Beglaubigung kann auf diesem Weg erfolgen. Die Eintragungen werden anschließend elektronisch bekannt gemacht und sind dann für jedermann über das Internet einsehbar.

 

  • Der Verwaltungssitz einer GmbH darf auch im Ausland liegen, sodass deutsche Konzerne ihre Auslandstöchter nach dieser Gesellschaftsform firmieren können. Künftig soll nur derjenige als Gesellschafter gelten, der in die Gesellschafterliste eingetragen ist. Das erleichtert Geschäftspartnern die Überprüfung, wer hinter der GmbH steht.

 

Vereinfachung für ausländische Limited-Gesellschafter

 

Eine Änderung im britischen Gesellschaftsrecht soll ausländischen Investoren eine Beteiligung in Großbritannien noch mehr erleichtern. So soll es bei der Gründung standardisierte Gesellschaftsverträge und Satzungen geben, der bislang benötigte Secretary für Verwaltungsaufgaben entfällt. Für die Gesellschafterversammlung ist keine physische Anwesenheit mehr erforderlich, eine schriftliche Dokumentation reicht aus. Zudem soll der Rechtsverkehr online möglich sein, was für deutsche Limited-Gesellschafter eine erhebliche Erleichterung darstellt. Der Geschäftsführer kann seine Pflichten künftig aus einem gesetzlichen Leitfaden entnehmen und muss nicht mehr unzählige Verwaltungsanweisungen beachten. 

 

Die Planungen setzen genau da ein, wo es bisher eher für ausländische Gesellschafter haperte. Eine Vereinfachung insbesondere im laufenden Geschäftsbetrieb sorgt für weitere Vorteile im Vergleich zur GmbH. Zudem soll das Gesetz rund ein Jahr früher als die heimischen Änderungen zur Anwendung kommen.  

 

Fundstelle: 

Gesetzentwurf zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG), 29.5.06 

Company Law Reform Bill 1.11.05 

 

Quelle: Ausgabe 09 / 2006 | Seite 638 | ID 113841