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§ 9 EStG - Die Abzugsmöglichkeiten bei witterungsbedingten Unfällen

Der Winter hat in einigen Regionen für viel Eis und Schnee gesorgt. Passiert ein Unfall auf der Fahrt zur Arbeit, können Arbeitnehmer die Aufwendungen neben der Entfernungspauschale als Werbungskosten berücksichtigen. Dies gilt auch bei Unfällen 

 

  • auf notwendigen Fahrten zum Tanken,
  • zur Autoreparatur sowie
  • zur Einnahme des Mittagessens in der Nähe der Einsatzstelle während der Arbeitszeit (H 42 LStH).

 

Erstattet der Arbeitgeber die Unfallkosten, liegt ein geldwerter Vorteil vor. Wird der geldwerte Vorteil pauschal versteuert (§ 40 Abs. 2 S. 2 EStG), können die Aufwendungen nicht als Werbungskosten berücksichtigt werden.  

 

Ein berufsbedingter Unfall ist nicht auf Privatfahrten oder bei Alkoholeinfluss anzunehmen. Wenn die Fahrt nicht von der Wohnung aus angetreten oder dort beendet wird, liegt ebenfalls kein berufsbedingter Unfall auf der Strecke vor.  

 

Abzugsfähig sind die Reparaturkosten am eigenen Fahrzeug sowie die Kosten des Unfallgegners. Das gilt auch, wenn wegen des Schadensfreiheitsrabatts auf den Erstattungsanspruch von der Versicherung verzichtet wird (H 42 LStH). Hinzu kommen: 

 

  • Gebühren für Mietwagen,
  • Gutachterkosten,
  • Anwalts- und Gerichtskosten,
  • an Dritte gezahltes Schmerzensgeld,
  • Abschleppkosten,
  • Aufwendungen für Telefon und Taxi,
  • Krankheitskosten und
  • Schadensersatzleistungen an den Unfallgegner.

Lässt der Arbeitnehmer das beschädigte Fahrzeug nicht reparieren, kann der durch den Unfall verursachte Wertverlust als Werbungskosten abgezogen werden. Die Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung bemisst sich nach dem Zeitwert des Fahrzeugs vor und nach dem Unfall (BFH 19.3.82, VI R 25/80, DB 82, 1804).  

 

Ereignet sich der Unfall  

 

  • auf einer Dienstreise,
  • auf einer Familienheimfahrt,
  • während eines beruflich bedingten Umzugs,
  • auf dem Weg zu einer Fortbildungsveranstaltung oder
  • zur wechselnden Einsatzstelle,

 

kann der Arbeitgeber die Aufwendungen nach Reiskostengrundsätzen steuerfrei ersetzen. Die als Reisekosten erfassten Fahrtkosten können dann nicht als Werbungskosten abgezogen werden (H38 LStH).  

 

Bei einem Firmenwagen trägt der Betrieb grundsätzlich die Aufwendungen des Unfalls. Dabei liegt kein steuerpflichtiger Arbeitslohn vor. Wird der Privatanteil über die Ein-Prozent-Regel erfasst, hat der Unfall keine Auswirkungen. Bei Fahrtenbuchführung erhöht die Schadensbeseitigung hingegen die laufenden Fahrzeugkosten und damit den Kilometersatz (R 31 Abs. 9 LStR). Muss laut Vertrag der Arbeitnehmer die auf Privatfahrten angefallenen Unfallkosten selbst tragen und verzichtet die Firma auf diese Forderung, stellt dieser Verzicht einen steuerpflichtigen Arbeitslohn dar.  

Quelle: Ausgabe 03 / 2006 | Seite 159 | ID 114120