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§ 4 EStG – Häusliches Arbeitszimmer bei einem Selbstständigen

Der BFH hat sich in drei Urteilen mit dem häuslichen Arbeitszimmer beschäftigt: 

 

Im ersten Fall ging es um mehrere beruflich verwendete Räume eines Handelsvertreters im Eigenheim. Diese sind als funktionale Einheit zu sehen und als ein Arbeitszimmer zu beurteilen. Es macht keinen Unterschied, ob ein großer Raum oder mehrere kleine Räume als Büro genutzt werden. Da der Vertreter seine wesentlichen und die Berufsbild prägenden Tätigkeiten im Außendienst erbringt, können die Aufwendungen für das Arbeitszimmer insgesamt nur bis zu 1.250 EUR als Betriebsausgaben abgesetzt werden.  

 

Das zweite Urteil beschäftigt sich mit einem Tankstellenbetreiber. Hier kommt der BFH zur Ansicht, dass dieser den Mittelpunkt seiner Betätigung am Ort der Tankstelle auch dann hat, wenn er überwiegend im häuslichen Arbeitszimmer tätig ist. Somit sind die Kosten ebenfalls nur begrenzt bis zu 1.250 EUR absetzbar. Die Fahrten zwischen Wohnung und Tankstelle sind über die Entfernungspauschale zu berücksichtigen. 

 

Im dritten Fall geht der BFH davon aus, dass ein vorhandener Schreibtischarbeitsplatz eines Selbstständigen für alle Aufgabenbereiche seiner Tätigkeit zur Verfügung steht. Auch wenn z.B. in den Praxisräumen eines Arztes kein abschließbarer Büroraum vorhanden sein sollte, können dort notwendige Büro- und Buchführungsarbeiten erledigt werden. Dem liegt die Überlegung zu Grunde, dass ein Freiberufler wie etwa ein Arzt ansonsten durch entsprechende Gestaltung des außerhäuslichen Arbeitsplatzes das grundsätzliche Abzugsverbot für das Arbeitszimmer unterlaufen kann. Daher gilt das Abzugsverbot des § 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG

 

Fundstellen:  

Vertreter: BFH 23.3.05, III R 17/03, BFH/NV 05, 1537, 26.2.03, VI R 124/01 und VI R 156/01, BStBl II 04, 69ff. 

Tankstelle: BFH 6.7.05, XI R 87/03, BB 05, 2616, DB 05, 2665 

Arzt: BFH 7.4.05, IV R 43/03, BFH/NV 05, 1541 

Quelle: Ausgabe 01 / 2006 | Seite 5 | ID 114219