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  • ·Nachricht ·Statistik

    Die Ausbildung in Rechtsanwaltskanzleien geht weiter zurück

    | Seit Jahren werden die Ausbildungszahlen in den Rechtsberufen kritisch beobachtet. Die Zahlen für das Jahr 2019 verdeutlichen dabei einen unangenehmen Trend: Es sind gerade die Rechtsanwaltsfachangestellten, die außerordentlich stark verlieren. Ein Wandel ist nicht in Sicht. |

    Generell gibt es immer weniger Auszubildende in Rechtsberufen

    Das Ausbildungsjahr 2019 ist mit schlechten Botschaften verknüpft, was die Ausbildung in den Rechtsberufen betrifft. 4,22 Prozent weniger Auszubildende im Vergleich zu 2018 (- 5 Prozent) zeigen die neuesten statistischen Zahlen. Die Rückgänge in 2018 und 2019 waren damit deutlich stärker als in den Jahren davor.

     

    Besonders die Anzahl der Rechtsanwaltsfachangestellten geht stark zurück

    Schaut man sich das Zahlenwerk genauer an, zeigt sich besonders für die Anwaltskanzleien ein beunruhigendes Bild: Der statistische Rückgang der Ausbildungszahlen betrifft nahezu komplett die Ausbildungszweige „Rechtsanwaltsfachangestellte/r“ (- 5,85 Prozent) und „Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte/r“ (- 5,08 Prozent).

     

    Während die Notariate wie schon im Vorjahr ein deutliches Plus bei ihren Auszubildenden verbuchen und es bei den auszubildenden Patentanwaltsfachangestellten keine nennenswerte Veränderung gibt, gehen die Azubi-Zahlen in den Anwaltskanzleien weiter drastisch zurück. Diese zahlenmäßige Konstellation ließ sich auch schon beim Vergleich der Jahre 2017/2018 feststellen.

     

    Der Negativtrend verfestigt sich ‒ die Rechtsanwaltsfachangestellten werden ein Nischenberuf

    Indikatoren dafür, dass sich an diesem seit Jahren verfestigten Trend etwas ändert, sind nicht in Sicht. Hinzu kommt der immer deutlicher spürbare Personalmangel, der Anwälte vor Probleme stellt, qualifiziertes Personal zu finden. „Angetrieben vom Bewerbermangel in der Berufsgruppe der Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten haben auch die teils aggressiven Abwerbeversuche in den sozialen Netzwerken deutlich zugenommen“, so Marion Proft, Inhaberin von LEGAL PROFESSION® Recruitment-Coaching-Consulting in Berlin.

     

    Tatsächlich ist der Beruf der Rechtsanwaltsfachangestellten auf dem besten Weg, zu einem Nischenberuf zu werden. Immer weniger Auszubildende können auch in bestimmten Regionen die Schwierigkeiten weiter zuspitzen, Berufsschulklassen bilden zu können. Und natürlich bleibt die häufig schlechte Bezahlung ein wesentlicher Punkt, warum es der Beruf so schwer hat. „Die Relation zwischen geforderter Cleverness und Anspruch zur Entlohnung ist hier weit davon entfernt, attraktiv zu sein. Davon können viele einfach nicht leben. Der Wille auf der Anwaltsseite das zu ändern, ist häufig nicht da“, sagt Rechtsanwalt Oliver Schwartz, Leiter Legal Tech bei Soldan.

     

    Weiterführende Hinweise

    • Das Ausbildungsjahr 2020 beginnt: Sind Ihre Auszubildenden belehrt?, AK 20, 139
    • Auszubildende mit Prüfungsaufgaben vorbereiten, AK 20, 20
    • Kanzleimitarbeiter: der ewige Mangel?, AK 19, 184
    Quelle: ID 46847772