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05.02.2008 | Leser-Erfahrungsaustausch

Vollstreckungs-Tipp des Monats

Oft sind es die ungewöhnlichen Vollstreckungsmethoden oder sogar Zufälle, die helfen, dem Schuldner auf die Schliche zu kommen und die Vollstreckungssache erfolgreich zu beenden. Diese Fälle wollen wir sammeln und an dieser Stelle im Leser-Erfahrungsaustausch veröffentlichen.  

 

Daher unsere Bitte: Schildern Sie uns Ihren „schönsten Fall“. Bei Veröffentlichung erhalten Sie ein Einsenderhonorar von 50 EUR. Unsere Anschrift: IWW-Institut, Redaktion „Vollstreckung effektiv“, Aspastraße 24, 59394 Nordkirchen, Fax: 02596 922-99, E-Mail: ve@iww.de.  

 

Heute berichten wir über die Erfahrungen unseres Lesers Walter Kraus, freiberuflicher Dienstleister betreffend Zwangsvollstreckung und Ermittlungen für Rechtsanwaltskanzleien, Nahetal. 

 

Vollstreckungs-Tipp: „Ortstermin“ beim Schuldner

Seit Jahren bearbeitete unser Leser eine Vollstreckungsakte mit einer fünfstelligen Forderung. Schuldner S. gab regelmäßig die eV ab. Pfändbares Vermögen war aus den Unterlagen nie ersichtlich. Sämtliche Vollstreckungsversuche, auch eine Lohnpfändung, blieben erfolglos.  

 

Unser Leser hatte es sich zur Angewohnheit gemacht, eine Liste „seiner Schuldner“ mitzuführen. Nach einem anderen Termin, den er im Wohnort des S. hatte, beschloss er, einen Versuch zu unternehmen, die Angelegenheit in einem persönlichen Gespräch zu klären. Diese Vorgehensweise hatte schon häufiger Erfolg gehabt.  

 

Den S. traf unser Leser zwar nicht an. Vor dem Haus stand aber ein funkelnagelneues Wohnmobil mit den Initialen des S. auf dem Kennzeichen. Eine Rückfrage bei der Zulassungsstelle ergab, dass das Fahrzeug tatsächlich auf den S. zugelassen war, außerdem noch drei Motorräder!  

 

Mit der Gerichtsvollzieherin G., die häufiger erfolglos versucht hatte, bei S. zu vollstrecken, vereinbarte unser Leser einen kurzfristigen „Besuchstermin“, in dem S. eröffnet wurde, dass sein Wohnmobil gepfändet sei und gerade verladen werden soll. Er behauptete nun, dass das Fahrzeug und die Motorräder seiner 90-jährigen Mutter M. gehörten. Wie aufs Stichwort erschien M. auch gleich in der Wohnung und bestätigte dies.  

 

Als die Sache jedoch ernst wurde, bat S., die Vollstreckung eine halbe Stunde aufzuschieben. Er ging zu seiner Bank – obwohl er laut e.V. überhaupt kein Konto hatte – und zahlte dann an die G. einen Teilbetrag von 5.000 EUR!  

 

Das Pfandsiegel blieb am Wohnmobil. Nach vier Wochen zahlte S. dann den Rest. Unser Leser meint: Es lohnt sich, ab und zu die Fahrzeuge seiner „Pappenheimer“ anzusehen ... 

 

Quelle: Ausgabe 02 / 2008 | Seite 34 | ID 117442