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01.10.2007 | Leser-Erfahrungsaustausch

Vollstreckungs-Tipp des Monats

Oft sind es die ungewöhnlichen Vollstreckungsmethoden oder sogar Zufälle, die helfen, dem Schuldner auf die Schliche zu kommen und die Vollstreckungssache erfolgreich zu beenden. Diese Fälle wollen wir sammeln und an dieser Stelle im Leser-Erfahrungsaustausch veröffentlichen.  

 

Daher unsere Bitte: Schildern Sie uns Ihren „schönsten Fall“. Bei Veröffentlichung erhalten Sie ein Einsenderhonorar von 50 EUR. Unsere Anschrift: IWW-Institut, Redaktion „Vollstreckung effektiv“, Aspastraße 24, 59394 Nordkirchen, Fax: 02596 922-99, E-Mail: ve@iww.de.  

 

Heute berichten wir über den Fall unseres Lesers, Ass. jur Wolfgang Gruß, Leiter Fachbereich Mietrecht Nord, Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt, Kassel. Der Fall zeigt, dass sich auch „exotische“ Fälle mit dem gebotenem Nachdruck lösen lassen. 

 

Vollstreckungs-Tipp des Monats: Zugriff im Rotlichtmilieu

Schuldnerin S. hatte sich der Vollstreckung bereits seit Jahren entzogen. Da es um eine erhebliche Summe ging, ließ unser Leser jedoch nicht locker. Im Rahmen eines erneuten Vollstreckungsversuchs gab S. schließlich auch die eidesstattliche Versicherung ab. 

 

Dort gab sie unter „Einkünfte aus selbstständiger Arbeit“ an, dass sie ein Gewerbe ausübe, für das sie ein Massagebett, einen Schreibtisch und einen Stuhl benötige. Von ihren Kunden würde sie bar bezahlt. Angaben über die Höhe ihrer Einkünfte machte sie jedoch nicht. 

 

Unser Leser beantragte daraufhin eine Kassenpfändung. Der Gerichtsvollzieher G. teilte jedoch mit, dass S. in einem Bordell arbeite und dort als eine Art Hausmeisterin und Überwachungsperson tätig sei. Pro angestellter Dame erhalte sie nur eine Pauschale von 30 EUR monatlich. Daher sei eine Kassenpfändung wenig Erfolg versprechend. 

 

Doch unser Leser ließ nicht locker. Er recherchierte Namen und Lage des Bordells und fand über das Internet die dortige Homepage. Darin wurde eine „Ga.“ als Ansprechpartnerin und „Teamchefin“ aufgeführt. Da dieser Vorname mit dem der S. übereinstimmte, schrieb unser Leser die S. erneut an. Er machte sie darauf aufmerksam, dass ihre Angaben bei der eidesstattlichen Versicherung unzutreffend waren. Er wies deutlich auf die strafrechtlichen Folgen der falschen Angaben hin. Zudem hob er hervor, dass er überlege, das Finanzaufsichtsamt und vor allem das Gewerbeaufsichtsamt zu informieren. 

 

In kürzester Zeit schloss S. mit unserem Leser einen Teilzahlungsvergleich, den sie bis zum Schluss minutiös einhielt. 

 

 

Quelle: Ausgabe 10 / 2007 | Seite 180 | ID 112994