Suchen

 ·  Adjuvante MedikationZukünftige Alternative zu Antibiotika in der Parodontaltherapie?

| Eine gezielte Behandlung der Parodontitis könnte in Zukunft abseits von systemisch angewandten Breitbandantibiotika mit den bekannten gesundheitlichen Beeinträchtigungen an anderer Stelle (z. B. der Darmflora) möglich sein. Forscher aus Halle (Taudte et al.) entwickelten testweise niedermolekulare Inhibitoren gegen ein Zielenzym, wie es in den Parodontalbakterien Porphyromonas gingivalis, Tannerella forsythia und Prevotella intermedia vorkommt: die Glutaminylzyklase. |

Zukünftige Alternative zu Antibiotika in der Parodontaltherapie?
( Bild:  ©megaflopp - stock.adobe.com )

Parodontalkeime gezielt ausschalten?

Der Einsatz systemischer Antibiotika als adjuvante Therapie kann in bestimmten Fällen, z. B. bei generalisierter Parodontitis des Stadiums III bei jungen Erwachsenen zusammen mit der subgingivalen Instrumentierung nötig sein (1). Da Antibiotika ‒ systemisch angewendet ‒ immer auch Auswirkungen auf den Gesamtgesundheitszustand des Patienten haben, sollte ihr Einsatz immer sorgfältig abgewogen werden.

 

MERKE | Auch Antibiotikaresistenzen stellen eine Herausforderung für die (zahn-)medizinische Behandlung von Infektionen dar. Die World Dental Federation rief daher im September 2019 Zahnärzte weltweit dazu auf, Antibiotika verantwortungsvoll zu verschreiben (ZR 03/2020, Seite 2).