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  • · Fachbeitrag · Kanzleiorganisation

    Kommt die Trendwende? Kanzleien bilden wieder mehr aus

    von Christian Noe B. A., Göttingen

    Seit zehn Jahren gehen die Ausbildungsverhältnisse in den Kanzleien teils drastisch zurück. Anwälte kämpfen immer mehr damit, Auszubildende zu finden und zu halten. Das Jahr 2025 überrascht statistisch: Insgesamt bleiben die Zahlen fast stabil, wobei die Nur-Rechtsanwaltsfachangestellten weiterhin verlieren. Wir stellen die aktuellen Zahlen in Grafiken vor und gehen möglichen Gründen nach, ob sich eine Trendwende abzeichnet.

    Die Entwicklung verschärft sich weiter

    Allen Imagekampagnen und Initiativen zum Trotz tummeln sich immer weniger Auszubildende in den Anwaltskanzleien und Notariaten. Die neuesten Erhebungen des Bundesinstituts für Berufsbildung für das Jahr 2025 zeigen „nur“ noch 0,66 % weniger Azubis. Kratzte man im Rekordjahr 2022 noch an der 10-Prozent-Marke beim Rückgang, kann man jetzt zumindest von einem Stillstand sprechen. Trotzdem kein Grund zu jubeln: Schaut man sich den Zeitraum von 2015 bis 2025 an, verzeichnen alle vier Berufsbilder zusammengenommen eine bedrückende Reduktion von 42,35 %.

     

    Bild: Christian Noe

     

    Rechtsanwaltsfachangestellte verlieren weiter stark

    Der statistische Rückgang zeigte sich in der Vergangenheit häufig besonders stark in den Ausbildungszweigen „Rechtsanwaltsfachangestellter“ (ReFa) und „Rechtsanwalts- und Notarfachangestellter“ (ReNo). 2025 sieht das Bild für die ReNos zwar besser aus – aber nicht für die ReFas. Diese verlieren nicht nur als einzige unter den vier Rechtsberufen, sondern mit -4,6 % auch stärker als zuvor (2024: -4,4 %). Von der erholten Situation bei den Ausbildungsverhältnissen haben daher die klassischen Anwaltskanzleien nichts. Sie kämpfen praktisch weiter unverändert mit einem starken Nachwuchsmangel. Allein im Zeitraum 2021-2025 sank die Zahl der ReFa-Azubis von 6.297 auf 4.608 , mithin ein Minus von 26,82 %.