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·Fachbeitrag ·IGeL

Kinderärzte: Untersuchungen und Bescheinigungen zur Sporttauglichkeit

von Dr. med. Bernhard Kleinken, Pulheim

| Die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin (DGSP) empfiehlt, alle Neueinsteiger vor der Aufnahme einer sportlichen Betätigung ärztlich zu untersuchen. Je nach Sportart werden „ärztliche Tauglichkeitsbescheinigungen“ auch von Sportvereinen verlangt. Tauglichkeitsuntersuchungen und entsprechende Bescheinigungen sind IGeL. Allerdings erstatten manche GKVen zumindest einen Teil der Kosten. |

 

Sportmedizinische Weiterbildung ist nicht zwingend

Eine sportmedizinische Weiterbildung ist für Tauglichkeitsuntersuchungen nicht unbedingt notwendig. Je nach Fragestellungen sind „normale“ pädiatrische Fertigkeiten ausreichend. Fragen des Leistungssports, der Trainingsbegleitung oder der Eignung für einen „Sportberuf“ sollten jedoch sportmedizinisch weitergebildeten Ärzten vorbehalten sein, ggf. in Zusammenarbeit mit dem „hausärztlichen“ Kinderarzt. Hinweise für sportmedizinisch interessierte Kinderärzte, auch solche, die nicht spezielle Sportmedizin, sondern eine „Basisbetreuung“ ausüben, finden sich z. B. bei der DGSP und der DGKJ.

 

Art und Umfang der Untersuchung

Zur Feststellung einer Sporttauglichkeit werden in der Regel zuerst der Status und die Ziele sportlicher Betätigung erhoben, ggf. unter Verwendung standardisierter Fragebögen. Dann sind ggf. Untersuchungen durchzuführen, die über das hinausgehen, was schon aus der GKV-Sprechstunde bekannt ist. Wie die Beratungen sind auch solche Untersuchungen speziell im Hinblick auf die Sportausübung IGeL. Am Schluss steht die Beratung hinsichtlich der sportlichen Eignung und ggf. das Ausstellen einer Bescheinigung.

 

Naturgemäß sind Art und Umfang der Untersuchungen individuell verschieden, ebenso die Art der gewünschten Bescheinigung. So sind bei „bekannt gesunden“ Kindern und nicht sehr anstrengenden oder spezielle Fertigkeiten voraussetzenden Sportarten meist allgemeine klinische Untersuchungen und ein Ruhe-EKG ausreichend. Über die Basisversorgung hinausgehend sind ggf. aber auch z. B. Belastungs-EKG und Lungenfunktionsprüfung und auch spezielle HNO- oder augenärztliche Untersuchungen notwendig.

 

Für die Basisversorgung können z. B. die Nrn. 1 (Beratung), 8 (Ganzkörperstatus), 651 (Ruhe-EKG) und 70 (kurze Bescheinigung) GOÄ zum Ansatz kommen. Werden spezielle Fragebögen verwendet, zusätzlich die Nr. 857 GOÄ. Für eine Abschlussberatung kann ggf. (und unter Beachtung der Abrechnungsbestimmungen) Nr. 3 GOÄ berechnet werden. Leistungen, die im Rahmen speziellerer Fragestellungen zum Ansatz kommen können, sind z. B. die Nrn. 652 (Belastungs-EKG), 606 (Spiroergometrie), 250 (Blutabnahme), 3550 (kl. Blutbild), 3560 (Glukose), 3511 (Urin- und/oder Laktatteststreifen), 76 analog oder 77 analog (ausführliche schriftliche Information) GOÄ.

Quelle: Ausgabe 02 / 2016 | Seite 6 | ID 43809053