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·Fachbeitrag ·Der GOÄ-Spiegel

Abrechnungshinweise für alle Ärzte

von Dr. med. Bernhard Kleinken, Pulheim

| Im GOÄ-Spiegel greifen wir Fragestellungen aus GOÄ-Seminaren und Leserzuschriften auf. |

 

Berechnung der Nr. 800 neben Nr. 29 GOÄ

Die Abrechnung der Nr. 800 GOÄ (eingehende neurologische Untersuchung) neben der Nr. 29 GOÄ (Gesundheitsuntersuchung) wird von Kostenträgern mit dem Argument abgelehnt, in der Gesundheitsuntersuchung sei ein Ganzkörperstatus enthalten und daneben sei Nr. 800 GOÄ nicht berechnungsfähig. Zutreffend daran ist, dass Nr. 800 GOÄ nicht neben dem Ganzkörperstatus nach Nr. 8 GOÄ berechnungsfähig ist. Bei der Gesundheitsuntersuchung erfolgt aber nicht die Abrechnung der Nr. 8 GOÄ, sondern der Nr. 29 GOÄ. Und nicht umsonst schließt die GOÄ neben der Nr. 800 nur die Nr. 26 GOÄ (Früherkennung bei einem Kind) in der Berechnung aus. Der Ganzkörperstatus enthält nur eine orientierende neurologische Untersuchung, keine „eingehende“ wie sie die Nr. 800 GOÄ fordert. Nr. 26 GOÄ dagegen fordert mehr als eine nur „orientierende“ neurologische Untersuchung (Untersuchung von Nervensystem, Sinnesorganen).

 

PRAXISHINWEIS | Ist neben einer Gesundheitsuntersuchung eine eingehende neurologische Untersuchung erfolgt, kann Nr. 800 GOÄ also daneben berechnet werden. Allerdings ist dies keine „Routine“, denn es muss eine über die Gesundheitsuntersuchung hinausgehende Indikation für die eingehende (nicht nur „orientierende“) neurologische Untersuchung gegeben haben. Das sollte dann auch in den Diagnoseangaben in der Rechnung erkennbar sein.

 

Diagnoseangaben in der Rechnung

Immer wieder wird gefragt, ob in der GOÄ-Rechnung Diagnosen angegeben werden müssen. Die GOÄ selber fordert das nicht. § 12 Abs. 2 GOÄ enthält unter den geforderten Inhalten der Rechnung keine Diagnoseangaben. Allerdings fordern die Versicherungsbedingungen und Beihilfebestimmungen die Angaben von Diagnosen als Erstattungsvoraussetzung. Im Rahmen der sogenannten Nebenpflichten aus dem Behandlungsvertrag muss der Arzt deshalb die Diagnosen in die Rechnung aufnehmen, falls der Patient das wünscht. Da die weitaus meisten Rechnungen zur Erstattung eingereicht werden und wenn nicht, die Diagnoseangaben dem Patienten als Rechnungsempfänger nicht schaden, ist die Diagnoseangabe der Regelfall. Ein Patient kann aber auch eine Rechnung ohne Diagnoseangabe wünschen. Dann allerdings kann er keine Erstattung erwarten.

 

MERKE | Eine zusätzliche Vergütung für Diagnoseangaben in der Rechnung kann nicht verlangt werden. Abgesehen davon, dass dies unangemessen wäre, ist die Diagnoseangabe in der Rechnung im § 12 GOÄ fakultativ dadurch enthalten, dass dort steht „muss insbesondere enthalten“, also keine abschließende Aufzählung ist. Verschlüsselt werden müssen die Diagnosen in der GOÄ-Rechnung aber nicht. Das wäre auch ein Mehraufwand, der vom § 12 GOÄ nicht vorgesehen sein kann (die Bestimmung ist seit mehr als 30 Jahren unverändert).

 
Quelle: Ausgabe 03 / 2015 | Seite 11 | ID 43213525