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·Fachbeitrag ·EBM 2016

Nrn. 35100 und 35110 EBM ohne F-Diagnose nicht berechnungsfähig?

von Dr. med. Heinrich Weichmann, Lippetal

| Es ist schon erstaunlich, welche Kreativität einzelne KVen bei der Prüfung der eingereichten Quartalsabrechnungen entwickeln. Derzeit wird offensichtlich die Abrechnung der Psychosomatikpositionen 35100 und 35110 verstärkt geprüft. |

 

Hintergrund

Mehr als die Hälfte der niedergelassenen Hausärzte hat eine Genehmigung zur Abrechnung von Leistungen der psychosomatischen Grundversorgung des Kapitels 35.1 EBM. Abgerechnet werden von Hausärzten nahezu ausschließlich die differentialdiagnostische Klärung nach Nr. 35100 und verbale Interventionen nach Nr. 35110 EBM.

 

Somatische und psychosomatische Diagnose erforderlich

Zweifelsohne ist eine psychosomatische Behandlung nur sinnvoll, wenn sowohl eine somatische als auch eine psychosomatische Erkrankung festgestellt und entsprechend per ICD-10-Code angegeben wird. Bei Abrechnung der Differentialdiagnostik nach Nr. 35100 sind die ätiologischen Zusammenhänge zwischen der somatischen und (vermuteten) psychosomatischen Erkrankung zu dokumentieren, die Nr. 35100 kann ggf. auch bei Verdachtsfällen abgerechnet werden (ICD-10-Code mit Zusatz V oder A). Die Abrechnung verbaler Interventionen nach Nr. 35110 EBM setzt eine gesicherte Diagnose mit dem Zusatz G voraus.

 

ICD-10-Code mit „Ft“ gefordert

Nur in Kapitel V der ICD-10 sind unter F00 bis F99 die Kodierungen für psychische und Verhaltensstörungen verzeichnet. Diesen Umstand machen sich die KVen für eine äußerst simple Prüfung zunutze: Werden die Positionen 35100 und 35110 abgerechnet, wird kontrolliert, ob bei demselben Patienten außer einer somatischen Diagnose auch ein Diagnoseschlüssel beginnend mit „F“ angegeben ist. Wenn nicht, streichen einige KVen diese Positionen.

 

PRAXISHINWEIS | Für betroffene Ärzte dürfte es schwierig bzw. mit einem erheblichen Aufwand verbunden sein zu belegen, dass sehr wohl eine psychosomatische Erkrankung vorgelegen hat, die lediglich nicht mit einer F-Diagnose kodiert wurde. Um Streichungen der Nr. 35100/35110 bzw. aufwändige Begründungen für deren Abrechnung zu vermeiden, sollten Sie bei Abrechnung dieser Positionen immer einen mit F beginnenden ICD-10-Code angeben.

 

Weiterführende Hinweise

  • Psychosomatische Grundversorgung: Achten Sie auf die Abrechnungsvoraussetzungen! (AAA 06/2015, Seite 3)
Quelle: Ausgabe 03 / 2016 | Seite 6 | ID 43856898