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·Fachbeitrag ·Kfz-Kaskoversicherung

Beweisvereitelung durch VR bei Kollision mit Fuchs

| Wenn der Teilkaskoversicherer ihm zur Laborprobe übersandte Wildhaare nach der Laborprobe vernichtet und das ihm ebenfalls übersandte Nummernschild gereinigt zurückgibt, begeht er eine Beweisvereitelung zulasten des VN. Dann muss der VR beweisen, dass der Wildschaden-Unfall sich nicht wie vom VN vorgetragen ereignet hat. |

 

So entschied es das OLG München (24.7.15, 10 U 3566/14, Abruf-Nr. 146009). Der VN war nach seinen Angaben mit einem Fuchs kollidiert und daraufhin von der Straße abgekommen. Der Gutachter des VR hatte nahe der Unfallstelle einen toten Fuchs gefunden. Dem hatte er Haare ausgerissen und diese gesichert. Als er das Fahrzeug besichtigte, fanden sich am Nummernschild auch Haare. Die Fuchshaare und das Nummernschild wurden dem VR für eine Laborprobe überlassen. Hier sollte geprüft werden, ob sie sich gegenseitig zuordnen lassen.

 

Mit folgenden Argumenten wollte sich der VR aus der Verantwortung winden, was ihm letztlich nicht gelang:

 

  • Ein Pkw werde durch die Kollision mit einem Fuchs nicht von der Straße abgelenkt. Das OLG entschied jedoch, dass die Schadenmeldung des VN, er sei nach der Kollision von der Straße abgekommen, auch so verstanden werden kann, dass der Schreck eine hinzutretende Ursache war.

 

  • Die am Nummernschild aufgefundenen Haare seien keine Wildhaare, und wenn doch, seien sie von Hand aufgebracht. Dieses Argument konterte das OLG: Eine Untersuchung der Haarspuren hätte zugunsten des Geschädigten ergeben können, dass die Haarspuren am Kennzeichen nicht von Hand aufgetragen wurden und diese Haare mit den Fuchshaaren übereinstimmen. Damit hätte ausreichende Gewissheit bestanden, dass der behauptete Wildunfall, also zumindest die Kollision mit dem später verendeten Fuchs tatsächlich stattgefunden hat. Diese Beweisführung hat der VR unmöglich gemacht, weil er das Kennzeichen hat reinigen lassen und die Fuchshaare zurückgehalten hat. Sein Bestreiten einer Kollision mit dem Wild sei daher aus dem Gesichtspunkt der Beweisvereitelung unbeachtlich.

 

PRAXISHINWEIS | Vereitelt der VR den Beweis, den der VN führen muss, dreht sich die Beweislast um. Dann muss der VR beweisen, dass die vom VN vorgetragene Kollision mit einem Wild nicht erfolgt ist.

 

Weiterführende Hinweise

  • Was Sie zur Ersatzfähigkeit von Rettungskosten beim Ausweichen vor Haarwild wissen müssen: Reinert, VK 06, 37
  • Beweislastfragen bei bestrittenem Wildunfall und bestehender Vollkaskoversicherung: OLG Hamm VK 08, 87
Quelle: Ausgabe 03 / 2016 | Seite 47 | ID 43809740