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·Fachbeitrag ·Investmenttipp des Monats

Pfandbriefe: Attraktive Rendite bei gutem Rating

von Oliver Weber, HSBC Trinkaus & Burkhardt AG, Düsseldorf

| Die Renditen von deutschen Staatsanleihen sind auf sehr niedrigem Niveau, die Risiken, die Stiftungen eingehen dürfen, sind oft beschränkt. Pfandbriefe können hier eine interessante Alternative sein. |

Wesen von Pfandbriefen

Pfandbriefe sind gedeckte, verzinsliche Schuldverschreibungen, die von Pfandbriefbanken emittiert werden. Sie dienen diesen zur Refinanzierung ihrer Forderungen gegenüber öffentlichen Stellen sowie bestimmter durch Grundpfandrechte, Schiffshypotheken oder Flugzeughypotheken besicherter Kredite. Pfandbriefe waren früher eine deutsche Finanzierungsform. Mittlerweile werden sie weltweit begeben. Sie sind mit einer festen Laufzeit und einem festen Zinscoupon ausgestattet. Die Zinszahlung erfolgt in der Regel jährlich.

 

Für die Besicherung gelten strenge Bestimmungen, die sich nach dem Ursprungsland des Emittenten unterscheiden können. In Deutschland werden Pfandbriefe nach dem Pfandbriefgesetz (PfandBG) begeben. Die Besicherung - auch Deckungsmasse genannt - generiert sich aus den vergebenen öffentlichen-, Immobilien-, Schiffs- oder Flugzeugkrediten, die auf die Bilanz der Pfandbriefbank genommen werden. Die nach dem PfandBG deckungsfähigen Kredite werden samt den Sicherheiten (z.B. Grundpfandrechte bei Hypothekenpfandbriefen) in das Deckungsregister eingetragen, das durch einen Treuhänder überwacht wird. Für jede Kreditart gibt es ein separates Register. Die Gesamtheit der eingetragenen Deckungswerte ist die Deckungsmasse. Ist die Deckung zu gering, muss der Emittent häufig neue Sicherheiten bereitstellen.

 

Sicherheit bei Insolvenz

Die emittierende Pfandbriefbank schuldet dem Pfandbriefinhaber den zugesagten Zins und bei Fälligkeit die Rückzahlung des Nominalkapitals des Pfandbriefs. Im Fall ihrer Insolvenz haben die Pfandbriefinhaber ein Insolvenzvorrecht an den in den Deckungsregistern eingetragenen Vermögenswerten. Die Deckungsmassen und die Pfandbriefe werden nicht in das Insolvenzverfahren einbezogen, sondern gesondert verwaltet. Diese Ausgestaltung gibt dem Anleger eine zusätzliche Sicherheit gegenüber einer unbesicherten Inhaberschuldverschreibung. Diese spiegelt sich auch beim Rating wieder. Die Ratings von Pfandbriefen sind in der Regel deutlich besser als vom jeweiligen Emittenten begebene Inhaberschuldverschreibungen. Oftmals sind viele Pfandbriefe sogar mit der Höchstnote AAA geratet.

 

FAZIT | Die Risikoprämien (Spreads) von Pfandbriefen sind aktuell relativ hoch, d.h. die Rendite im Verhältnis zum Rating attraktiv. Die Rendite liegt über der deutscher Bundesanleihen, teilweise sogar über der von Industrieanleihen, bei besserem Rating. Der Grund liegt darin, dass Pfandbriefe von Banken begeben und hier in Sippenhaft genommen werden. Unter Chance-/Risikogesichtspunkten ist eine weitere Diversifikation des Stiftungsvermögens in Pfandbriefe attraktiv.

Quelle: Ausgabe 04 / 2012 | Seite 80 | ID 32508750