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·Fachbeitrag ·Social Media

Architekt Mathis Malchow: „Das Engagement in Facebook rechnet sich“

| Das Engagement in Facebook lohnt und rechnet sich. Diese Meinung vertritt Mathis Malchow, Mitinhaber des Berliner Architekturbüros designyougo (www.designyougo.de) im folgenden Interview. Die Social-Media-Strategie seines Büros könnte durchaus als Muster für alle Planungsbüros dienen, die sich mit dem Themen Facebook, Twitter & Co befassen, aber nicht genau wissen, wie sie das im Büroalltag konkret umsetzen können. Die Fragen stellte Dipl.-Vw. Günter Göbel, stellvertretender Chefredakteur. |

 

Redaktion: Warum agieren Sie auf Facebook?

Mathis Malchow: Wir wollen uns als zeitgemäßes, kundenorientiertes Architekturbüro etablieren, und dabei den Dienstleistungsaspekt in den Vordergrund stellen. Wir sehen uns nicht als Künstler, sondern wollen mit unseren Kunden zusammen die für sie passende Gestaltung entwickeln. Dazu passt unsere visuelle Kommunikationsstrategie gegenüber unseren Kunden - bei uns erarbeiten die Architekten den Entwurf an Hand von 3D Modellen und visualisieren selbst.

 

Wir wissen aus Erfahrung, dass die meisten Projekte sich durch wenige Visualisierungen und aussagekräftige diagrammatische Pläne oder Schnitte ohne viel Worte eindrucksstark präsentieren lassen. Facebook bietet für diese Arbeitsmethode in unseren Augen die ideale Plattform. Im Newsfeed können wir so unsere Arbeit wirkungsvoll präsentieren.

 

Redaktion: Haben Sie durch Ihre Aktivitäten auf Facebook schon konkrete Aufträge erzielen können?

 

Mathis Malchow: Ja - obwohl sich dies schwierig erfassen lässt. Man trifft zum Beispiel auf dem Spielplatz die Eltern von Freunden der Kinder und unterhält sich. Dann befreundet man sich auf Facebook und bleibt so in Kontakt. Der Bekannte sieht, was man als Büro macht und empfiehlt einen weiter. In einem konkreten Fall hat sich daraus jetzt ein Projekt für die Autostadt Wolfsburg ergeben. In einem anderen Fall ein potenzielles Projekt in China.

Wir gehen davon aus, dass sich dieser Effekt in Zukunft weiter verstärken wird. Facebook macht es in diesem Sinne einfach leichter, eine Bekanntschaft zu vertiefen. Unsere Arbeit muss natürlich immer noch maßgeblich für sich sprechen, ist aber einfach leichter aufzunehmen.

 

Redaktion: Welche Anlässe/Themen/Stories halten Sie für entsprechende Postings für geeignet?

 

Mathis Malchow: Unserer Erfahrung nach müssen Posts einen realen Hintergrund und Substanz haben. Wir posten nur, wenn wir etwas gemacht haben, auf das wir stolz sind und das unseren eigenen hohen Ansprüchen gerecht wird. Zusätzlich berichten wir über Veröffentlichungen, Events wie den Tag der Architektur, Konferenzen oder über Seminare, an denen wir teilnehmen.

 

Redaktion: Haben Sie sich eine Zielmarke gesetzt, in welchem Turnus auf Facebook Neuigkeiten eingestellt werden - zum Beispiel mindestens einmal pro Woche?

 

Mathis Malchow: Unsere Einschätzung ist, dass unsere Fans nur wirklich wesentliche Updates erhalten wollen. Darüber hinaus zeigen wir ja unseren Newsfeed auch auf unserer Webseite - es muss also eine gewisse Substanz geboten sein. Gerade hier würden sich jedoch größere Lücken bemerkbar machen. In letzter Zeit hat sich das Posten alle zwei bis drei Wochen als sinnvoll herausgestellt und mindestens alle sechs Wochen sollte es eine neue Nachricht geben.

 

 

Ausschnitt aus der Website von designyougo.de: Auf Facebook-, Twitter- und andere Aktivitäten des Büros wird plakativ hingewiesen

Redaktion: Wie viel Aufwand betreiben Sie für Social Media (Manpower)?

 

Mathis Malchow: Der Aufwand ist äußerst gering. Das Aufsetzen der Integration und der Facebook Fanpage ist in einem Tag erledigt. Das Posten der Nachrichten ist in wenigen Minuten erfolgt.

 

Redaktion: Haben Sie einen „Social Media-Beauftragten“ im Büro oder sind alle Teammitglieder dafür verantwortlich?

Mathis Malchow: Da wir die Posts für sehr wichtige Marketinginstrumente halten, erledigen wir (die beiden Büroinhaber) dies zurzeit selber.

Redaktion: Wie schätzen Sie die Entwicklung der Relevanz von Social Media für Planungsbüros ein? Wird sie zunehmen oder ist das eine temporäre Modeerscheinung?

 

Mathis Malchow: Ich denke, dass die Kommunikationsstrategie des Büros zu Facebook passen muss. Wenn man hauptsächlich darauf aus ist, sich einen zukünftigen Kundenstamm zu bilden, dann ist die Zielgruppe 25 bis 45 Jahre alt. Damit ist man bei Facebook gut aufgehoben. Wenn man jetzige Entscheider erreichen will, ist Facebook eventuell noch nicht die richtige Wahl. Hinsichtlich der Dauer des Erfolgs von Facebook machen wir uns keine Gedanken. Wichtig ist ja nur, wen wir heute und jetzt damit erreichen können! Dabei spielt sicher eine Rolle, dass die Investitionskosten in dieses Marketing-Instrument äußerst gering sind.

 

Redaktion: Ihr Büro ist viel im Ausland tätig. Hat Sie das bei Ihrer Entscheidung beeinflusst, in Facebook vertreten zu sein?

 

Mathis Malchow: Wir sind ja nicht nur international tätig, sondern haben auch lange Jahre im Ausland Erfahrung gesammelt. Von daher ist ein Großteil unserer Bekannten und Fans auf Facebook international. Was wir mitgenommen haben aus dieser Zeit ist ein service-orientiertes Verständnis der Architektur und die Erkenntnis, dass Kommunikation essenziell ist, um potenzielle Kunden zu erreichen. Eine Fanpage bei Facebook war für uns die ideale Plattform, um unsere weltweiten Kontakte über uns im Bilde zu halten.

Ausschnitt aus dem Facebook-Auftritt des Büros vom 18. Oktober 2011

Quelle: Ausgabe 11 / 2011 | Seite 22 | ID 29759110