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·Nachricht ·Auftragsbeschaffung

Netzwerke zur Auftragsbeschaffung: So können Sie sich breiter aufstellen

| „Du, ich kenne da jemand, der will bauen. Ruf den doch mal an und berufe Dich dabei auf mich“. Diese Auftragsbeschaffung per Mundpropaganda funktioniert im engen regionalen Bereich. Wenn es aber um weiter entferntere, vor allem aber auch um größere Projekte geht, brauchen Sie andere Maßnahmen und Rezepte. Sie brauchen Plattformen und Allianzen. Und in der Tat: Es gibt welche, denen Sie sich anschließen können. Noch besser ist es aber wohl, selber Allianzen zu schmieden. Lernen Sie deshalb einige Zusammenschlüsse kennen und erfahren Sie, wie diese funktionieren. |

Construyo (www.construyo.de)

Construyo (www.construyo.de) ist ein relativ neuer Player auf dem Markt. Nach eigenen Angaben ist es aber heute schon die deutschlandweit führende digitale Plattform für die Bauplanung. Construyo begleitet den gesamten Planungsprozess ‒ vom Entwurf über die Ausarbeitung bis zur Baugenehmigung ‒ und sorgt für einen effizienten Ablauf.

 

Dabei fungiert Construyo wie ein Generalauftragnehmer für alle Schritte der Bauplanung und koordiniert für den Bauherrn die Prozesse. Über eine „Matching-KI“ werden aus einem Netzwerk von Architekten, Statikern und Bauingenieuren die Spezialisten ausgewählt, die die einzelnen Bauplanungsschritte am besten übernehmen können und verfügbar sind. Der Bauherr erhält Sicherheit in Sachen Qualität und Preis und profitiert von einer bis zu 25 Prozent schnelleren Planung. Alle derzeit angeschlossenen Ingenieure sind nach Qualitätskriterien ausgewählt und werden nach jedem Bauprojekt erneut beurteilt. Jede Woche kommen neue Ingenieure dazu, aktuell sind über 150 in der derzeit größten „virtuellen Ingenieurgemeinschaft“ in Deutschland und Europa verbunden.

 

Construyo ist Mitglied bei der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) und wird vom Europäischen Sozialfonds und dem Berliner Senat gefördert.

Die PlanerAllianz (www.planerallianz.de)

Die PlanerAllianz GmbH & Co. KG ist ein Zusammenschluss von Ingenieurbüros der technischen Ausrüstung. Durch die hohe Motivation und das hohe Verantwortungsempfinden in den kleineren Büro, gepaart mit einer zentralen Projektverwaltung und -abwicklung auf höchstem technischen Niveau, und durch ständige Weiterbildungsmaßnahmen hat sich die Allianz, so ihre Eigendarstellung, mittlerweile als eine echte Konkurrenz zu den großen Planungsbüros Deutschlands etabliert. Das zeichnet das Konstrukt aus:

 

  • Die PlanerAllianz wirbt nur um Aufträge, die keine Gesellschafterin als eigenständiges Büro ableisten kann oder will. Sämtliche, durch die PlanerAllianz angenommenen Aufträge, sind deshalb On-Top zum eigenen Geschäft.
  • Die PlanerAllianz kann auf viele und aktuelle Referenzen in allen Bereichen zurückgreifen. Veraltete (5-Jahres-Frist) oder nicht vorhandene Referenzbauvorhaben sind für das einzelne Büro oft ein richtiges Problem.
  • Die ursprüngliche Eigenständigkeit aller Büros bzw. Gesellschafterinnen bleibt wie gehabt. Der Zusammenschluss bezieht sich ausschließlich auf gemeinsame Tätigkeiten.
  • Bisher lokal oder regional tätige Büros bekommen einen überregionalen, bundesweiten Auftritt und können sich damit über ihr bisheriges Wirkungsgebiet hinaus ausbreiten.
  • Spezialisierung möglich. Jede Kommanditistin kann sich dort auf ihre Stärken besser ausrichten und fokussieren, wo die anderen Leistungen über das Netzwerk der PlanerAllianz zur Verfügung stehen.
  • Eine Generalisierung ist gleichfalls möglich, da spezialisierte Beratungs- und Planungsleistungen (z.B. MSR-Technik, Gebäudeleittechnik, Instandhaltung, Betriebsführung und - Überwachung,…) über das Netzwerk der PlanerAllianz gebündelt und bezogen werden können.

Das Ingenieurwerk Hamburg (www.iw-hh.de)

Die Idee des Ingenieurwerk Hamburg ist ähnlich, nur breiter, weil „leistungsbildübergreifend“. Ziel war und ist es, unterschiedliche planerische und beratende Ingenieurdienstleistungen an einem Standort zu bündeln, um auf diese Weise fachlich übergreifende Synergien zu schaffen. Deshalb setzt sich das Ingenieurwerk aus spezialisierten und erfahrenen Ingenieuren, Architekten, Naturwissenschaftlern, IT-Experten, Beratern und Projektmanagern zusammen. Sie bündeln ihr Fachwissen und realisieren gemeinsam und hocheffizient unterschiedlichste Projekte.

 

Das Ingenieurwerk hat an sich höhere Ansprüche als „herkömmliche“ Gemeinschaftskonzepte: Es sieht sich als innovativen Arbeitsraum für Ingenieure, die sich als zukunftsorientierte, progressive, agile Unternehmer verstehen, deren berufliches Engagement auf Hingabe fußt und die in besonderem Maße Wert auf eine mensch-betonte, organische Arbeitskultur legen. Die Arbeitsgebiete aller Ingenieurwerk-Partner ergänzen sich im bestmöglichen Sinne, orientiert am Leistungsbedarf bestehender und zukünftiger Kunden.

 

Wesentlich für alle Ingenieurwerk Partner ist, dass sie (anders als bei der Planer Allianz) das Leistungsportfolio ergänzen. Jeder Unternehmer ist Spezialist auf seinem Gebiet. So erhält der Kunde alle Leistungen auf höchstem Niveau. Deshalb sucht das Ingenieurwerk noch Partner, die das Leistungsvermögen des gesamten Ingenieurwerks stärken; u. a. aus den Bereichen

  • Informationstechnologie
  • Energiekonzepte
  • Fördermittelberatung und gutachterliche Tätigkeiten
  • Baubiologie
  • Zertifizierer
  • Unternehmensberatung
  • Verfahrenstechnik und Anlagentechnik, Sicherheitstechnik, Lärmschutz

European network architecture (www.ena.ag)

ENA ist ein Wirtschaftsverband mit dem Ziel, über die Grenzen und Regeln von Branchen hinaus, eine globale Welt zu leben und mitzugestalten. Es ist ein wachsendes interdisziplinäres Netzwerk von mehr als 40 namhaften Architekten, Ingenieuren, Herstellern und Dienstleistern für verantwortungsvolles Bauen ‒ mit den Schwerpunkten aktiver Austausch, quer denken, verändern von Blickwinkeln. Auf dieser Grundlage entstehen neue Ansätze und Ideen, Visionen, Entwürfe, Planungen, Standards und Produkte, die ganzheitlich durchdacht zu zukunftsorientierten Lösungen führen ‒ für Menschen und Bauwerke.

 

Ena sieht sich als „Netzwerk der Besten“. Gesucht werden Marktführer, Macher, Initiatoren und Vordenker - die mit uns Ideen, Prozesse und Ergebnisse in und für Architektur, Bauwerke und Infrastruktur voranbringen. Engagement steht hier vor Reputation. Ziel ist es Partner zu finden, die inhaltlich und persönlich zur Weiterentwicklung des Qualitätsanspruches und zur Erweiterung der Kompetenzen des Netzwerkes einen spürbaren Beitrag leisten.

 

Zur Aufnahme erforderlich sind zwei Paten, die die Mitgliedschaft begleiten sowie das Einverständnis aller Mitglieder. Gerne sucht ena bei Interesse an ena das Gespräch mit Ihnen und lädt Sie zu einem ersten „Beschnuppern“ ein. „Ein Anruf/Email verbindet“.

Die Schlussfolgerung für Sie

Institutionalisierte Zusammenschlüsse auf der Planerseite gibt es noch überraschend wenig. Der Marktdruck ist wohl (noch) gering. Dabei sind die Konzentrationstendenzen unübersehbar. Der Schweizer Versorger BKW hat gefühlt „schon eine ganze Armada“ an deutschen Planungsbüros zusammengekauft; bei SWECO ist es ähnlich. Andere große Büros in Deutschland haben fusioniert und ihre Kompetenzen erweitert.

 

Was folgt daraus für Ihr Büro? Sie müssen sich fragen, welche Geschäftsfelder für Sie zukunftsträchtig sind und welche zum Büro passen. Das geht u. a. einher mit folgenden Fragen:

 

  • Will ich mir das Know-how dafür selbst aneignen?
  • Suche ich mir Büros, die das Know-how haben, und integriere sie in mein Büro?
  • Reicht es, strategische (institutionalisierte oder gar nur informelle) Partnerschaften mit Büros einzugehen, die das Know-how besitzen?

 

Ist das „klein und fein Bleiben“ Ihr Ziel, müssen Sie Ihr spezielles Know-how stets fortentwickeln. Egal, wohin Ihr Weg führen soll ‒ Sie müssen ihn irgendwann definieren und dann einschlagen.

Quelle: ID 46716451