· Fachbeitrag · Technische Ausrüstung
Qualität der Ausführungsplanung (Teil 4)
von Prof. Dipl.-Ing., Dipl.-Wirtsch.-Ing. Martin Vielhauer, Honorarsachverständiger für Technische Ausrüstung, München
Zu keinem Zeitpunkt streiten TA-Planer und Baufirmen mehr als bei der Übergabe der TA-Ausführungsplanung. Was sind die Ursachen und wie lässt sich das ändern? Diesen Fragen widmet sich diese mehrteilige Beitragsreihe: Im vierten Teil stehen die Fehlentwicklungen bei der AFU und deren Prüfung, die Vor- und Nachteile von BIM sowie die Honorarverteilung im Fokus.
„Akademisierung der Prüfung“ und Suche nach dem Optimum
In den letzten Jahren ist bei der Prüfung der AFU durch die ausführenden Firmen zunehmend ein neues Phänomen zu beobachten. Es geht dabei um eine eher theoretisierende Prüfung der Unterlagen durch die Baufirmen. Dabei wird die Ausführungsplanung nicht auf Defizite oder Unstimmigkeiten geprüft, sondern unter dem Deckmantel der Nebenleistung auf mögliche Optimierungen hin untersucht.
Die Gründe für dieses Vorgehen der Baufirmen sind vielfältig. Meist sollen Termine und Vertragsstrafen aufgebrochen oder die Basis für Nachträge gelegt werden. Das Vorgehen ist meist das Gleiche. Der Planer wird in technische Detaildiskussionen gezogen, meist vor dem Hintergrund vermeintlicher technischer Risiken für den Bauherrn oder Optimierungsvorschlägen. Diese Diskussionen werden dann meist mit umfangreichem Schriftverkehr in Form von Bedenken- und Behinderungsschreiben begleitet. Werden anschließend die Punkte geklärt oder zurückgewiesen, kommen am Folgetag weitere Nachfragen oder neue Themen. Die Liste der vermeintlich offenen Punkte wird immer länger.
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