· Fachbeitrag · Projektmanagement
IPA in der Praxis (Teil 3): Wie IPA-Verträge Zusammenarbeit gestalten
von Dipl.-Ing. Gunnar Schuchhardt (Bauingenieurwesen) IPA-Berater und Coach; Gründer der Beratungsgesellschaft Condots
Seit 2018 wird in Deutschland das Projektabwicklungsmodell IPA bei Bauvorhaben eingesetzt. Unser Autor begleitete eines der ersten vollständig nach IPA umgesetzten Projekte für den Pharmariesen Bayer (SOL-1; Investition: 275 Mio. Euro) über den gesamten Projektlebenszyklus und betreut inzwischen weitere Projekte. In Teil 3 dieser Reihe beleuchtet er die Logik von Mehrparteienverträgen im IPA-Modell.
Warum Vertrauen allein nicht reicht
Kollaborative Projektabwicklung wird häufig mit Begriffen wie Offenheit, Vertrauen und gemeinsamer Verantwortung beschrieben. Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass diese Haltung allein nicht ausreicht. In komplexen Bauprojekten treffen unterschiedliche Interessen, Risiken und Verantwortlichkeiten aufeinander. Ohne passende Rahmenbedingungen geraten selbst gut eingestellte Teams schnell in klassische Projektlogiken zurück. IPA-Verträge verändern deshalb bewusst die Spielregeln im Projekt – und machen Zusammenarbeit nicht nur möglich, sondern wirksam.
Wer sich heute für ein IPA-Projekt bewirbt, begegnet dem Mehrparteienvertrag bereits früh im Vergabeverfahren. Häufig stehen den Bietern zunächst nur Eckpunktepapiere oder noch nicht vollständig ausgearbeitete Vertragsentwürfe zur Verfügung. Genau hier entsteht oft Unsicherheit: Welche Konsequenzen hat dieser Vertrag für die eigene Rolle, für Risiken und für die Zusammenarbeit im Projekt? Die Erfahrungen aus ersten IPA-Projekten zeigen: Der Mehrparteienvertrag ist kein Randdetail – er gestaltet die Struktur des Projekts und damit auch das Verhalten der Beteiligten.
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