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01.04.2011 |Anrechenbare Kosten

Neuerungen bei der Tragwerksplanung

Die Neue HOAI hat im Bereich der anrechenbaren Kosten bei der Tragwerksplanung gravierende Änderungen mit sich gebracht. Lernen Sie die Neuerungen kennen, um bei der Ermittlung der anrechenbaren Kosten zum HOAI-gerechten Honorar zu kommen. 

Neue Kostengruppenzuordnung

Essenziell ist, dass bei der Anwendung der Kostengruppengliederung gemäß § 48 Absatz 1 HOAI als Honorargrundlage durch die neue DIN 276 eine völlige Neuordnung durch neue Kostengruppen und dem neuen Ansatz von zehn Prozent bei den Kosten der Kostengruppe 400 eingetreten ist. So sind erstmals die Kosten der zentralen Betriebstechnik (alte DIN 276: Kostengruppe 3.3) als Bestandteil der Kostengruppe 400 nunmehr anrechenbar (10 Prozent gemäß § 48 Absatz 1 HOAI). Aber auch bei den einzelnen Kostengruppen haben sich weitreichende Änderungen ergeben 

Änderungen bei den einzelnen Kostengruppen

Neu ist, dass die Förderanlagen (zum Beispiel Aufzugsanlagen, Rolltreppen, Fassadenbefahranlagen), die nach der Alten HOAI der Kostengruppe 3.3 zugehörten, nun als Kostengruppe 460 zu den anrechenbaren Kosten gehören. 

 

Gleiches gilt für die Beleuchtung. Während sie nach der Alten HOAI nicht zu den anrechenbaren Kosten gehörte, ist sie nun als Bestandteil der Kostengruppe 440 anrechenbar. Die Blitzschutz- und Erdungsanlagen gehören ebenfalls zur Kostengruppe 440 und sind damit Bestandteil der anrechenbaren Kosten. 

 

Nutzungsspezifische Anlagen (Kostengruppe 470)

Besonders hervorzuheben sind die Kosten aus der Kostengruppe 470. Unter die nutzungsspezifischen Anlagen subsumiert werden unter anderem ortsfeste 

  • medizintechnische Anlagen,
  • küchentechnische Anlagen,
  • Tankstellenwaschanlagen,
  • Anlagen für Prozesswärme, -kälte und Luftanlagen,
  • Absauganlagen,
  • Feuerlöschanlagen sowie Bühnentechnik (Anlagentechnik).

 

Kostengruppe 490

Die Kostengruppe 490 ist ebenfalls von großer Bedeutung. Denn hier sind zum Beispiel provisorische technische Anlagen, Materialentsorgungs- und Abbruchkosten aus dem Bereich der Technischen Anlagen enthalten. Für den Bereich der Schwachstromanlagen gilt, dass zum Beispiel auch Übertragungsnetze und Telekommunikationsanlagen zu den anrechenbaren Kosten zählen. 

 

Kostengruppe 370

Darüberhinaus ist die Änderung bei den Kosten der Kostengruppe 370 als bedeutend einzustufen. Diese Kosten sind wie die Baukonstruktionen mit 55 Prozent der Kosten als anrechenbare Kosten anzusetzen. Zur Kostengruppe 370 gehören baukonstruktive Einbauten, die fest mit dem Bauwerk verbunden sind, wie zum Beispiel 

  • Einbautresenanlagen,
  • Schrankeinbauten als Raumteiler oder
  • baukonstruktive Einbauten in Sporthallen (zum Beispiel versenkbare Reckanlage).

 

Bezugnehmend auf die Kostengruppe 390 kann festgehalten werden, dass auch die Abbruchmaßnahmen (zum Beispiel bei Umbauten) einschließlich Materialentsorgung zu den anrechenbaren Kosten zählen.  

Zusammenfassende Übersicht

Die nachstehende Tabelle zeigt die anrechenbaren Kosten nach Kostengruppen gemäß § 48 Absatz 1 HOAI 2009. 

 

Bezeichnung 

Kostengruppe 

anrechenbar 

Bauwerk: Baukonstruktionen 

300 

55% der Kosten 

Baugrube 

310 

55% der Kosten 

Gründung 

320 

55% der Kosten 

Außenwände 

330 

55% der Kosten 

Innenwände 

430 

55% der Kosten 

Decken 

350 

55% der Kosten 

Dächer 

360 

55% der Kosten 

Baukonstruktive Einbauten 

370 

55% der Kosten 

Sonstige Maßnahmen für Baukonstruktionen 

390 

55% der Kosten 

 

Bauwerk: Technische Anlagen 

400 

10% der Kosten 

Abwasser-, Wasser- und Gasanlagen 

410 

10% der Kosten 

Wärmeversorgungsanlagen 

420 

10% der Kosten 

Lufttechnische Anlagen 

430 

10% der Kosten 

Starkstromanlagen 

440 

10% der Kosten 

Fernmelde- u. Informationstechnische Anlagen 

450 

10% der Kosten 

Förderanlagen 

460 

10% der Kosten 

Nutzungsspezifische Anlagen 

470 

10% der Kosten 

Gebäudeautomation 

480 

10% der Kosten 

Sonstige Maßnahmen für technische Anlagen 

490 

10% der Kosten 

 

 

Quelle: Ausgabe 04 / 2011 | Seite 12 | ID 143519