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·Fachbeitrag ·Schadenersatz

Möglichkeit der Drittschadensliquidation bedenken

| Bei einer Drittschadensliquidation, bei der der nach dem Vertrag Ersatzberechtigte Leistung an sich verlangt, ist es dessen Sache, die Ersatzleistung an den geschädigten Dritten weiterzuleiten. Nur wenn feststeht, dass der geschädigte Dritte tatsächlich nichts davon erhalten würde, ist es gerechtfertigt, den Anspruch zu versagen. Das Vorliegen eines solchen Ausnahmefalls ist vom Schädiger zu beweisen. |

 

Es kann passieren, dass der eigentlich Geschädigte keinen (ersatzfähigen) Schaden erleidet, weil ein Dritter auf seine Kosten den Schaden beseitigt. So im Fall des BGH (14.1.16, VII ZR 271/14, Abruf-Nr. 184721), in dem der Architekt des Halleninhabers pflichtwidrig einen Schaden am Hallenboden verursacht hat, der aber vom Pächter der Halle beseitigt wurde. Nach dem BGH ist der Eigentümer nicht gehindert, den Schaden des Pächters mittels Drittschadensliquidation geltend zu machen und den Ersatzbetrag an den Dritten weiterzuleiten.

 

MERKE | Für die Drittschadensliquidation ist maßgebend, dass der Schädiger keinen Vorteil erhalten soll, wenn ein Schaden, der eigentlich bei dem Vertragspartner eintreten müsste, zufällig aufgrund eines zu dem Dritten bestehenden Rechtsverhältnisses auf diesen verlagert ist (BGH WM 83, 416). Die Grundsätze der Drittschadensliquidation sind nur nicht anzuwenden, wenn sie zu einer dem allgemeinen Vertragsrecht widersprechenden Schadenshäufung führen würden (BGH NJW 85, 2475).

 
Quelle: Ausgabe 05 / 2016 | Seite 74 | ID 43982254