· Fachbeitrag · Kindeswohl
PAS: Kindliche Entscheidungskompetenzen richtig bewerten
von RAin Thurid Neumann, FAin Familienrecht, Mediatorin, Neumann & Neumann, Konstanz
Das Thema „Kindeswille vs. PA“ trifft den Nerv der Familienrechtler. In unserem Webinar zu dem Thema gab es wichtige Fragen aus der Praxis, die immer wieder gestellt werden. In diesem Beitrag werden sie beantwortet.
1. Gibt es zu Erinnerungskontakten zitierfähige Literatur?
Erinnerungskontakte sind strukturierte, informelle Begegnungen zwischen Eltern und Kindern. Sie dienen einerseits dazu, pathogene Spaltungsvorgänge zu verhindern, bei denen das Kind den Elternteil aus seinem Bewusstsein verbannt, und anderseits zu verhindern, irreale Annahmen über den getrennt lebenden Elternteil zu verinnerlichen.
Es geht darum, dem sich entwickelnden Kind zu ermöglichen, sein eventuell nicht eigenes Bild seines Elternteils in regelmäßigen Abständen einer Überprüfung zu unterziehen. Erinnerungskontakte zwischen dem nicht obhutsberechtigten Elternteil und dem Kind im Beisein einer (moderierenden) Drittperson gelten als eine minimale Alternative zum grundsätzlich nicht kindeswohlverträglichen Kontaktabbruch“ (Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, Geschäfts-Nr.: PQ240072-O/U).
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