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·Fachbeitrag ·Betriebsausgaben

Geschenke an Arbeitnehmer: Aufwendungen erfolgreich absetzen

von StB Dipl.-Kauffrau Vera Frey, Waltrop

| In vielen Kanzleien bedanken sich die Vorgesetzten bei ihren Mitarbeitern zum Jahresende für die gute Zusammenarbeit mit kleinen Geschenken. Was ist zu beachten, damit das Geschenk tatsächlich nicht nur dem Finanzamt Freude bereitet? Im Folgenden erhalten Sie einige Informationen, wie Sie als Arbeitgeber (ArbG) die Aufwendungen als Betriebsausgaben abziehen und der Arbeitnehmer (ArbN) das Geschenk nicht versteuern muss. |

1. Arbeitgeber: Betriebsausgabenabzug beim Arbeitgeber

Geschenke an eigene ArbN kann der ArbG uneingeschränkt als Betriebsausgaben geltend machen, wenn sie betrieblich veranlasst sind. Sie sind betrieblich veranlasst, wenn der ArbG das Geschenk nur macht, weil das Arbeitsverhältnis besteht. Schenkt der ArbG aus privaten Motiven, kann er die Aufwendungen nicht als Betriebsausgaben abziehen.

2. Arbeitnehmer: Lohnsteuer- und Sozialversicherungspflicht

Grundsätzlich gehören nicht nur die in Geld gezahlten Vergütungen zum lohnsteuerpflichtigen Arbeitslohn, sondern auch Sachzuwendungen. Für Sachgeschenke gelten allerdings folgende Ausnahmen:

 

  • Beschenkt der ArbG den ArbN oder seinen Angehörigen anlässlich eines besonderen persönlichen Ereignisses (z.B. Geburtstag, Heirat) bis zu einem Bruttowert von 60 EUR, liegt eine sogenannte Aufmerksamkeit vor. Aufmerksamkeiten zählen nicht zum Arbeitslohn und unterliegen auch nicht der Sozialversicherungspflicht. Begünstigt sind nur Sachgeschenke, also z.B. ein Buch, eine Weinflasche oder eine Theaterkarte.
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  • Geschenkgutscheine, die einen Wertbetrag angeben, sind begünstigt, wenn sichergestellt ist, dass sie nicht bar ausgezahlt werden können.
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Wichtig | Die 60 EUR-Grenze gilt anlassbezogen und kann innerhalb eines Jahres mehrmals genutzt werden. Hierbei handelt es sich um eine Freigrenze. Das Geschenk muss also vollumfänglich als steuerpflichtiger Arbeitslohn behandelt werden, wenn die Grenze überschritten wird.

 

  • Der ArbG kann seinem ArbN jeden Monat ohne besonderen Anlass ein Geschenk im Bruttowert von bis zu 44 EUR machen. Hierzu gehören z.B. Weihnachtsgeschenke (sogenannte Belohnungsgeschenke). Begünstigt sind auch hier nur Sachgeschenke. Wird diese Freigrenze nicht überschritten, ist das Geschenk ebenfalls steuer- und sozialversicherungsfrei.

 

Erfüllt das Geschenk diese Voraussetzungen nicht, z.B. weil die Freigrenze (44 EUR) nicht eingehalten wird, kann der ArbG das Sachgeschenk pauschal mit 30 Prozent versteuern und die Steuer für den ArbN übernehmen. Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer sowie die Sozialversicherungsabgaben.

 

Wichtig | Diese sogenannte Lohnsteuerpauschalierung ist nach §  37b EStG nur für Sachgeschenke anwendbar, und das Sachgeschenk darf nur zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden.

 

 

Quelle: Ausgabe 12 / 2015 | Seite 215 | ID 43697811