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·Fachbeitrag ·Apothekenentwicklung

Arzneiverordnungsreport 2011: Erste AMNOG-Folgen für den GKV-Markt sind erkennbar

von Apotheker und Unternehmensberater Dr. Reinhard Herzog, Tübingen

| Zu Beginn des Herbstes wurde wieder der aktuelle Arzneiverordnungsreport 2011 vorgestellt. 465 Mio. Rezeptblätter (+ 2,6 Prozent) mit 791 Mio. Verordnungen (+ 0,6 Prozent) stellen die diesjährige Datenbasis der Vollerhebung aller Rezepte dar. Mit 626 Mio. blieb die Zahl der Fertigarzneimittel-Verordnungen hingegen weitgehend konstant. Die ersten Bremsspuren des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) werden sichtbar. |

Die Datengrundlage

Die Datengrundlage 2010 für den Arzneiverordnungsreport 2011 hat sich höchstens in Nuancen verändert: Der Arzneiverordnungsreport beschränkt sich traditionell auf den GKV-Markt. Somit werden sämtliche Privatverordnungen (= über 15 Prozent des Gesamtverordnungsmarktes) nicht erfasst. Zwar umfasst die GKV ca. 70 Mio. Bürger; jedoch tragen 8,9 Mio. Privatversicherte sowie rund drei Mio. in Sondersystemen (wie freie Heilmittelfürsorge der Polizei, Bundeswehr usw.) einen nicht unerheblichen Teil zum Verordnungsmarkt bei. Zudem erhalten GKV-Versicherte das eine oder andere Privatrezept ausgestellt, auch für verschreibungspflichtige Produkte. Der Privatverordnungsmarkt tritt daher mit rund 4,5 bis 5 Mrd. Euro Umsatz pro Jahr (davon wird nur etwa die Hälfte von der PKV erstattet) verstärkt aus seiner Schattenrolle heraus, ohne hier jedoch berücksichtigt zu sein.

 

  • GKV-Markt 2010 (inklusive Umsatzsteuer)
Betrag
(Mio. Euro brutto)
+/-
(Prozent)
Verordnungen(Mio. Stück)

GKV-Nominalumsatz vor allen Abschlägen und Rabatten, inklusive Nicht-Fertigarznei-mitteln und Praxisbedarf

36.884

+ 4,2

791

Tatsächliche GKV-Ausgaben nach KV 45*

30.848

+ 1,6

791

Nicht-Fertigarzneimittel und Rezepturen

4.469

+ 1,0

96

Praxisbedarf

1.381

- 15,3

69

Zuzahlungen

2.041

+ 10,7

-

Apothekenrabatte

1.157

- 20,9

-

Herstellerrabatte (ohne Einzelverträge)

1.529

+ 74,7

-

Einzel-, Rabattverträge (enthalten in KV 45)

1.309

+ 54,7

-

GKV-Fertigarzneimittelumsatz

29.725

+ 4,3

626

* Rechnungsergebnisse der GKV

 

Der GKV-Fertigarzneimittelumsatz von 29,7 Mrd. Euro enthält die Umsatzsteuer, die Zuzahlungen sowie die Apotheken- und Herstellerrabatte. Nicht enthalten sind Nicht-Fertigarzneimittel (Rezepturen, Hilfsmittel etc.) sowie der Sprechstundenbedarf.

 

Der in der Apotheke ankommende Nettoumsatz mit Fertigarzneimitteln fällt rund 24 Prozent niedriger aus. Nach Umsatzsteuer und Abschlägen betrug er in 2010 ca. 22,7 Mrd. Euro, das macht 1,06 Mio. Euro je Apotheke. Endgültig ist dieser Wert nicht, da er auf einem Kassenabschlag von 1,75 Euro je Rx-Packung beruht, der bekanntlich immer noch nicht endgültig ist. Zu den 22,7 Mrd. Euro kommen noch Sprechstundenbedarf, Nicht-Fertigarzneimittel sowie Rezepturen inklusive der sehr ungleichmäßig verteilten Spezialrezepturen hinzu. Auch ohne die Spezialrezepturen machen diese Segmente ohne die Fertigarzneimittel rund 2,6 Mrd. Euro netto aus - gut 120.000 Euro je Apotheke (obwohl eine typische Apotheke keine Spezialrezepturen verkauft).

Auswertung der Rezeptblätter

Rechnet man diese Ergebnisse auf ein GKV-Patientenrezept herunter, enthält ein Rezept statistisch nach wie vor

  • ca. 1,4 Rx-Arzneimittelpackungen (Kombimodell),
  • etwa 0,15 Non-Rx-Arzneimittel sowie
  • etwa 0,25 Nicht-Arzneimittel (wobei hier oftmals die Verordnung auf separaten Hilfsmittel-Rezepten erfolgt).

 

Unter Berücksichtigung der üblichen Rabatte ergibt sich ein Rohertrag je Rezept von unverändert rund 12 Euro im reinen Kombimodell-Bereich. Durch die verschlechterten Großhandelsrabatte steht dieser Wert ab 2011 unter Druck. Bei Nicht-Rx-Arzneimitteln bzw. Hilfsmitteln sieht die Ertragslage schlechter aus - doch dieser Ertrag kommt hinzu.

 

Die Zahl der verordneten Tagesdosen (DDD) - also der tatsächliche Arzneimittelverbrauch - hat um 3,5 Prozent auf nunmehr 35,4 Mrd. wieder stark zugenommen. Das sind statistisch rund 435 DDD pro Bundesbürger.

 

Dass die stagnierenden Packungszahlen damit nicht korrespondieren, liegt am weiter fortschreitenden Trend zu N3-Großpackungen. Diese stellen in der GKV nunmehr 51,1 Prozent der Verordnungen (in 2004 waren es erst 41,8 Prozent). Die N1-Packungsgröße ist im gleichen Zeitraum von einem Anteil von 29,7 Prozent auf 23,3 Prozent abgerutscht und die N2-Packung von 28,1 auf 25,5 Prozent. Für die Kundenzahlen der Apotheken verheißt das nichts Gutes: Größere Packungen bedeuten seltenere Besuche; im OTC-Segment macht der Versandhandel mit Wachstumsraten von 10 Prozent weiterhin Probleme.

Wer verordnet was?

Welche Arztgruppe verordnet was? Bedenken Sie bei der Beurteilung der „Verordnungswertigkeit“ eines Arztes, dass die angegebenen Daten lediglich Durchschnittswerte sind. Die Patientenzahlen und damit die Verordnungen der einzelnen Praxen streuen jedoch ganz erheblich. Deshalb sollte immer eine Individualbetrachtung der einzelnen Praxen vor Ort vorgenommen werden. Bundeslandspezifische Abweichungen (so liegen die neuen Bundesländer traditionell an der Verordnungsspitze) kommen hinzu, verblassen aber meistens vor der individuellen Situation. Außerdem spielt der Anteil an Privatverordnungen eine große Rolle und kann im Einzelfall sogar das GKV-Segment übertreffen.

 

Kaum überraschend stehen die Onkologen weiter unangefochten an der Spitze (wobei hier noch Individualrezepturen im Bruttowert von rund 2,3 Mio. Euro je Arzt hinzukommen). Es folgen wie in den Vorjahren die Nervenärzte und Neurologen, Lungenfachärzte und Nephrologen. Sie schreiben ebenfalls netto für über 300.000 Euro GKV-Fertigarzneimittelrezepte aus. Bei gleichzeitig guten Verordnungszahlen bleiben zahlenmäßig traditionell die Hausärzte und Internisten am bedeutsamsten. Patientenfrequenz - mit fast 6.000 Verordnungen - bringen weiterhin die Kinderärzte.

 

  • Verordnungen nach Arztgruppen in 2010*
Arztgruppe
GKV-Umsatz
in Euro brutto
GKV-Umsatz in Euro netto circa
Wert je VO in Euro netto circa
Zahl VO 2010
Rang nach Umsatz
Rang nach VO-Zahl

Hämatologen / Onkologen

1.305.000

1.089.000

298,10

3.653

1

7

Nervenärzte

641.000

529.000

100,70

5.255

2

4

Neurologen

613.000

509.000

169,30

3.007

3

8

Pneumologen

432.000

355.000

71,30

4.979

4

5

Nephrologen

375.000

309.000

84,50

3.656

5

6

Weitere Internisten

366.000

302.000

106,80

2.828

6

9

Hausärztlich tätige Internisten

334.000

268.000

32,50

8.252

7

1

Hausärzte

262.000

209.000

27,00

7.732

8

2

Psychiater

204.000

167.000

68,60

2.436

9

11

Sonstige

202.000

166.000

89,90

1.846

10

14

Urologen

201.000

165.000

69,80

2.364

11

12

Gastro-enterologen

197.000

163.000

122,20

1.334

12

17

Hautärzte

132.000

107.000

39,00

2.742

13

10

Kinderärzte

114.000

88.000

15,10

5.837

14

3

Gynäkologen

73.000

59.000

45,10

1.308

15

18

Augenärzte

72.000

58.000

29,30

1.980

16

13

Kardiologen

62.000

50.000

44,20

1.132

17

19

HNO-Ärzte

56.000

45.000

26,80

1.681

18

15

Anästhesisten

54.000

44.000

76,70

574

19

21

Orthopäden

54.000

43.000

27,60

1.559

20

16

Chirurgen

24.000

19.000

25,70

739

21

20

Alle Ärzte

212.000

171.000

38,30

4.464

* GKV-Fertigarzneimittel ohne Rezepturen, Hilfsmittel, Praxisbedarf. Nettowerte nach Abzug von Umsatzsteuer und pauschalem Apothekenrabatt.

Die Präparate-Hitliste

Die „Top 3“-Präparate nach Wert (unkorrigierter Bruttoumsatz inklusive Umsatzsteuer und vor Abzug von Rabatten) sind:

 

  • Humira (493 Mio. Euro, + 16,9 Prozent)
  • Enbrel (407 Mio. Euro, + 12,6 Prozent)
  • Seroquel (325 Mio. Euro, + 25,4 Prozent)

 

Die „Top 30“ der Umsatzbringer befinden sich in der Klasse von über 100 Mio. Euro GKV-Jahresbruttoumsatz. Sie erfordern allein bereits Ausgaben von 6,6 Mrd. Euro (+ 15 Prozent) und entsprechen damit 22 Prozent des Gesamt-Fertigarzneimittelumsatzes. In der dreistelligen Millionenklasse spielen inzwischen vereinzelt auch Präparate mit generischen Wirkstoffen wie zum Beispiel Simvastatin 1A Pharma eine Rolle. Gewonnene Rabattverträge sind hier der entscheidende Schlüssel.

 

Nach Häufigkeit der Verordnungen ergibt sich folgendes Ranking:

 

  • L-Thyroxin Henning (7,16 Mio. Verordnungen)
  • neu: Ibuflam Lichtenstein (7,05 Mio.)
  • Novaminsulfon-ratiopharm (6,94 Mio. mit einer Zuwachsrate von erstaunlichen 55 Prozent)

 

Die „Top 100“ der verordnungsstärksten Präparate stellen 32,2 Prozent der Verordnungen (weiterhin steigend), 18,8 Prozent nach Wert (etwa gleichbleibend) und 36,4 Prozent der definierten Tagesdosen (deutlich steigend). Die „Top 1.000“ haben dementsprechend 78,9 Prozent, 62,1 Prozent und 81,1 Prozent. Eingeschlossen sind alle Packungsgrößen und Darreichungsformen der jeweiligen Arzneimittel, sodass die Schichtung nach Apothekenpositionen anders aussieht. Insgesamt ist ein weiter fortschreitender Konzentrationsprozess festzustellen.

 

Die im GKV-Markt umsatzstärksten Hersteller (nach Einzelfirmen und Brutto-Fertigarzneimittelumsatz) sind in neuer Reihenfolge:

 

  • Novartis Pharma (1.533 Mio. Euro, + 15,7 Prozent)
  • Hexal (1.492 Mio. Euro, - 22,2 Prozent)
  • Sanofi Aventis (1.384 Mio. Euro, + 3,4 Prozent).

 

Pfizer liegt auf Platz 4, Ratiopharm erreicht knapp dahinter mit fast 1.200 Mio. Euro Umsatz Platz 5. Danach kommt der Stada-Konzern, wenn man die Tochterfirmen (Aliud Pharma, cell pharm) hinzurechnet.

 

Hintergrund |

Der Markt wird insgesamt von 375 pharmazeutischen Herstellern (mit einem GKV-Fertigarzneimittelumsatz über 100.000 Euro pro Jahr) bestritten. Insgesamt wurden rund 2.500 Wirkstoffe verordnet. Die Top 50 der Anbieter vereinigen dabei 81 Prozent des Umsatzes auf sich.

Verordnungsbild nach Indikationen

Nach Indikationen ergibt sich folgendes Verordnungsbild:

 

  • Umsätze und Verordnungen nach den häufigsten Indikationsgebieten in 2010*
Indikationen
VO (Mio. pro Jahr)
Brutto-umsatz (Mio. Euro)
Brutto-umsatz je VO (in Euro)
VO je Apotheke statistisch pro Jahr
Bruttoumsatz je Apotheke pro Jahr (in Euro)

Herz-Kreislauf-Mittel (alle)

122,5

3.705

30,24

5.714

172.803

Analgetika, Antirheumatika

76,1

2.222

29,19

3.549

103.624

Psychopharmaka

47,5

2.578

54,27

2.215

120.238

Magen-Darm-Mittel

46,6

1.460

31,34

2.174

68.116

Antibiotika/Antiinfektiva

44,5

1.716

38,55

2.076

80.014

Antidiabetika

30,2

1.889

62,55

1.409

88.102

Antiasthmatika

25,4

1.723

67,83

1.185

80.364

Schilddrüsenmittel

22,0

347

15,77

1.026

16.180

Diuretika

21,5

393

18,26

1.003

18.307

Dermatika

20,4

515

25,22

951

23.997

Lipidsenker

18,4

709

38,52

858

33.055

Antithrombotische Mittel

16,7

901

53,93

779

42.006

Ophthalmika

15,7

492

31,34

732

22.952

Sexualhormone

11,8

420

35,58

550

19.580

Rhinologika/Sinusitismittel

11,0

91

8,28

513

4.249

Antiepileptika

9,1

808

88,80

424

37.691

* sortiert nach Verordnungszahl

In den Fokus rücken inzwischen die Orphan Drugs gegen seltene Erkrankungen. Seltene Erkrankungen kommen zwar bei nur weniger als 0,5 Promille der Bevölkerung vor, dafür gibt es aber 5.000 bis 7.000 solcher zum Teil noch gar nicht endgültig verstandener Krankheitsbilder. Demzufolge ist die Summe der Betroffenen überraschend hoch (etwa 30 Mio. in den EU-27-Staaten). In Deutschland hatten im vergangenen Jahr 58 Präparate Orphan-Drug-Status (EU gesamt: 64 Mittel), weitere 65 zugelassene Präparate stammen aus Nicht-EU-Staaten ohne eine entsprechende europäische Kennzeichnung. Insgesamt macht diese Spezies der Spezialarzneimittel inzwischen einen Bruttoumsatz in der GKV von mindestens 1,64 Mrd. Euro aus.

 

Hintergrund |

Die Durchschnittskosten je Patient betragen rund 250.000 Euro pro Jahr bei der Enzymersatztherapie lysosomaler Speicherkrankheiten, 50.000 Euro bei seltenen Krebserkrankungen und knapp 25.000 Euro bei der seltenen Form der pulmonalen Hypertonie. Da die Zahl der oft sehr teuren Präparate nicht zuletzt durch die Fördermaßnahmen der EU stark wächst, ist hier auch künftig mit einer starken Ausgabendynamik zu rechnen. Für die Apotheke heißt es allerdings: Umsatz ist nicht gleich Ertrag!

Nicht-Fertigarzneimittel

Die Nicht-Fertigarzneimittel machen in 2010 etwa 4,47 Mrd. Euro brutto (+ 1,0 Prozent) vor allen Abschlägen aus. Bei den Rezepturen ist jedoch zu beachten, dass allein 1,9 Mrd. Euro auf Zytostatika-Individualanfertigungen (+ 10,9 Prozent) und 631 Mio. Euro auf patientenspezifisch hergestellte, parenterale Ernährungslösungen (- 15,2 Prozent) entfallen. Das ist ein Nischenmarkt, der jedoch nur von gut 300 Spezial-Apotheken mit entsprechendem Labor sowie einigen Großanbietern bzw. Verbundunternehmen bedient wird.

 

  • Nicht-Fertigarzneimittel GKV in 2010*
Kategorie
Verordnungen
(Mio. Stück)
Wert je VO
(Euro brutto)
Bruttoumsatz
(Mio. Euro)

Zytostatika-Zubereitungen

2,6 Mio.

731,86

1.895 Mio.

In-vitro-Diagnostika

23,4 Mio.

31,58

740 Mio.

Hilfsmittel

39,5 Mio.

11,30

446 Mio.

Parenterale Ernährung, individuell hergestellt

0,6 Mio.

1.012,02

631 Mio.

Pflaster und Verbandstoffe

13,0 Mio.

22,40

292 Mio.

Klassische Magistralrezeptur

8,8 Mio.

21,84

192 Mio.

* brutto vor Abzug von Rabatten und Umsatzsteuer

 

Für die klassische Offizinapotheke bedeuten die In-vitro-Diagnostika (vor allem Teststreifen) mit 613 Mio. Euro (- 11,5 Prozent) sowie die Hilfsmittel mit 446 Mio. Euro (- 18 Prozent) die größten Anteile am Nicht-Fertigarzneimittelmarkt. Die klassische Magistralrezeptur bringt relativ wenig: je Apotheke nur rund 410 Rezepturen im Jahr (Gesamtwert von rund 9.000 Euro brutto), ebenfalls mit deutlich abnehmender Tendenz. Dagegen ist der Sprechstundenbedarf mit insgesamt ca. 1,38 Mrd. Euro und 64.000 Euro je Apotheke immer noch bedeutsam. Doch die rückläufigen Impfstoffe machen sich hier negativ bemerkbar.

 

Fazit |

Die ersten Auswirkungen des AMNOG mit deutlich erhöhten, gesetzlichen Herstellerabschlägen sowie den Rabattverträgen werden insbesondere auf Ebene der Herstellerumsätze sichtbar. Da die Apothekenumsätze auf Listen-Herstellerpreisen beruhen (die mit den realen Fabrikumsätzen immer weniger gemein haben), sehen zumindest die Umsatzwerte auf Apothekenseite freundlicher aus. Hersteller und Apotheken leisteten in 2010 Rabatte und Abschläge von fast 4 Mrd. Euro, die Patienten weitere 2 Mrd. Euro Eigenanteil.

Rund ein Sechstel des GKV-Arzneimittel-Gesamtkuchens entfällt inzwischen auf Rabatte und Eigenbeteiligungen. Insbesondere bei den Rabattverträgen ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht; Größenordnungen jenseits der zwei Mrd. Euro (in 2010: 1,3 Mrd. Euro) sind absehbar. Das bedeutet, dass sich die Apotheken mit diesem zunehmend wirksamen Kostendämpfungsinstrument wohl noch länger abfinden müssen.

Weiterführender Hinweis

  • Zum Nachlesen: Schwabe, Paffrath: Arzneiverordnungsreport 2011, Springer Verlag 2011, ISBN 978-3-642-21991-7, Preis: 49,95 Euro
Quelle: Ausgabe 11 / 2011 | Seite 3 | ID 29666430