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  • ·Fachbeitrag ·Bericht

    Hausärzte verordnen die meisten DiGAs ‒ Tinnitus-App an der Spitze

    | In einem Bericht des GKV-Spitzenverbands zur Versorgung mit digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) finden sich einige interessante Trends für Hausärzte, die im Untersuchungszeitraum etwa jede dritte DiGA verordnet haben. Besonders beliebt waren Apps gegen Tinnitus, Rückenschmerzen und Adipositas. |

     

    Hausärzte bei DiGA-Verordnungen vorne

    Der Bericht (beim GKV-Spitzenverband online unter iww.de/s6175) nimmt den Zeitraum 01.09.2020 bis 30.09.2021 genauer unter die Lupe. In den untersuchten 13 Monaten wurden rund 50.000 DiGAs ärztlich verordnet, davon wurden knapp 40.000 auch in diesem Zeitraum eingelöst. Die überwiegende Mehrheit (fast 90 Prozent) aller eingelösten Freischaltcodes sind dabei auf Verordnungen eines Vertragsarztes oder Vertragspsychotherapeuten zurückzuführen. Weitere zehn Prozent waren direkt von der Krankenkasse genehmigt worden. 20 verschiedene DiGAs standen im untersuchten Zeitraum zur Verfügung. Inzwischen ist das Verzeichnis mit den zur Verfügung stehenden DiGAs auf mehr als 30 Apps angewachsen (DiGA-Verzeichnis beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte [BfArM] online unter diga.bfarm.de).

     

    Allgemeinmediziner haben 9.100 der insgesamt 35.000 DiGA-Vertragsarzt-Verordnungen unterzeichnet, das sind rund 32 Prozent. Dahinter folgen Hals-Nasen-Ohren-Ärzte (ca. 20 Prozent) und Orthopäden (ca. 17 Prozent). Die „Verordnungs-Hits“ unter den Apps heißen

    • Kalmeda (bei Tinnitus, ca. 8.600 Verordnungen),
    • Vivira (bei Rückenschmerzen, ca. 8.000 Verordnungen),
    • Zanadio (bei Adipositias, ca. 6.100 Verordnungen),
    • M-sense (bei Migräne, ca. 4.600 Verordnungen) und
    • Somnio (bei Schlafstörungen, ca. 4.500 Verordnungen).

     

    GKV-Spitzenverband findet DiGA zu teuer

    Der GKV-Spitzenverband nutzte die DiGA-Bilanz, um auch Kritikpunkte zu benennen. So würden die gesetzlichen Bedingungen, unter denen DiGAs in den gesetzlichen Leistungskatalog integriert sind, zu wenig Wert auf den positiven Versorgungsnutzen für Patienten legen und zu überhöhten Preisen führen.

     

    Stefanie Stoff-Ahnis aus dem Vorstand des GKV-Spitzenverbands erklärte: „Der Bericht zeigt: Bei den DiGAs ist nicht alles Gold, was glänzt. Obwohl der Gesetzgeber mit einem großen Vertrauensvorschuss den Herstellern maximalen Freiraum geschaffen hat, um Produkte auf den Markt zu bringen, die die Versorgung der Versicherten maßgeblich verbessern, konnten die Erwartungen bisher kaum erfüllt werden.“ Gleichzeitig räumt Stoff-Ahnis ein, dass DiGAs großes Potenzial hätten. Sie könnten Brücken schlagen zwischen Patienten, deren Behandelnden, den Versorgungsbereichen und den unterschiedlichen Fach- und Berufsgruppen.

    Quelle: Ausgabe 06 / 2022 | Seite 5 | ID 48087983