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  • ·Fachbeitrag ·Bericht

    Hausärzte verordnen die meisten DiGAs ‒ Tinnitus-App an der Spitze

    | In einem Bericht des GKV-Spitzenverbands zur Versorgung mit digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) finden sich einige interessante Trends für Hausärzte, die im Untersuchungszeitraum etwa jede dritte DiGA verordnet haben. Besonders beliebt waren Apps gegen Tinnitus, Rückenschmerzen und Adipositas. Über die Abrechnungsmöglichkeiten bei der DiGA-Verordnung berichtete AAA im April 2021 (AAA 04/2021, Seite 7). |

     

    Hausärzte bei DiGA-Verordnungen vorne

    Der Bericht (Pressemitteilung mit Link zum Bericht beim GKV-Spitzenverband online unter iww.de/s6175) nimmt den Zeitraum 01.09.2020 bis 30.09.2021 genauer unter die Lupe. Im Berichtszeitraum wurden rund 50.000 DiGAs ärztlich verordnet, davon wurden knapp 40.000 auch in diesem Zeitraum eingelöst. Die überwiegende Mehrheit (fast 90 Prozent) aller eingelösten Freischaltcodes gehört dabei zu einer Verordnung eines Vertragsarztes oder Vertragspsychotherapeuten. Weitere 10 Prozent waren direkt von der Krankenkasse genehmigt worden. 20 verschiedenen DiGAs standen zur Verfügung. Inzwischen ist das Verzeichnis mit den zur Verfügung stehenden DiGAs auf 31 Apps angewachsen (DiGA-Verzeichnis beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte [BfArM] online unter diga.bfarm.de).

     

    Allgemeinmediziner haben 9.100 der insgesamt 35.000 DiGA-Vertragsarzt-Verordnungen unterzeichnet, das sind rund 32 Prozent, dahinter folgen Hals-Nasen-Ohren-Ärzte (ca. 20 Prozent) und Orthopäden (ca. 17 Prozent). Die „Verordnungs-Hits“ unter den Apps heißen

    • Kalmeda (gegen Tinnitus, ca. 8.600 Verordnungen),
    • Vivira (gegen Rückenschmerzen, ca. 8.000 Verordnungen),
    • Zanadio (gegen Adipositias, ca. 6.100 Verordnungen),
    • M-sense (gegen Migräne, ca. 4.600 Verordnungen) und
    • Somnio (gegen Schlafstörungen, ca. 4.500 Verordnungen).

     

    GKV-Spitzenverband findet DiGA zu teuer

    Der GKV-Spitzenverband nutzte die erste DiGA-Bilanz, um auch Kritikpunkte zu benennen. So würden die gesetzlichen Bedingungen, unter denen die DiGA in den gesetzlichen Leistungskatalog integriert sind, zu wenig Wert auf den positiven Versorgungsnutzen für Patienten legen und zu überhöhten Preisen führen.

     

    Stefanie Stoff-Ahnis aus dem Vorstand des GKV-Spitzenverbands erklärte: „Der Bericht zeigt: Bei den DiGA ist nicht alles Gold, was glänzt. Obwohl der Gesetzgeber mit einem großen Vertrauensvorschuss den Herstellern maximalen Freiraum geschaffen hat, um Produkte auf den Markt zu bringen, die die Versorgung der Versicherten maßgeblich verbessern, konnten die Erwartungen bisher kaum erfüllt werden.“ Gleichzeitig räumt Stoff-Ahnis ein, dass DiGA großes Potenzial hätten. Sie könnten Brücken schlagen zwischen Patienten, deren Behandelnden, den Versorgungsbereichen und den unterschiedlichen Fach- und Berufsgruppen.

    Quelle: ID 48087983