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·Fachbeitrag ·IGeL

Gesundheitsuntersuchung - nicht nach Vorschrift, sondern individuell!

von Dr. med. Bernhard Kleinken, Pulheim

| Früherkennung ist hausärztliche Kernkompetenz. Die „routinemäßige“ Gesundheitsuntersuchung nach EBM-Nr. 01732 ist aber nicht für jeden Patienten ausreichend. Alles, was über den Richtlinien-Inhalt hinausgeht, ist nur als IGe-Leistung (IGeL) erbringbar. AAA stellt Ihnen eine Tabelle zur Verfügung, die mögliche IGeL und deren Abrechnung nach GOÄ enthält. |

 

Viele Wege führen nach Rom!

Übergewicht, Rauchen, Besorgnis wegen bei Bekannten aufgetretener Erkrankungen usw. usw. - es gibt viele Gründe, die individuell abgestimmte zusätzliche Untersuchungen (auch aus Sicht des Patienten) nötig machen können. Viele Wege führen hier zum Ziel:

 

  • Bei besonders gesundheitsbewussten Patienten, die die Untersuchung schon vor dem 36. Lebensjahr oder häufiger als im 2-Jahres-Intervall möchten, ist der einfachste Fall der IGeL der, dass die Gesundheitsuntersuchung nach der Nr. 29 GOÄ erbracht wird.

 

  • Bei Patienten, bei denen - ohne dass ein konkreter Krankheitsverdacht besteht (dann wäre die Untersuchung als Leistung zulasten der GKV möglich) - mehr als der Richtlinieninhalt angezeigt ist, sind die zusätzlichen IGeL individuell zu wählen: Macht sich zum Beispiel ein Patient Sorgen, weil ein Nachbar trotz regelmäßiger Gesundheitsuntersuchung „plötzlich“ dialysepflichtig ist, ist bei ihm eine Untersuchung angezeigt, die früher als der Harnstreifentest Nierenschädigungen aufdeckt. Bei einem symptomlosen Patienten von 40 Jahren, der nicht raucht und Sport treibt, erscheint ein EKG oder Belastungs-EKG entbehrlich. Ist der Patient aber zum Beispiel 60 Jahre alt, übergewichtig, raucht und bewegt sich nicht ausreichend, erscheinen weitere Untersuchung zwingend.

 

Deshalb ist es sinnvoll, das IGeL-Angebot der Ergänzungen zur Gesundheitsuntersuchung entsprechend ihrem Charakter als „individuelle Gesundheitsleistung“ nicht schematisch zu gestalten, sondern in Modulen, die für den jeweiligen Patienten „abrufbar“ sind. Deren Gestaltung ist nicht nur individuell in Bezug auf die Erfordernisse der verschiedenen Patienten, sondern selbstverständlich auch in Bezug auf die medizinische Einschätzung der Indikation und Wertigkeit durch den Arzt vorzunehmen.

Alle Module auf einen Blick

Die folgende (nicht abschließende) Tabelle enthält mögliche IGeL und deren Abrechnung nach GOÄ. Die Module überschneiden sich zum Teil und es sind die jeweiligen Abrechnungsbestimmungen der GOÄ zu beachten.

 

Modul

Art der Leistung

GOÄ-Ziffern

„Gesundheitsuntersuchung“

(im GKV-Umfang, aber außerhalb der Anspruchsberechtigung)

Gesundheitsuntersuchung

Blutentnahme

Gesamtcholesterin

Glucose

Urinuntersuchung

29

250

3562.H1

3514 oder 3560

3511

„Ultraschallmodul“

Organ-Ultraschall

410 (oder 417 -Schilddrüse)

+ 3 x 420

„Labormodul“

Blutabnahme

250

Blutsenkung

3501

Blutbild

3550

„Labormodulw“

Differentialblutbild

3551

HDL-Cholesterin

3563.H1

LDL-Cholesterin

3564.H1

Triglyceride

3565.H1

Harnsäure

3583.H1

Harnstoff

3584.H1

„Labormodul“

Kreatinin

3585.H1

Alkalische Phosphatase

3587.H1

g-GT

3592.H1

GOT

3594.H1

GPT

3595.H1

Kalzium

3555

Kalium

3557

„Herzmodul“

Ruhe-EKG

651

Belastungs-EKG

652

„Lungenmodul“

Lungenfunktionsprüfung

605

Flussvolumenkurve

605a

„Gefäßmodul“

Duplex-Untersuchung der hirnversorgenden Arterien

410 + 3 x 420 + 645

Duplex-Untersuchung der hirnversorgenden Arterien

410 + 3 x 420 + 645

„Nierenmodul“

Ultraschalluntersuchung

410 + 420

Urinsediment

3531 oder 3532

Albumin i.U.

3735

Blutabnahme

250

Cystatin C

3754 analog

„Schilddrüsenmodul“

Ultraschalluntersuchung

417

Blutabnahme

250

TSH

4020

 

 

Quelle: Ausgabe 05 / 2013 | Seite 8 | ID 39246070