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·Fachbeitrag ·Der GOÄ-Spiegel

Abrechnungshinweise für alle Ärzte

von Dr. med. Bernhard Kleinken, Pulheim

| Im GOÄ-Spiegel greifen wir Fragestellungen aus GOÄ-Seminaren und Leserzuschriften auf. |

Terminvereinbarung oder Beratung?

In der allgemeinen Bestimmung Nr. 7 vor Abschnitt B der GOÄ heißt es „Terminvereinbarungen sind nicht berechnungsfähig.“ Ob aber im Gespräch mit dem Patienten eine nicht berechenbare Terminvereinbarung oder eine berechenbare Beratungsleistung vorliegt, hängt von den genauen Inhalten des (telefonisch oder im direktem Kontakt erfolgten) Gesprächs ab.

 

Eine Terminvereinbarung ist eine Terminvereinbarung und sonst nichts. Wird im Gespräch nur ein Termin abgestimmt, ist dies nicht berechenbar. Dabei ist gleich, ob die Terminvereinbarung durch die Helferin oder den Arzt erfolgte und ob sich der Termin auf die Arztpraxis selber oder zum Beispiel auf eine andere Praxis oder ein Krankenhaus bezog. Werden dem Patienten aber anlässlich einer Terminvereinbarung durch die Helferin oder den Arzt auch medizinische Inhalte vermittelt, so ist dieser Teil des Gesprächs gegebenenfalls eine berechenbare Leistung.

 

Ob und welche GOÄ-Ziffer abrechenbar ist, richtet sich nach der Person aufseiten der Praxis und dem Inhalt des Gesprächs. Bei Kontakt einzig mit der Helferin käme Nr. 2 GOÄ infrage: Übermittlung von Befunden oder ärztlichen Anordnungen durch die Arzthelferin. Erfolgt das Gespräch mit dem Arzt, kommen die Nrn. 1 und 3 GOÄ (Beratungen) infrage.

 

Während bei der Nr. 2 GOÄ aber schon die Übermittlung von Befunden (zum Beispiel werden dem Patienten Laborwerte mitgeteilt und dabei ein neuer Termin vereinbart) ausreicht, muss die Beratung durch den Arzt darüber hinaus gehen. Reine Befundmitteilungen durch den Arzt sind nicht berechnungsfähig. Sie sind mit der damit im Zusammenhang stehenden Leistung (zum Beispiel der Laborleistung) abgegolten (Anmerkung zu Nr. 75 GOÄ). Es dürfte aber auch ein Ausnahmefall sein, dass ein Arzt lediglich Befunde mitteilt. Im Regelfall erfolgen dazu einige Erläuterungen, zum Beispiel Hinweise auf deren Bedeutung für die Symptomatik, notwendige weitere Untersuchungen, die Fortsetzung der Medikation usw., sodass eine Beratung erfolgte, die je nach Dauer mit Nr. 1 oder Nr. 3 GOÄ berechenbar ist.

 

Auch beim Gespräch mit der Helferin kann anlässlich der Terminvereinbarung eine Art der Beratung („Helferinnenberatung“) erfolgen, zum Beispiel nach Schilderung des Anlasses der Terminvereinbarung (Schilderung der Symptomatik) der Rat „Bitte kühlen Sie bis dahin und belasten Sie den Fuß möglichst wenig, legen Sie ihn beim Sitzen hoch“. Das wäre dann eine „Übermittlung von ärztlichen Anordnungen“, die aber, weil durch die Helferin erfolgt, nur mit Nr. 2 GOÄ berechenbar bleibt.

 

Im GOÄ-Ratgeber des Deutschen Ärzteblatts vom 4. Oktober 2013 werden einige „Fallkonstellationen“ dargestellt und es wird zu deren Berechenbarkeit Stellung genommen: „Der Patient bekommt Laborwerte von der Helferin mitgeteilt. Wegen Auffälligkeiten wird im selben Gespräch ein Termin vereinbart. Der Termin findet jedoch nicht am Tag der Terminvereinbarung statt“.

 

In diesem Beispiel ist die Nr. 2 GOÄ berechnungsfähig. Der Hinweis darauf, dass der neue Termin nicht am Tag der Terminvereinbarung stattfindet, ist allerdings missverständlich. Denn der Berechnungsausschluss der Nr. 2 neben anderen Gebühren bezieht sich nicht auf den Tag, sondern gilt „anlässlich einer Inanspruchnahme des Arztes“. Fand die Helferinnenberatung zeitlich deutlich getrennt (nicht zum Beispiel mit direkter Weiterleitung zum Arzt) von der Inanspruchnahme des Arztes statt (zum Beispiel vormittags und nachmittags), sind dies nicht dieselben „Inanspruchnahmen“. Um Nachfragen vorzubeugen, sollten bei Berechnung der Nr. 2 und anderer Gebühren am selben Tag daher stets die verschiedenen Uhrzeiten in die Rechnung aufgenommen werden.

Die Nrn. 403 und 418 sind nicht nebeneinander ausgeschlossen

Bei Berechnung der Nr. 403 GOÄ (Zuschlag transkavitäre Untersuchung) und 418 GOÄ (Mammasonographie) wird der Zuschlag nach Nr. 403 von einigen Kostenträger regelhaft gestrichen. Das wäre richtig, wenn nur eine Mammasonographie erfolgt wäre. Meist erfolgt in derselben Sitzung aber auch eine transvaginale Untersuchung der Beckenorgane (zum Beispiel Uterus und Adnexe), die mit der Nr. 420 GOÄ berechnet wird. Und dazu ist die Nr. 403 berechnungsfähig.

 

Anscheinend beruht die Streichung auf der Prüfsoftware der Kostenträger. In vielen Fällen half es, die Nr. 403 GOÄ in der Rechnung direkt nach Nr. 420 mit der dazugehörigen Organbenennung anzuführen. Ansonsten bleibt nur, dem Kostenträger seinen Fehler zu erklären.

Vektorkardiographie neben EKG

Die Berechnung der Nr. 657 GOÄ neben anderen EKG-Untersuchungen wird häufig wegen (angeblicher) „Leistungsüberschneidungen“ abgelehnt. Die Vektorkardiographie ist aber in der GOÄ neben anderen EKG-Leistungen eigenständig angeführt. Weder enthalten die anderen EKG-Leistungen die Vektorkardiographie in ihren Leistungsbeschreibungen, noch gibt es in der GOÄ entsprechende Abrechnungsausschlüsse. Hinzuweisen ist auch auf die Bewertungen: Die Nrn. 651 und 657 GOÄ sind gleich bewertet. Wie soll da eines im anderen enthalten sein?

 

Allerdings ist die Nr. 657 nur dann berechnungsfähig, wenn für die Durchführung auch eine (nicht häufig vorkommende) Indikation vorlag (eine Folgerung aus § 1 GOÄ: „medizinische Notwendigkeit“). Keineswegs ist Nr. 657 GOÄ berechenbar, wenn eine Vektorkardiographie nur deshalb durchgeführt wurde, „weil die Geräte das hergeben“ (nicht erfunden, sondern tatsächlich als „GOÄ-Tipp“ anderenorts angetroffen).

Quelle: Ausgabe 02 / 2014 | Seite 15 | ID 42486037