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·Fachbeitrag ·ABC der Abrechnung

„H“ - Herpes zoster

von Dr. Dr. med. Peter Schlüter, Reilingen, www.vita-lco.de 

| Herpes Zoster ist eine Viruserkrankung, mit der fast jeder Mensch infiziert ist. Die Krankheit wird durch das zur Familie der Herpesviren gehörende Varizella-Zoster-Virus (VZV) ausgelöst. Das Virus wird häufig bereits in der Kindheit übertragen und verursacht in dieser Lebensphase die Windpocken. Ein Herpes Zoster ist immer eine endogene Reaktivierung einer früheren VZV-Infektion. |

Diagnostik und Therapie

Die Diagnose eines Herpes Zoster wird vorwiegend auf der Basis der klinischen Symptome gestellt. Spezielle virologische Nachweisverfahren sind nur bei komplizierten Verläufen (Beteiligung des Zentralnervensystems, generalisierter Zoster) oder bei unsicheren klinischen Zeichen notwendig.

 

  • Die wichtigsten ICD-10-GM Schlüsselnummern*
Diagnose
ICD-10

Herpes-Infektion

B00.9

Herpes simplex

B00.9

Herpes anogenital

A60.9

Herpes urogenitalis

A60.0

Herpes zoster

B02.9

Herpes zoster labialis

B00.1

Herpes zoster generalisatus

B02.7

Zoster conjunctivae

B02.3

Zoster-Neuralgie

B02.2

 

* Zur Abrechnung ist die Zusatzkennung mit A=Ausschluss, G=Gesichert, V=Verdacht, Z=Zustand nach.. zwingend vorgeschrieben. Lokalisationsangabe ist fakultativ: R=rechts, L=links, B=beidseits.

 

Wichtig für eine erfolgreiche Therapie und eine Reduktion der Postzosterneuralgie ist die frühzeitige medikamentöse Behandlung mit Virostatika. In komplizierteren Fällen (Beteiligung des Auges, des Ohres, des Rückenmarks) ist eine intravenöse Behandlung erforderlich - in der Regel unter Zugabe von starken Schmerzmitteln. Bei etwa 8 Prozent der betroffenen Patienten können die akuten Schmerzen nicht durch Schmerzmittel beeinflusst werden. Etwa 30 Prozent der Fälle von Postzosterneuralgie sind oftmals schwer zu behandeln. Die Betroffenen haben noch vier bis fünf Wochen (teilweise auch länger) nach der Verkrustung diffuse oder lokal begrenzte, teils starke Schmerzen).

Der Fall

Ein 52-jähriger übergewichtiger Patient (179cm, 104kg), arbeitet als Lagerist in einem Supermarkt. Er berichtet über sehr starke Rückenschmerzen im Lendenwirbelsäulenbereich, die seit etwa drei Tagen bestünden. Die Schmerzen seien bewegungsunabhängig und hätten eher stechenden Charakter. Er habe schon öfter berufsbedingte Rückenschmerzen gehabt, die seien jedoch immer anders gewesen. Da hätte ihn jede Bewegung geschmerzt. Jetzt sei das jedoch nicht der Fall. Die Schmerzen würden sich bei Bewegungen der Wirbelsäule nicht ändern. Bei der körperlichen Untersuchung zeigte sich an der Wirbelsäule eine Blockade zwischen L4 und L5 in Links-Seitneigung sowie eine reaktive Myogelose. Neurologische Defizite im Bein konnten im Rahmen der neurologischen Untersuchung ausgeschlossen werden. Auffallend war jedoch im Segment L4 auf der rechten Seite eine 5 cm breite und etwa 30 cm lange quer verlaufende papulopustulöse Effloreszenz. Es handelte sich um ein typisches Bild eines Herpes zoster.

 

  • Konsultation: Diagnostik/Chirotherapie
EBM
GOÄ

Ziffern

Punkte

Euro

Legende

Ziffern

Punkte

03000

157

15,90

Versichertenpauschale / Beratung

1

80

-*

-

-

Untersuchung Bewegungsapparat

7

160

-*

-

-

Neurologische Untersuchung

800

195

03040

144

14,59

Hausärztliche Vorhaltepauschale

-

-

-*

-

-

Dermatoskopie

750

120

30201

71

7,19

Chirotherapie

3306

148

 

* Diese Leistungen sind im EBM nicht gesondert berechnungsfähig. Als Bestandteil des Anhangs 1, gelten diese Leistungen mit der Versichertenpauschale als abgegolten.

 

Es wurde noch eine Auflichtmikroskopie durchgeführt. Die Diagnose wurde dem Patienten erklärt und auch die Wirbelblockade chirotherapeutisch gelöst. Die Abrechnungspositionen sind im EBM die Nr. 30201, deren Abrechnung die Genehmigung durch die zuständige KV voraussetzt. Nach GOÄ wird die Chirotherapie mit der Nr. 3306 abgerechnet. Deren Abrechnung ist nicht an einen speziellen Qualifikationsnachweis gebunden. Dem Patienten wird ein Virustatikum und ein Schmerzmittel verordnet und ein Kontrolltermin vereinbart. Nach einer Woche sind die Hauteffloreszenzen in Rückbildung und teils auch abgetrocknet. Der Patient berichtet jedoch über fortbestehende Schmerzen. Die Schmerztherapie wird angepasst und der Verlauf mit dem Patienten erörtert.

 

  • Konsultation: Beratung
EBM
GOÄ

Ziffern

Punkte

Euro

Legende

Ziffern

Punkte

03230

90

9,12

Erörterung

3

150

-*

-

-

Symptombezogene Untersuchung

5

80

 

* Diese Leistungen sind im EBM nicht gesondert berechnungsfähig. Als Bestandteil des Anhangs 1, gelten diese Leistungen mit der Versichertenpauschale als abgegolten.

 

Im weiteren Verlauf bildete sich die Hautveränderung zurück. Die Schmerzen dauerten etwa noch sechs Wochen an, bis sie komplett abgeklungen waren.

 

  • Tabelle Herpes zoster
Diagnose
ICD-10-GM*
Leistung
EBM-Abrechnung
GOÄ-Abrechnung

GO-Nr.

Punkte

Euro

GO-Nr.

Punkte

Euro/Faktor: 2,3

Euro/Faktor: 3,5

Herpes-Infektion

B00.9

Versichertenpauschale

03001

236

23,91

1

 

3***

80

10,72

16,32

Herpes simplex

B00.9

03002

150

15,20

Herpes anogenital

A60.9

03003

122

12,36

150

20,11

30,60

Herpes uzrogenitalis

A60.0

03004

157

15,90

Herpes zoster

B02.9

03005

210

21,27

Herpes zoster labialis

B00.1

Vorhaltepauschale

03040

144

14,59

-****

-

-

-

Herpes zoster generalisatus

B02.7

Untersuchung Abdomen

-**

-

-

7

160

21,45

32,64

Zoster conjunctivae

B02.3

Neurologische Untersuchung

-**

-

-

800

195

26,14

39.78

Zoster-Neuralgie

B02.2

Beratung

-**

-

-

1

80

10,72

16,32

Hausärztliches Gespräch/Erörterung

03230

90

9,12

3

150

20,11

30,60

Auflichtmikroskopie

-**

-

-

750

120

16,09

24,48

 

* Zusatzkennung: A=Ausschluss, G=Gesichert, V=Verdacht, Z=Zustand nach

** Diese Leistungen sind nach EBM nicht gesondert berechnungsfähig sondern mit anderen Pauschalen abgegolten

*** Die Leistung nach Nr. 3 GOÄ wäre für die Erörterung von 10 Minuten anstatt der Beratung nach Nr. 1 zu berechnen. Die GO-Nr. 3 ist nur alleine oder neben den Untersuchungsleistungen (GO-Nrn. 5, 6, 7, 8, 800, 801) zu berechnen.

**** Hier gibt es keine entsprechende Gebühr in der GOÄ

***** Leistungen mit reduzierten Gebührenrahmen (techn. Leistungen - F.:1,8 bzw. 2,5) (Labor - F.: 1,15 bzw. 1,3)

Quelle: Ausgabe 03 / 2014 | Seite 22 | ID 42530282