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  • ·Fachbeitrag ·ABC der Abrechnung

    „C“ ‒ Chronischer Kopfschmerz

    von Dr. med. Heiner Pasch, Kürten

    | Eine 36-jährige Frau sucht nach einem berufsbedingten Umzug an ihrem neuen Wohnort einen Hausarzt auf, der ihr von Kolleginnen empfohlen wurde. Die Patientin berichtet über gelegentliche, starke Kopfschmerzen, die seit etwa zwei Jahren überwiegend am Wochenende auftreten. Die Reaktion auf frei verkäufliche Schmerzmittel sei jedoch nur mäßig gewesen. Sie habe sich in akuten Fällen meist ausgeschlafen, wobei die Schmerzen nach zwei Tagen deutlich nachließen. | 

    Anamnese und Untersuchung

    Nachdem die Patientin vor etwa vier Monaten umgezogen war, kehren die Kopfschmerzen inzwischen jedoch in Abständen von nur drei Wochen wieder. Weil sie in ihrem Job dadurch sehr beeinträchtigt sei, habe sie sich entschlossen, einen Hausarzt aufzusuchen, der sich mit chronischen Schmerzen auskenne. An Medikamenten nehme sie seit zehn Jahren einen Ovulationshemmer. Beruflich ist die Patientin als Key-Account-Managerin in einer IT-Beratungsfirma tätig. Klinisch liegt ein guter AZ vor, die klinische Untersuchung inklusive einer eingehenden neurologischen Untersuchung zeigt keine pathologischen Befunde. Eine Standardlaboruntersuchung ist ebenfalls unauffällig.

    Diagnose und weiteres Prozedere

    Aufgrund der Anamnese und der Untersuchung geht der Hausarzt zunächst von einem primären chronischen Kopfschmerz aus. Für die nächste Attacke verordnet er zunächst ASS und MCP und vereinbart Folgetermine für eine ausführliche Kopfschmerzanamnese und die Abklärung einer psychosomatischen Komponente. Nachdem die Patientin zwischenzeitlich zwei Attacken gut beherrschen kann, meldet sie sich an einem Samstagabend gegen 21 Uhr mit starken linksseitigen Kopfschmerzen und heftigem Erbrechen. Der Hausarzt behandelt sie notfallmäßig in der Praxis. Er spritzt ihr MCP intravenös und legt eine ASS-Kurzinfusion an. 30 Minuten später geht es der Patientin dann besser und sie kann wieder nach Hause.