logo logo
Meine Produkte: Bitte melden Sie sich an, um Ihre Produkte zu sehen. Anmelden
Menu Menu
MyIww MyIww
Jetzt testen

·Fachbeitrag ·Hausarzt-EBM

Die Vergütung der neuen Leistungen im Quartal 4/2013 - wenig Licht und viel Schatten

| Wie angesichts der unterschiedlichen Honorarverteilungsregelungen zu erwarten, zeigt die Abrechnung des Quartals 4/2013 erhebliche Unterschiede bei der Vergütung der neuen Leistungen der Geriatrie, Palliativmedizin und Sozialpädiatrie. Nur sieben KVen vergüten die neuen Leistungen mit dem Orientierungswert von 10 Cent oder höher. In den anderen KVen ist der Punktwert deutlich niedriger. Unrühmlicher Spitzenreiter ist die KV Saarland mit einer Vergütungsquote von lediglich ca. 27 Prozent. |

Die Vergütung in den einzelnen KVen

In der nachfolgenden Tabelle haben wir für Sie die Vergütung der neuen Leistungen in den KVen im ersten Abrechnungsquartal zusammengestellt.

 

KV
Punktwerte in Cent

Geriatrie

Palliativmedizin

Sozialpädiatrie

Baden-Württemberg

8,00 *

Bayern

10,00

Berlin

18,62

Brandenburg

10,00

Bremen

7,00 *

10,00

Hamburg

3,51

Hessen

Vergütung im RLV

Mecklenburg-Vorpommern

3,468

Niedersachsen

10,00

Nordrhein

4,258

Rheinland-Pfalz

10,62

Saarland

2,70

Sachsen

10,00

Sachsen-Anhalt

4,10

4,10** / 9,10***

9,10

Schleswig-Holstein

10,00

Thüringen

3,899

Westfalen-Lippe

7,00 *

 

* Mindestquote; ** Hausärzte; *** Kinderärzte

Ursachen für die unterschiedlichen Punktwerte

Für die Vergütung der neuen Leistungen der Geriatrie, Palliativmedizin und Sozialpädiatrie stellten die Krankenkassen für das gesamte Jahr 2013 bundesweit ca. 124 Mio. Euro zur Verfügung. Viele KVen haben daher in ihren Honorarverteilungsmaßstäben (HVM) festgelegt, dass für diese neuen Leistungen ein Honorarkontingent nur in Höhe dieser zusätzlichen Zahlungen zur Verfügung steht. Wird dieses Kontingent überschritten, erfolgt nach dem HVM eine quotierte Vergütung. Andere KVen wiederum garantieren unabhängig von der Höhe der zusätzlichen Vergütung und dem Umfang der erbrachten Leistungen einen festen Punktwert von 10 Cent bzw. eine Mindestvergütungsquote. Das für diese „Punktwertgarantie“ benötigte Honorarvolumen vermindert in diesen KVen jedoch das Vergütungsvolumen für die budgetierten Leistungen (RLV und QZV).

 

Nach Aussage der stellvertretenden KBV-Vorsitzenden Frau Dipl.-Med. Regina Feldmann anlässlich der Vertreterversammlung der KBV am 26. Mai 2014 haben die Zahlungen der Krankenkassen in allen KVen nicht ausgereicht, um diese Leistungen mit dem Orientierungswert von 10 Cent zu vergüten. Besonders eklatant ist die Diskrepanz zwischen erbrachten Leistungen und ausgezahltem Honorar in den KVen Hamburg, Nordrhein, Saarland, Sachsen-Anhalt (nur Hausärzte) und Thüringen: dort beträgt der Punktwert nicht einmal 5 Cent, also weniger als 50 Prozent.

 

Besonderheit Berlin

Der extrem hohe Punktwert von 18,62 Cent in Berlin beruht im Wesentlichen auf den Ergebnissen der Honorarverhandlungen 2013. Die KV Berlin konnte nämlich für 2013 zusätzliche Zahlungen der Krankenkassen für diese Leistungen vereinbaren.

 

Besonderheit Hamburg

In Hamburg beträgt die Vergütungsquote für die neuen Leistungen lediglich 34,40 Prozent. Da jedoch der regionale Punktwert in Hamburg für 2013 durch das Landesschiedsamt mit 10,2083 Cent festgesetzt wurde, errechnet sich daraus ein Vergütungs-Punktwert von 3,51 Cent.

 

Besonderheit Hessen

Die KV Hessen vergütet die neuen hausärztlichen Leistungen ausnahmslos innerhalb des RLV. Die durch den Bewertungsausschuss festgelegte anteilige Erhöhung der MGV für diese neuen Leistungen wurde - so die KV Hessen, bei der Ermittlung des Verteilungsvolumens für das RLV, also durch einen höheren RLV-Fallwert, berücksichtigt.

 

Besonderheit Sachsen-Anhalt

Die dortige KV hat getrennte Honorarkontingente für Haus- und Kinderärzte gebildet. Daher werden die von Hausärzten abgerechneten palliativmedizinischen Leistungen nur mit 4,10 Cent, die von Kinder- und Jugendärzten demgegenüber mit 9,10 Cent vergütet.

 

Besonderheit Bayern und Schleswig-Holstein

In diesen beiden KVen wurde das geriatrische Basisassessment nach Nr. 03360 innerhalb des RLV (Bayern) bzw. des PZV (Schleswig-Holstein) vergütet. Während in Bayern auch die das RLV übersteigenden Leistungen mit einem Punktwert von 10 Cent vergütet wurden, beträgt die Vergütungsquote der das Budget übersteigenden Leistungen in Schleswig-Holstein lediglich 36,75 Prozent.

Quelle: Ausgabe 06 / 2014 | Seite 5 | ID 42715461