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·Fachbeitrag ·EBM 2017

NäPa: Höhere Vergütung und erleichterter Zugang

| Der Bewertungsausschuss hat am 12.12.2017 Verbesserungen bei der Förderung von qualifizierten nichtärztlichen Praxisassistenten (NäPa) beschlossen. Der Beschluss beinhaltet zum einen eine Reduzierung der erforderlichen Fallzahlen für die Erteilung einer Abrechnungsgenehmigung. Zum anderen wurden Zuschläge beschlossen zur Förderpauschale nach Nr. 03060 und zu den NäPa-Besuchen nach den Nrn. 03062 und 03063 sowie eine Erhöhung des Höchstwerts der Förderung. Zudem kann die Nr. 03062 künftig auch für den ersten Besuch eines Patienten in Alten- oder Pflegeheimen bzw. in anderen beschützenden Einrichtungen berechnet werden. Die Regelungen gelten seit 01.01.2017, also schon ab diesem Quartal. |

Hintergrund

Im Rahmen der Honorarverhandlungen für 2015 hatten sich KBV und Krankenkassen auf eine zusätzliche - extrabudgetäre - Zahlung von ca. 118 Mio. Euro jährlich zur Finanzierung der Leistungen von NäPa, speziell von Hausbesuchsleistungen, verständigt. Zu diesem Zweck wurden zum 01.01.2015 die Nrn. 03060, 03062 und 03063 in den EBM aufgenommen. Die Auswertung der Abrechnungsergebnisse des Jahres 2015 hat jedoch gezeigt, dass für die Vergütung der Leistungen nach den Nrn. 03060, 03062 und 03063 weniger als die Hälfte des zugesagten Betrags von 118 Mio. Euro benötigt wurde. KBV und Krankenkassen haben sich deshalb auf Anpassungen bei den Leistungen für ärztlich angeordnete Hilfeleistungen im EBM mit dem Ziel der Ausschöpfung der bereitgestellten Finanzmittel ab 2017 verständigt.

Die neuen Mindestfallzahlen

Bisher mussten Hausarztpraxen in den letzten vier Quartalen durchschnittlich

  • mindestens 860 Behandlungsfälle je Hausarzt und Quartal (bei mehreren Hausärzten in der Praxis je weiterem Hausarzt zzgl. 640),

oder

  • mindestens 160 Behandlungsfälle je Hausarzt und Quartal bei Patienten, die älter als 75 Jahre sind (bei mehreren Hausärzten in der Praxis zzgl. 120)

nachweisen.

 

Diese Fallzahlen wurden jetzt deutlich abgesenkt. Gefordert werden ab 2017 nur noch

  • mindestens 700 Behandlungsfälle je Hausarzt und Quartal (bei mehreren Hausärzten in der Praxis je weiterem Hausarzt zzgl. 521),

oder

  • mindestens 120 Behandlungsfälle je Hausarzt und Quartal bei Patienten, die älter als 75 Jahre sind (bei mehreren Hausärzten in der Praxis zzgl. 80).

 

Damit erfüllen wesentlich mehr Hausarztpraxen eine der Voraussetzungen für die Förderung. Die nunmehr erforderlichen Fallzahlen für Hausarztpraxen zeigt die nachfolgende Tabelle:

 

Versorgungsaufträge (Tätigkeitsumfang)
Mindestzahlen

Behandlungsfälle

 

Pat. ab 75 Lbj.

1,0

700,0

oder

120

1,5

960,5

160

2,0

1.221,0

200

2,5

1.481,5

240

3,0

1.742,0

280

 

Die Erhöhung der Förderung

Der Strukturzuschlag nach der Nr. 03060 für Kosten wie Ausbildung, höhere Gehälter und zusätzliche Praxisausstattung wird deutlich angehoben. Dies geschieht durch einen Zuschlag zur Nr. 03060 in Höhe von 12 Punkten. Dieser Zuschlag wird mit der neuen Nr. 03061 von der zuständigen KV automatisch zugesetzt.

 

Gleichzeitig wird der Höchstwert für die Förderung von bisher 12.851 Punkten auf 23.800 Punkte erhöht, also fast verdoppelt. Die Förderung nach den Nrn. 03060 und 03061 beträgt jetzt über 2.500 Euro je Quartal bzw. über 10.000 Euro jährlich. Die Zuschläge werden damit statt bisher für ca. 584 Fälle für bis zu 700 Fälle gezahlt.

 

Unverändert gilt: Bei Hausärzten, die an einem Selektivvertrag (HzV-Verträge nach § 73b SGB V) teilnehmen, verringert sich die Anzahl der Zuschläge um die Zahl der Behandlungsfälle aus diesen Verträgen.

 

EBM-Nr.
Legende (Kurzfassung)
Punkte

03060*

Zuschlag zur Nr. 03040 bei Anstellung einer NäPa

22

(2,32 Euro)

03061*

Zuschlag zur Nr. 03060

12

(1,26 Euro)

 

*Höchstwert für die Nrn. 03060 und 03061: 23.800 Punkte bzw. 2.506,14 Euro

Die Zuschläge zu den NäPa-Besuchen

Für die Durchführung von Besuchen durch NäPa werden Zuschlagspositionen in den EBM aufgenommen:

 

  • Zuschlag Nr. 03064 (20 Punkte) für Besuche nach Nr. 03062,
  • Zuschlag Nr. 03065 (14 Punkte) für Besuche nach Nr. 03063.

 

Zudem kann jetzt auch der erste Besuch eines Patienten in Alten- oder Pflegeheimen bzw. in anderen beschützenden Einrichtungen über die höher bewertete Nr. 03062 abgerechnet werden. Bisher konnte dafür nur die geringer bewertete Nr. 03063 berechnet werden. Damit ist eine Angleichung der Leistungsinhalte der beiden GOP an die Besuchsleistungen des Kapitels 38 erfolgt (Details dazu in AAA 08/2016, Seite 6).

 

EBM-Nr.
Legende (Kurzfassung)
Punkte

03062

Aufsuchen eines Patienten zum Zweck der Versorgung

  • in der Häuslichkeit
  • und/oder
  • in Alten- oder Pflegeheimen
  • und/oder
  • in anderen beschützenden Einrichtungen
  • und/oder
  • Aufsuchen eines Patienten zum Zweck der postoperativen Versorgung im Rahmen der Gebührenordnungsposition 31600 (1. Besuch),

166

(17,48 Euro)

03064

Zuschlag zur Nr. 03062

20

(2,11 Euro)

03063

Aufsuchen eines weiteren Patienten derselben sozialen Gemeinschaft (z.B. Familie) zum Zweck der Versorgung

  • in der Häuslichkeit
  • und/oder
  • in Alten- oder Pflegeheimen
  • und/oder
  • in anderen beschützenden Einrichtungen
  • und/oder
  • Aufsuchen eines Patienten zum Zweck der weiteren postoperativen Versorgung im Rahmen der Gebührenordnungsposition 31600 (ab dem 2. Besuch),

122

(12,85 Euro)

03065

Zuschlag zur Nr. 03063

14

(1,47 Euro)

 

Übergangsregelung verlängert

Parallel zu den vorstehend skizzierten Änderungen haben KBV und Krankenkassen die zum 31. Dezember 2016 ausgelaufene Übergangsregelung in § 8 Abs. 3 der Delegationsvereinbarung (Anlage 8 zum Bundesmantelvertrag) für in Fortbildung befindliche Praxisassistenten bis zum 31. Dezember 2018 verlängert. Die neue Übergangsregelung sieht vor, dass Ärzte bereits dann eine Genehmigung erhalten, wenn mit der Fortbildung bereits begonnen wurde. Die Genehmigung wird in diesem Fall bis zum voraussichtlichen Abschluss der Ausbildung befristet - längstens für vier Quartale.

 

  • Annex
  • Nicht durchsetzen konnte sich die KBV mit ihrer Forderung, dass auch Versorgungsassistenten in der Hausarztpraxis (VERAH®) bundesweit als NäPa anerkannt werden, ohne eine zusätzliche Fortbildung absolvieren zu müssen.
  • Auch der KBV-Vorschlag, Behandlungsfälle aus Selektivverträgen, in denen keine Vergütung für NäPa erfolgt, bei der Berechnung des Höchstwerts des Strukturzuschlags nicht abzuziehen, wurde abgelehnt.
  • Die KBV konnte jedoch erreichen, dass die Hälfte der nicht „abgerufenen“ Finanzmittel weiterhin für die hausärztliche Versorgung zur Verfügung steht. Das sind für die Jahre 2015 und 2016 voraussichtlich rund 65 bis 70 Mio. Euro. Bis Ende März 2017 sollen Vorschläge erarbeitet werden, welche Leistungen und Strukturen in der hausärztlichen Versorgung mit dem Geld gefördert werden sollen.
 
Quelle: Ausgabe 01 / 2017 | Seite 3 | ID 44435358