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·Fachbeitrag ·EBM 2016

Medikationsplan: Kuriose Abrechnungsfälle

von Dr. med. Heinrich Weichmann, Lippetal

| Bei Patienten, die nicht die Voraussetzungen zum Ansatz der zum 01.10.2016 neu eingeführten GOP für den Medikationsplan (EBM-Nr. 03222, 10 Punkte) erfüllen, kann der Hausarzt das Erstellen eines Medikationsplans mit der Nr. 01630 (39 Punkte) abrechnen. Im Krankheitsfall ist die Nr. 01630 aber nur von einem Arzt bei demselben Patienten berechnungsfähig. Und auch wegen der gegenseitigen Abrechnungsausschlüsse der Nrn. 03220, der 01630 und der 03362 kann es kompliziert werden, wie die folgenden Beispiele zeigen. |

 

01630 bei einem geriatrischen Patienten

  • Im IV. Quartal 2016 wird bei einem „Nicht-Chroniker“ die Nr. 01630 für den Medikationsplan abgerechnet.
  • Im III. Quartal 2017 erfüllt dieser Patient die Voraussetzungen zur Berechnung der Geriatriepauschalen 03360 und 03362, etwa weil er inzwischen 70 Jahre alt geworden ist und außerdem eine Pflegestufe oder eine geriatrietypische Erkrankung vorliegt.
  • Die im IV. Quartal 2016 abgerechnete 01630 schließt aber die 03362 im Krankheitsfall (aktuelles und die drei folgenden Quartale - und damit im III. Quartal 2017) aus. Folge: Die 03362 (159 Punkte; 16,74 Euro ab 01.01.2017) wird gestrichen.

 

Berechnung der 01630 durch mehrere Hausärzte

  • Im IV. Quartal 2016 wird bei einem Nicht-Chroniker die Nr. 01630 für den Medikationsplan abgerechnet.
  • Zum I. Quartal 2017 wechselt der Patient zu einem anderen Hausarzt und bleibt bei diesem in Behandlung. Für das Erstellen des Medikationsplans rechnet auch der neue Hausarzt die 01630 ab.
  • Der neue Hausarzt stellt zum II. Quartal 2017 fest, dass der Patient inzwischen die Voraussetzungen zur Abrechnung der 03220 erfüllt und berechnet diese Position jedes Quartal ab dem II. Quartal 2017.
  • Die 03222 wird von der KV für das II., III. und IV. Quartal 2017 nicht zugefügt, da im 1. Quartal die 01630 abgerechnet wurde.
  • Erst einige Quartale später stellen die Krankenkassen nach Eingang der Quartalsabrechnungen und deren Zusammenführen fest, dass bei demselben Patienten die 01630 in demselben Krankheitsfall zweimal abgerechnet wurde. Folge: Dem Zweitabrechner wird die 01630 gestrichen.
  • Ab dem II. Quartal 2017 war aber der Patient bei dem neuen Hausarzt Chroniker mit Abrechnung der 03220. Da die 01630 gestrichen wurde, müssen diesem Hausarzt die vom II. bis zum IV. Quartal 2017 nicht vergüteten 03222 nachträglich rückvergütet werden.
  • Für den neuen Hausarzt ist die Streichung der 01630 als Zweitabrechner hinsichtlich der Vergütung zu verschmerzen: Die 01630 (39 Punkte; 4,11 Euro ab 01.01.2017) wurde gestrichen, dafür wird aber dreimal rückwirkend die 03222 gewährt (30 Punkte; 3,16 Euro ab 01.01.2017) - ein „Verlust“ von 95 Cent.
Quelle: Ausgabe 12 / 2016 | Seite 6 | ID 44376355