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·Fachbeitrag ·Digitalisierung

E-Health-Gesetz seit Beginn des Jahres in Kraft

von RA Tim Hesse, Dortmund, www.kanzlei-am-aerztehaus.de

| Zum Jahreswechsel 2015/2016 ist das Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen („E-Health-Gesetz“) in Kraft getreten. Als Teil des Vorhabens, flächendeckend nutzbringende elektronische Anwendungen für eine Verbesserung der Patientenversorgung einzuführen, bringt es in den kommenden Monaten einige Änderungen mit sich. |

 

Die Digitalisierung kommt - langsam und schrittweise

Auch wenn die Gesetzesfassung deutlich weiter greifen könnte, sind nach langen Diskussionen nun die Grundlagen für eine sektorenübergreifende elektronische Patientenakte geschaffen:

 

  • Ab Oktober 2016 haben Anwender mindestens dreier verordneter Arzneimittel im Rahmen der hausärztlichen Versorgung Anspruch auf Erstellung und Aushändigung eines Medikationsplans. Diesen hat der Arzt zunächst noch in Papierform und erst ab 2019 digital zu erstellen. Auf Patientenwunsch wirken Apotheker an der Plan-Aktualisierung mit.

 

  • Ab Juli 2017 soll es eine EBM-Ziffer für die ärztliche Video-Sprechstunde bei Bestands-Patienten geben.

 

  • Der ausschließich elektronische Versand von Arztbriefen wird vorerst nur im Jahr 2017 mit 55 Cent pro Brief gefördert - unter der Voraussetzung, dass der Arzt dabei die qualifizierte elektronische Signatur (QES) nutzt. Gänzlich zurückgestellt wurden der elektronische Entlassbrief und die Konzeption eines elektronischen Rezepts.

 

  • Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) soll zunächst weiterhin lediglich administrative Versichertendaten und - mit Einverständnis des Patienten - dessen Notfalldaten enthalten.

 

  • Bis Ende 2018 muss die Betreibergesellschaft der Telematikinfrastruktur (gematik) Maßnahmen durchführen, die es dem Patienten erlauben, etwa aus Smartphone-Apps oder Fitnessarmbändern selbst ermittelte Gesundheitsdaten in die digitale Infrastruktur einzuspielen. Dann sollen alle Patientendaten in einer elektronischen Akte bereitgestellt werden können. Für die Teilnahme an der Telematikinfrastruktur (TI) werden Router benötigt, die den Zugang zur TI herstellen und den Datenverkehr verschlüsseln (sog. Konnektoren). Deutliche Mehrkosten sollen den Arztpraxen dadurch aber, wie die Bundesregierung betont, nicht entstehen. Die Online-Anbindung aller Praxen muss bis spätestens Juli 2018 erfolgt sein. Denn dann soll mit dem Abgleich der Versichertenstammdaten auf der eGK die erste verpflichtende Online-Praxisanwendung bundesweit funktionieren. Wer daran nicht teilnimmt, wird Vergütungskürzungen hinnehmen müssen.
Quelle: Ausgabe 03 / 2016 | Seite 4 | ID 43848823