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Verordnungen

Muss der Arzt auch Medikamente für die Zeit stationärer Behandlungen verordnen?

Frage: „Injüngster Zeit kommen vermehrt Patienten zu mir in die Sprechstundeund fordern die Verordnung von Medikamenten für eine geplantestationäre Behandlung. Die Patienten werden durch das Krankenhausdazu aufgefordert – mit der Begründung, diese Medikamenteseien nicht vorhanden und müssten deshalb mitgebracht werden.

Bis jetzt konnte ich mich immer noch erfolgreichgegen diese Verordnungen wehren. Ich bin mir ziemlich sicher, dass diesnicht zulässig ist, und ich verordne auch nicht für diestationären Aufenthalte. Mir fehlt im Moment jedoch die Quellebzw. die entsprechende gesetzliche Grundlage, die ich den Patientengern vorlegen und in Kopie mitgeben würde. Können Sie mirweiterhelfen?“

Antwort:Aufforderungen von Krankenhäusern an Patienten, sich für denZeitraum der stationären Behandlung die notwendigen Medikamenteverordnen zu lassen, widersprechen der gegenwärtigen Gesetzeslage.In § 39 Abs. 1 SGB V ist unmissverständlich festgelegt, dassKrankenhausbehandlungen im Rahmen des Versorgungsauftrages desKrankenhauses alle Leistungen enthalten, insbesondere auch dieVersorgung mit Arznei- , Heil- und Hilfsmitteln.

Zwar ist auch uns bekannt, dass es häufigfür die Krankenhäuser nicht einfach ist, die Vielzahl derverschiedenen Medikamente, die für die stationär behandeltenPatienten erforderlich sind, vorrätig zu halten. Dies ändertjedoch nichts an der gültigen Gesetzeslage, nämlich dasswährend des stationären Aufenthaltes auch die Versorgung mitArzneimitteln durch das Krankenhaus gewährleistet sein muss.

Das gilt auch für Patienten, diekontinuierlich behandelt werden, so zum Beispiel mit Antikoagulantien,mit Medikamenten zur Behandlung eines Diabetes mellitus usw. Allerdingsmuss man einräumen, dass hier in Einzelfällen eineadäquate Lösung überdacht werden sollte, da es demKrankenhaus insbesondere bei Medikamenten, die relativ selten verordnetwerden, schwer fallen kann, das entsprechende Arzneimittelvorrätig zu halten oder zu besorgen. Insbesondere bei nurkurzfristigen stationären Behandlungen kann es daher sinnvollsein, dass der Patient die ambulant verordnete Medikation fortsetzt.

Sie sollten die betreffenden Krankenhäuserüber die eindeutige Gesetzeslage informieren, verbunden mit derBitte, entsprechende – nicht gesetzeskonforme –Informationen nicht mehr an die Patienten weiterzugeben.

Quelle: Abrechnung aktuell - Ausgabe 12/2003, Seite 9

Quelle: Ausgabe 12 / 2003 | Seite 9 | ID 100232