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  • 01.02.2006 | Selbstzahlerleistungen

    Befreiungsmanöver zur Bekämpfung von Schwindel – eine interessante IGeL-Leistung

    von Dr. med. Bernhard Kleinken, PVS Consult, Köln

    Eine der häufigsten Schwindelformen, besonders im Alter, ist der gutartige Lagerungsschwindel. Gebräuchliche Abkürzungen für diese Erkrankung sind „BPLS“ (benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel) und „BPPV“ (benign positional paroxysmal vertigo).  

     

    Der gutartige Lagerungsschwindel ist an sich relativ einfach diagnostizierbar und durch verschiedene Lagerungsübungen – so genannte „Befreiungsmanöver“ – mit sehr gutem Erfolg therapierbar. Da eine Abrechnung der Befreiungsmanöver über den EBM nicht möglich ist, kann diese Therapie bei Kassenpatienten aber nur als IGeL angeboten werden. Wegen der Häufigkeit der Erkrankung und weil keine Investitionen in Geräte nötig sind, handelt es sich um eine auch für Hausärzte interessante IGeL-Leistung.  

    Kennzeichen und Ursachen des Lagerungsschwindels

    Typisch für den gutartigen Lagerungsschwindel ist ein anfallsartiger Drehschwindel von kurzer Dauer (meist weniger als eine halbe Minute), der wenige Sekunden im Anschluss an Kopfbewegungen auftritt, zum Beispiel beim Bücken und Wiederaufrichten oder beim Aufstehen aus dem Bett. Die Beschwerden werden von den Betroffenen als sehr unangenehm empfunden und lösen häufig auch Angst und Unsicherheit aus, da eine ernste Ursache wie zum Beispiel ein Hirntumor befürchtet wird. Tatsächlich aber handelt es sich um eine relativ harmlose Erkrankung, die in vielen Fällen auch ohne besondere Behandlung wieder abklingt. Die meisten Patienten kommen wegen der als bedrohlich empfundenen Symptome früh zum Hausarzt; andere, wenn die Schwindelanfälle in Intervallen wieder auftreten.  

     

    Der gutartige Lagerungsschwindel entsteht durch eine Canalolithiasis. Otholithen oder Otholithenteile lösen sich durch Trauma oder Alterung aus dem Verbund der Statolithenorgane. Im hinteren Bogengang sinken sie an den tiefsten Punkt, so dass sie beim stehenden Patienten keine Beschwerden verursachen. Lageveränderungen bewirken eine Strömung der Partikel in der Endolymphe des hinteren Bogengangs und lösen damit den Schwindel aus.  

    Diagnose und Therapie des Lagerungsschwindels