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Privatliquidation

Können Erläuterungen zu Rechnungen gesondert liquidiert werden?

Frage:„Zunehmend versuchen Versicherer, bei Rechnungen,nachzubessern’ und zum Teil auch ihre Versicherten aufzuwiegeln.Dies ist ärgerlich, verursacht es doch Auf- wand. Außerdemkann das Arzt- Patienten- Verhältnis Schaden nehmen. ImÜbrigen stehen wir grundsätzlich auf dem Standpunkt,gegenüber Versicherern nicht rechenschaftspflichtig zu sein, weilder Vertragspartner der Patient ist bzw. bei uns als Kinderärztendie Eltern sind. Wer vergütet den Aufwand solcher oderähnlicher Recherchen/ Antworten? Darf ich diese gegebenenfallsisoliert in Rechnung stellen?“

Antwort: Aus denNebenpflichten zum Behandlungsvertrag ergibt sich, dass ein Arzt seinenPatienten bei der Erstattung der Rechnung behilflich sein muss. Leiderist dabei nicht geregelt, wie diese Hilfsleistungen zu vergütensind. Da in § 12 der GOÄ ausdrücklich geregelt ist, dassein Überschreiten der Schwellenwerte auf Nachfrage des Patientenerläutert werden muss, lässt sich hieraus ableiten, dasszumindest eine Nachfrage zu Schwellenwertüberschreitungen nichtvergütet werden kann.

Bei anderen schriftlichen Auskünften undErläuterungen zu Rechnungen sieht dies anders aus. Je nach Aufwandkann man durchaus versuchen, dies als kurze Auskunft (GOÄ- Nr. 70)oder als ausführliche Erläuterung (zum Beispiel GOÄ- Nr.75 analog) zu berechnen. Wenn sich allerdings herausstellt, dass dieRechnung tatsächlich fehlerhaft ist, also ein Verschulden desArztes vorliegt, ist es natürlich unangebracht, wenn man fürdie Erläuterung einer fehlerhaften Rechnung auch noch Geldverlangt. Hier sollte man sich nicht wundern, wenn der Patient dasHonorar zurückverlangt und seinerseits den ihm entstandenenAufwand in Rechnung stellt.

Fazit: Die Berechnungvon Erläuterungen zu Honorarforderungen ist zwar im Grundsatzmöglich, stellt jedoch eine Belastung desVertrauensverhältnisses zwischen Arzt und Patient dar. Hier giltes abzuwägen. Ferner sollte man eine Honorarforderung fürderartige Erläuterungen nur dann stellen, wenn man sich derRichtigkeit seiner Position gewiss ist.

Quelle: Abrechnung aktuell - Ausgabe 12/2003, Seite 11

Quelle: Ausgabe 12 / 2003 | Seite 11 | ID 100234