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Kassenabrechnung

Die wichtigsten Leistungen der Allgemeinmediziner, Praktischen Ärzte, Internisten und Kinderärzte

Wie verhält es sich mit den in der eigenenPraxis erbrachten Leistungen im Vergleich zum durchschnittlichenLeistungsspektrum der Arztgruppe? Die Beantwortung dieser Frage istauch deswegen von Bedeutung, weil der Fachgruppendurchschnitt derabgerechneten Leistungen in der KV als Grundlage fürWirtschaftlichkeitsprüfungen dient, bei denen dieHäufigkeiten der abgerechneten Leistungen des einzelnen Arztes mitdenjenigen des Fachgruppendurchschnitts verglichen werden.Auffällige Abweichungen führen zu Prüfungen und unterUmständen zu Regressen. Daher ist es wichtig, Vergleichszahlen zukennen, um potenzielle Regress- Gefahren ausfindig zu machen undgegebenenfalls gegenzusteuern.

Um Ihnen eine Vergleichsmöglichkeit IhresLeistungsspektrums mit dem Bundesdurchschnitt aller Ärzte IhrerFachgruppe zu ermöglichen, haben wir nachstehend diehäufigsten und zusätzlich die umsatzstärksten Leistungender Ärzte des hausärztlichen Versorgungsbereichs (Allgemein-/Praktische Ärzte, Internisten und Kinderärzte) aufgelistet,basierend auf den Abrechnungsergebnissen des Jahres 2001.

Kommentar zur Tabelle

Insgesamt spiegeln die 25 häufigstenLeistungen das typische hausärztliche Leistungsspektrum wider,nämlich Basisuntersuchungen und Erörterungen, ergänzt umBasis- Laboruntersuchungen. Dabei sticht der Stellenwert derLaboruntersuchungen besonders ins Auge: Zusammen mit der Labor-Grundgebühr und dem Labor-Wirtschaftlichkeitsbonus sind 11 der 25häufigsten Positionen aus dem Laborbereich.

Auffällig ist zudem, dass die Labor-Grundgebühr und der Labor- Wirtschaftlichkeitsbonus mit einerHäufigkeit von 87 auf 100 Fälle häufiger sind als dieOrdinationsgebühr Nr. 1. Zu erklären ist dies dadurch, dassdie Nrn. 3450 und 3452 für jeden kurativ-ambulantenBehandlungsfall gewährt werden – und damit auch fürFälle, in denen die Ordinationsgebühr Nr. 1 nicht abgerechnetwird. Beispiele: Im Folgequartal wird auf Grund eines Telefon-Kontaktes nur die Nr. 2 abgerechnet; bei alleiniger Ausstellung einesRezepts gelangt nur die Verwaltungsgebühr Nr. 3 zur Abrechnung.

Die in der Häufigkeitstabelle weit obenrangierenden Nrn. 3450, 3452 und 8066 (hausärztlicheGrundvergütung) werden in der Regel von der KV automatisch denAbrechnungen zugesetzt. Mancher Hausarzt wird sich nämlichwundern, warum die- se Positionen mit einer derartigen Häufigkeitin der Abrechnung auftauchen, obwohl er diese gar nicht abrechnet.

Weiter ist aus den häufigsten Leistungenabzuleiten, dass Hausärzte von ihren Patienten durchschnittlich imQuartal etwa 2,7 mal konsultiert werden, da beim erstenArzt-Patienten-Kontakt die Ordinationsgebühr Nr. 1 und bei jedemweiteren Kontakt die Konsultationsgebühr Nr. 2 abgerechnet wird,was zusammen eine Häufigkeit von 274 auf 100 Fälle ausmacht.Damit hat die Konsultationshäufigkeit im Laufe der Jahreabgenommen: Vor etwa zehn Jahren lag sie bei Hausärzten noch bei3,5 Kontakten pro Quartal.

Hausärztliche Internisten: Kaum Unterschiede zu Hausärzten

Die Häufigkeiten der von hausärztlichenInternisten abgerechneten Leistungen unterscheiden sich mit wenigenAusnahmen nicht von denjenigen der Allgemein- /Praktischen Ärzte.Häufiger abgerechnet werden das EKG nach Nr. 603 (13 mal auf 100Fälle), der Ganzkörperstatus nach Nr. 60 (10 mal auf 100Fälle) und die Oberbauchsonographie nach Nr. 378 (10 mal auf 100Fälle); weniger abgerechnet werden die Unzeitengebühr Nr. 5(5 mal auf 100 Fälle) und Hausbesuche nach Nr. 25 (9 mal auf 100Fälle).

Damit ist festzustellen, dass sich dasLeistungsspektrum der hausärztlichen Internisten und das derAllgemein- /Praktischen Ärzte zunehmend einander nähert.

Kinderärzte im hausärztlichen Versorgungsbereich

Bei den Kinderärzten haben wir diehäufigsten und die umsatzstärksten Leistungen in einerTabelle zusammengefasst, da die häufigsten Positionen auchdiejenigen mit einem nennenswerten Umsatz sind. In der Tabelleführen wir die ersten 30 Positionen auf, weil wir dieKinderfrüherkennungsuntersuchungen nach Nrn. 146 bis 148, die sichauf den Positionen 24 bis 30 finden, berücksichtigen wollen. DieRangfolge der häufigsten Ziffern ist natürlich nichtidentisch mit derjenigen der umsatzstärksten Ziffern. Um Ihnenauch hier Orientierungshilfe zu geben, haben wir die entsprechendenPlatzierungen in der Spalte „Rang beim Umsatz“ angegeben.

Kommentar zur Tabelle

Wie schon bei früheren Analysen fälltauf, dass Kinderärzte die Ordinationsgebühr Nr. 1 nur in 69von 100 Fällen abrechnen. Dies kann nur daran liegen, dass einTeil der Patienten ausschließlich zuFrüherkennungsuntersuchungen bzw. zur Durchführung vonSchutzimpfungen in die Praxis kommt, neben denen dieOrdinationsgebühr Nr. 1 nicht berechnungsfähig ist, wennkeine zusätzlichen kurativen Leistungen erbracht werden. Mitderselben Argumentation ist auch zu erklären, dass der Labor-Wirtschaftlichkeitsbonus und die Labor-Grundgebühr in 71 von 100Fällen von der KV zugesetzt werden, weil auch diese Positionen nurje kurativ-ambulantem Fall gewährt werden.

Bei den häufigsten kinderärztlichenLeistungen sind der hohe Stellenwert der Testverfahren (Nrn. 892 und891) sowie die relativ häufigen Untersuchungen desHörvermögens (Nrn. 1591, 1593 und 1597) bemerkenswert.Berücksichtigt man, dass letztere außerdem nur von gut derHälfte aller Kinderärzte erbracht werden, ist festzustellen,dass die Diagnostik des Gehörorgans in der kinderärztlichenPraxis einen beachtlichen Stellenwert hat.

Bei Betrachtung der umsatzstärkstenLeistungen der Kinderärzte fällt auf, dass mit nur wenigenPositionen bereits der Großteil des Honorarumsatzes eingefahrenwird: Allein mit den fünf umsatzstärksten Positionen sind esetwa 63 Prozent des Kassenumsatzes.

Tipp: Bundesweite Häufigkeiten bieten gute Orientierungshilfen - maßgeblich sind aber die KV- Vergleichszahlen

Inwieweit Sie mit Ihrer eigenen Abrechnung imTrend liegen, können Sie anhand der Tabelle der häufigstenLeistungen leicht feststellen, da Ihnen mit der Quartalsabrechnung ineiner Spalte mitgeteilt wird, wie häufig Sie die einzelnenLeistungen bezogen auf 100 Fälle erbringen. IhreQuartalsabrechnung wird allerdings nur mit dem Fachgruppendurchschnittder Ärzte Ihrer KV verglichen, wobei sich gegenüber demBundesdurchschnitt Abweichungen ergeben können. Insbesondere inkleineren KVen mit nur wenigen Ärzten bestimmter Fachgruppen kanndas durchschnittliche Leistungsspektrum deutlich vom Bundesdurchschnittabweichen.

Quelle: Abrechnung aktuell - Ausgabe 03/2003, Seite 3

Quelle: Ausgabe 03 / 2003 | Seite 3 | ID 100143