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BG-Abrechnung

So wird abgerechnet, wenn ein D-Arzt Ihre Hilfe bei der Behandlung eines Unfallpatienten benötigt

Die Entscheidung, ob zur Klärung einer Diagnose oder zur Mitbehandlung ein weiterer Fachmann hinzugezogen wird, haben die Unfallversicherungsträger ausdrücklich in die Entscheidungskompetenz des Durchgangsarztes (D-Arzt) gelegt. Er stellt im Einzelfall fest, ob für die Behandlung einer Verletzung die Fachkompetenz auch von Ärzten anderer Fachgebiete erforderlich ist.

Abrechnung der Leistungen

Wird von einem Durchgangsarzt ein weiterer Arzt hinzugezogen, so wird dieser nicht nur als Konsiliarius tätig, sondern auch selbst als Leistungserbringer für die Berufsgenossenschaften. Deshalb hat der hinzugezogene niedergelassene Arzt eine Berichtspflicht auch gegenüber dem Unfallversicherungsträger. Die Berichterstattung erfolgtin freier Form. Als Maßstab sind die Vergütungssätze der Nrn. 110 ff. des Gebührenverzeichnisses zuzüglich Porto zugrunde zu legen – natürlich unter Berücksichtigung des notwendigen Aufwandes. Soweit für bestimmte Fachgebiete besondere Formularberichte – zum Beispiel Augen-, HNO-Bericht – bestehen, sind diese zu verwenden. Die Höhe der Vergütung (Gebührensatz der allgemeinen oder der besonderen Heilbehandlung) für die im ambulanten Bereich erbrachten ärztlichen Leistungen richtet sich nach Maßgabe der Einstufung des Behandlungsfalles durch den D-Arzt.

Hinweis: Wird der Kollege im Rahmen belegärztlicher Behandlung tätig, ist bei Leistungserbringung im Krankenhaus die Minderungspflicht nach § 6a GOÄ zu beachten (Rechnungsbetrag minus 15 Prozent).

Sonderfall der stationären Behandlung

Bei stationärer Behandlung gelten für die Unfallversicherungsträger die Regelungen der Bundespflegesatzverordnung. Somit gehören nach § 2 Abs. 2 Nr. 2 auch die vom Krankenhaus veranlassten Leistungen Dritter zu den allgemeinen Krankenhausleistungen. Damit hat der hinzugezogene Arzt keinen Anspruch auf Vergütung gegenüber dem Unfallversicherungsträger, wenn der Unfallverletzte in einem Krankenhaus behandelt wird, für das der Regelpflegesatz gezahlt wird. Dies gilt nicht für die Berichterstattung; hier bleibt es beim Liquidationsanspruch gegenüber der Berufsgenossenschaft.

Tipp: Werden Sie im Rahmen stationärer Behandlung vom Krankenhaus zur Mitbehandlung oder Klärung der Diagnose herangezogen, klären Sie mit dem Krankenhausträger, ob die in dessen Auftrag zu erbringenden Leistungen im Pflegesatz enthalten sind. Wird dies bejaht, besteht nur ein Vergütungsanspruch gegenüber dem Krankenhaus. Die Vergütungsmodalitäten sollten dann vorab geklärt werden. Bestätigt jedoch das Krankenhaus schriftlich, dass die Leistungen nicht im Pflegesatz enthalten sind, können diese gegenüber dem Unfallversicherungsträger in Rechnung gestellt werden. Dies gilt dann auch für anfallende Besuchs- und Wegegebühren. Zur Vermeidung von Abrechnungsschwierigkeiten ist eine Kopie der Rechnungsbestätigung des Krankenhauses an die Berufsgenossenschaft beizufügen.

Quelle: Abrechnung aktuell - Ausgabe 12/2002, Seite 11

Quelle: Ausgabe 12 / 2002 | Seite 11 | ID 100118