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BG- Abrechnung

Abrechnung von Leistungen der ersten ärztlichen Versorgung

Jeder Arzt muss in der Lage sein, bei einemUnfallverletzten – sei es am Unfallort oder in derärztlichen Praxis – die erste ärztliche Versorgung zuleisten. Diese erste ärztliche Versorgung muss er natürlichauch in den Fällen durchführen, in denen er bei derBeurteilung der Unfallverletzung erkennt, dass er diese nichtendgültig versorgen kann. Um sich in solchen Fällen richtigzu verhalten, sollte man mit den berufsgenossenschaftlichenHeilverfahrensmaßnahmen vertraut sein und wissen, in welchenFällen der Verletzte einer besonderen Heilbehandlungzuzuführen ist bzw. wo und wie die endgültige Behandlung zuerfolgen hat.

Abgrenzung „Erste Hilfe“ und „erste ärztliche Versorgung“

Unter „Erster Hilfe“ ist die Anwendunganerkannter Grundregeln zur Rettung bei Unglücksfällen undErkrankungen mit den unter den gegebenen Umständen vorhandenenMaterialien und Einrichtungen zu verstehen. Im Unterschied hierzuverlangt die „erste ärztliche Versorgung“Entscheidungen sowohl in diagnostischer als auch therapeutischerHinsicht und geht somit weiter als die Maßnahmen der Ersten Hilfe.

Die erste ärztliche Versorgung umfasst nachden vertraglichen Regeln die ärztlichen Leistungen, die den Rahmendes sofort Notwendigen nicht überschreiten. Dies sind Leistungen,die keinen Aufschub dulden und den Patienten in die Lage versetzen, denDurchgangsarzt aufzusuchen und/oder die Transportfähigkeitherzustellen. Damit können folgende ärztlichen Leistungennotwendig werden:

  • die sorgfältige Anamnese;
  • eine orientierende Untersuchung;
  • gegebenenfalls die Herstellung der Transportfähigkeit des Verletzten.

Abrechnung der in Frage kommenden Leistungen

Die im Zusammenhang mit der ersten ärztlichenVersorgung erbrachten Leistungen sind der zuständigenBerufsgenossenschaft nach der UV- GOÄ als Einzelleistungen nachden Sätzen der allgemeinen Heilbehandlung in Rechnung zu stellen.Da in der Regel eine Vorstellung beim Durchgangsarzt oder ein Transportin ein Krankenhaus erforderlich ist, können grundsätzlichkeine Überweisungen an andere Ärzte veranlasst werden.

Wegepauschalen und Besuchsleistungen

Muss der Unfallverletzte am Unfallort aufgesuchtwerden, können als Entschädigung Wegepauschalen nach den Nrn.71 ff. der UV- GOÄ berechnet werden. Dies gilt auch fürBesuchsleistungen nach den Nrn. 50 ff., wenn der Arzt den Verletzten indringenden Fällen – zum Beispiel bei einem Verkehrsunfall– außerhalb der Praxis aufsuchen muss, um ihn an seinemjeweiligen „Aufenthaltsort“ zu behandeln.

Tetanusimpfung in Ausnahmefällen

Ob eine Tetanusimpfung durchzuführen ist, isteinzelfallabhängig nach den vorliegenden medizinischenUmständen zu entscheiden. In den meisten Fällen wird dieseMaßnahme dem Durchgangsarzt überlassen.

Berichte nach den Nrn. 110 bis 123 GOÄ

Bei Maßnahmen der ersten ärztlichenVersorgung sowie der Vorstellung des Unfallverletzten beimDurchgangsarzt entfällt die ärztliche Unfallmeldung auf demVordruck F 1050. Die Berufsgenossenschaft ist jedoch berechtigt, vomArzt, der bei einem Verletzten die Erstversorgung geleistet hat,nachträglich einen Bericht über den Zustand des Patienten unddie Art der geleisteten Versorgung zu verlangen. Vergessen Sie deshalbnicht, ausreichende Aufzeichnungen zu machen. Diese können zueinem späteren Zeitpunkt wichtig für dieÜberprüfung von Ansprüchen des Verletzten und damitnotwendig für die Leistungsentscheidung der Berufsgenossenschaftsein. Je nach Aufwand für einen angeforderten freien Bericht istder Gebührenrahmen der Nrn. 110 bis 123 (Gebührenspanne von8,04 bis 28,47 Euro) zugrundezulegen. Portoauslagen werden –falls kein Freiumschlag beigefügt ist – erstattet.

Quelle: Abrechnung aktuell - Ausgabe 03/2003, Seite 11

Quelle: Ausgabe 03 / 2003 | Seite 11 | ID 100146