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Aktuelle Fallbeispiele

Eisen-Stoffwechselstörungen – Diagnose, Therapie und Abrechnung der Leistungen

Unter den Eisen-Stoffwechselstörungen gehört der Eisenmangel zu den am häufigsten übersehenen Störungen. Wenn auch schwere Formen selten sind, so ist doch davon auszugehen, dass 50 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter einen latenten oder einen prä-latenten Eisenmangel aufweisen. Bei Schwangeren ist generell von einem Eisenmangel auszugehen, wobei dieser meist auf Ernährungsfehler zurückzuführen ist. Entsprechend dem charakteristischen Stadienverlauf kann man drei Stadien unterscheiden: prä-latenter Eisenmangel, latenter Eisenmangel und manifester Eisenmangel.

Die Stadien lassen sich durch Laborparameter unterscheiden. Der prä-latente Eisenmangel ist durch eine niedrige Ferritinkonzentration im Serum und eine Eisenverarmung der Speicherorgane gekennzeichnet. Beim latenten Eisenmangel zeigt sich zudem ein Rückgang des Transporteisens. Sie erkennen das anhand eines erniedrigten Serumferritin und einer erniedrigten Transferrinsättigung. Auch wenn in diesem Stadium die Anämie fehlt, treten unspezifische Symptome wie Müdigkeit und Leistungsabfall auf. Beim manifesten Eisenmangel ist die Eisenversorgung der Erythropoese nicht mehr ausreichend. Es tritt eine mikrozytäre hypochrome Anämie auf. Eine erniedrigte Ferritinkonzentration im Serum liefert den Beweis. Zu den Risikogruppen zählen vor allem: Frauen im gebärfähigen Alter, Schwangere, Vegetarier, Blutspender, Leistungssportler. Bei älteren Patienten gilt es Magen-Darm-Erkrankungen oder blutende Tumore auszuschließen.

Der Fall

Die Patientin, 38 Jahre alt, klagt seit Monaten über Müdigkeit trotz ausreichendem Schlaf sowie Leistungs- und Konzentrationsschwäche. Die normgewichtige Patientin ist Nichtraucherin und hat sonst keine Beschwerden. Die Regelblutung ist normal, die körperliche Untersuchung unauffällig, die periphere Durchblutung ist normal, Pulse sind allseits regelrecht tastbar. Zum Ausschluss von Rhythmusstörungen wird ein EKG geschrieben und eine Blutentnahme zur Laboruntersuchung vorgenommen. Die verschiedenen Ursachen der Verdachtsdiagnose eines beginnenden Eisenmangels werden erörtert und zur Besprechung der Laborergebnisse wird ein weiterer Termin vereinbart.

*) Die GOÄ-Nr. 3 ist nicht neben Nr. 1 und nicht neben Sonderleistungen berechnungsfähig und entfällt somit.

 

Die Laboruntersuchung zeigt ein grenzwertig erniedrigtes Eisen, eine Erhöhung des Transferrins und eine Erniedrigung des Ferritins. Die Laborergebnisse werden besprochen und eine Eisensubstitutionstherapie wird begonnen.

Während die Einnahme von Eisenpräparaten bislang die Behandlung der Wahl war, kennt man heute Situationen und Erkrankungen, bei denen sie unwirksam ist. In solchen Situationen – wie zum Beispiel postoperativ, postpartal bei autologen Bluttransfusionen – ist ein rascher Anstieg der Hämoglobin-Konzentration nötig. Auch wenn die orale Eisentherapie schlecht vertragen wird, ist die intravenöse Eisentherapie indiziert. Auch bei der Behandlung von Patienten mit rheumatoider Arthritis und Eisenmangelanämie werden durch wiederholte intravenöse Eisengabe bessere Ergebnisse erreicht als durch die orale Gabe.

Die intravenöse Eisentherapie ist bei renaler Anämie, bei Arzneimittelnebenwirkungen und Unverträglichkeitsreaktionen, bei oraler Gabe von Eisenpräparaten, bei verschiedenen Darmerkrankungen, bei Eisen-Resorptionsstörung oder auch bei Therapieversagen der oralen Eisentherapie indiziert. Bei der Patientin liegt kein Hinderungsgrund für die orale Eisensubstitution vor. Die Kontrolluntersuchung findet nach etwa acht Wochen statt. Bei Eisenstoffwechselstörungen, wie in diesem Falle des prä-latenten Eisenmangels, stellt die Bestimmung des Serumferritins die beste Verlaufskontrolle dar.

*) Die Beratung nach GOÄ-Nr. 1 ist nicht neben der Nr. 3 berechnungsfähig und entfällt zu diesem Termin.

 

*)  Die Beratung nach GOÄ-Nr. 1 ist nicht neben der Nr. 3 berechnungsfähig und entfällt diesmal.

*) Die GOÄ-Nr. 3 ist nicht neben der Beratung nach Nr. 1 und nicht neben Sonderleistungen (in diesem Fall die Laborleistungen) berechnungsfähig.

 

Der Gesamtzustand der Patientin hat sich nach der oralen Eisentherapie deutlich gebessert, der Eisenwert ist gestiegen und die Serumwerte für Transferrin sowie Ferritin sind wieder im Normbereich.

Quelle: Abrechnung aktuell - Ausgabe 09/2002, Seite 14

Quelle: Ausgabe 09 / 2002 | Seite 14 | ID 100096