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Aktuelle Fallbeispiele

Der eingewachsene Zehennagel – Leiden kurieren, Patienten aufklären, Leistungen richtig abrechnen

In der Hausarztpraxis gehört der eingewachsene Zehennagel neben Mykosen, dem Panaritium, den Clavi und den Plantarwarzen zu den häufigsten Beratungsursachen bei Fußbeschwerden. Dabei führt oft erst der starke Schmerz, der nicht nur beim Gehen, sondern meist schon bei der geringsten Berührung auftritt, den Patienten zum Arzt.

Ursächlich für das Einwachsen der Nagelplatte in den lateralen Nagelfalz, dem dann eine teils massive Entzündung auf Grund bakterieller Superinfektionen folgt, sind das Tragen zu enger Schuhe, Nageldysplasien, Verletzungen, unzureichende Hygiene und die häufig fehlerhafte Nagelpflege in Form des Abrundens der Nägel. Aber auch ein Diabetes mellitus oder eine arterielle Verschlusskrankheit können eine Rolle bei der Entstehung eines Unguis incarnatus spielen. In den meisten Fällen ist der laterale oder der mediale Nagelwall der Großzehe betroffen, selten sind es gleichzeitig beide Seiten.

Der Fall

Eine 28-jährige Patientin stellt sich mit Fußschmerzen in der Praxis vor. Sie gibt an, seit einigen Wochen beim Laufen Schmerzen in der rechten Großzehe zu verspüren, die jetzt fast unerträglich geworden seien und bei der geringsten Berührung auftreten würden. Sie sagt, dass sie regelmäßig zur Fußpflege gehe, wo die Nägel in typischer Weise rund geschnitten und gefeilt würden. Dabei wird immer tiefer in den Nagelfalz geschnitten.

Es zeigt sich ein massiv entzündeter medialer Nagelwall mit einer geröteten schmerzhaften Schwellung, eitrig-serösem Sekret und überschiessendem Granulom. Nach Aufklärung der Patientin wird ein Abstrich zur mikroskopischen Pilzdiagnostik entnommen, eine Leitungsanästhesie nach Oberst gesetzt und die chirurgische Versorgung (Keilexzision) durchgeführt. In Anfangsstadien ist ein konservatives Vorgehen mit Fußbädern, Salbenverbänden und dem Tragen geeigneter Schuhe möglich. Im fortgeschrittenen Stadium ist das operative Vorgehen in Form der Emmert-Plastik angezeigt.

Erste Konsultation

EBM

GOÄ

Nrn.

Punkte

Legende

Nrn.

Punkte

1

265

Ordinationsgebühr

1

80

symptombezogene Untersuchung

5

80

Abstrichentnahme

298

40

3602

0,50 DM

Nativpräparat – mikroskopisch

3508 oder
4711

80 bzw.
120

451

150

Leitungsanästhesie

493

61

2209

500

Plastische OP am Nagelwall

2035

180

Anlegen – Zehenspange

2036

45

Beim operativen Vorgehen ist neben der totalen Exzision des entzündeten Nagelbetts auch die Entfernung des entsprechenden Anteils der Nagelwurzel notwendig, um Rezidive zu vermeiden. Die Patientin wird regelmäßig zur Nachbehandlung mit Fußbädern und Verbandswechsel einbestellt.

Weitere Konsultationen

EBM

GOÄ

Nrn.

Punkte

Legende

Nrn.

Punkte

2

50

Konsultationsgebühr

1

80

symptombezogene Untersuchung

5

80

Verband

200

45*)

*) Anmerkung: Da neben der Beratung nach Nr. 1 GOÄ eine Sonderleistung nur einmal im Behandlungsfall berechnungsfähig ist, ist hier auf den niedriger bewerteten Verband nach Nr. 200 GOÄ zu verzichten. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Berechnung der Nr. 1 einen Arzt-Patienten-Kontakt voraussetzt. Wird der Verbandswechsel ohne Arztkontakt von einer Helferin ausgeführt, ist nur die Verbandsleistung nach Nr. 200 GOÄ berechnungsfähig. Neben dem Verband nach Nr. 200 GOÄ ist die Berechnung der Auslagen für Verbandsmaterial nicht zu vergessen. Diese Kosten sind auch dann berechnungsfähig, wenn statt der Leistung nach Nr. 200 GOÄ die Beratung nach Nr. 1 GOÄ abgerechnet wird.

 

Zum Abschluss der Behandlung wird mit der Patientin ausführlich über die Rezidivprophylaxe gesprochen. Erörtert werden die notwendigen hygienischen Maßnahmen sowie die Nagelpflege. Unter anderem wird der Patientin geraten, darauf zu achten, dass die Nägel nicht seitlich abgerundet und auch nicht zu stark gekürzt werden. Das Schuhwerk sollte ausreichend groß sein, dass es nicht zur seitlichen Druckbelastung im Zehenbereich kommt.

Abschließende Konsultation

EBM

GOÄ

Nrn.

Punkte

Legende

Nrn.

Punkte

2

50

Konsultationsgebühr

symptombezogene Untersuchung

5

80

10

300

Erörterung

3

150

Quelle: Abrechnung aktuell - Ausgabe 01/2000, Seite 13

Quelle: Seite 13 | ID 99846