logo logo
Meine Produkte: Bitte melden Sie sich an, um Ihre Produkte zu sehen. Anmelden
Menu Menu
MyIww MyIww
Jetzt testen

Umweltfonds

Investitionen in Windkraftanlagen sind zukunftssicher

von Diplom-Kaufmann Wolfgang Dietl, Regensburg

Seit dem Regierungswechsel scheint bei denInitiatoren für Umweltfonds eine neue Zeitrechnung begonnen zuhaben. Sie bieten nun offensiver Beteiligungen an. In diesem Bereichdominieren die Beteiligungsmodelle an Windkraftparks. Wir haben dieseBeteiligungsmodelle für sie unter die Lupe genommen.

1. Alternative Energieträger haben Zukunft

Der mengenmäßige Anteil alternativerEnergien am gesamten deutschen Strommarkt beträgt derzeit5 Prozent. Auf Windkraftstrom entfällt dabei 1 Prozent.Glaubt man den Prognosen, dann wird sich der  Anteil alternativerEnergien bis zum Jahr 2010 auf 10 Prozent und der Anteil anWindkraftstrom auf 3,5 Prozent erhöhen. Daraus errechnet sich einezusätzliche Installation von 7.000 Megawatt (MW) ausWindkraftanlagen. Geht man von durchschnittlichen 2,4 Mio. DMInvestition pro Megawatt aus, dann leitet sich daraus bis zum Jahre2010 ein Marktvolumen von 17 Mrd. DM ab.

2. Rechtliches und steuerliches Beteiligungskonzept

An Windkraftparks beteiligt sich der Anleger alsKommanditist einer GmbH & Co. KG. Der Initiator ist direkt oderindirekt über die GmbH in der Gesellschaft vertreten. Der Fondsbetreibt regelmäßig einen ganzen Park von Einzelanlagen. Esist jedoch auch möglich, direkt eine Einzelanlage innerhalb desParks zu erwerben. Die Dauer der Beteiligung beträgt in der Regel20 Jahre. Der Fonds erzielt seine Einnahmen aus dem Verkauf deserzeugten Stroms. Die Finanzierung der Windkraftanlage erfolgtüber die Beteiligung der Fondsanleger und über besondersgünstige Kredite der Deutschen Ausgleichsbank sowie aus densogenannten ERP-Programmen (European Recovery Program).

Der Betrieb von Windkraftanlagen führt beimAnleger zu Einkünften aus Gewerbebetrieb (§ 15 Abs.1Nr. 2 EStG). Die Rendite ist von der Höhe despersönlichen Einkommens abhängig, da bei der Besteuerunghöherer Einkommen die Verlustzuweisungen tendenziell stärkerins Gewicht fallen.

Die Kosten der Kapitalbeschaffung,Konzeptionskosten, Kosten für Rechts- und Steuerberatung,Versicherungen etc. belaufen sich auf  etwa 10 Prozent derEinlage. Steuerlich werden sie wie Werbungskosten behandelt. Entstehtbeim Kommanditisten ein negatives Kapitalkonto, so darf der Verlustnicht mit weiteren Einkünften aus Gewerbebetrieb oderEinkünften anderer Einkunftsarten ausgeglichen werden (§ 15aEStG). Details zur steuerlichen Behandlung von Beteiligungen anWindkraftanlagen sollten Sie vor einer Investition bei IhremSteuerberater erfragen.

Die Einkünfte unterliegen außerdem derGewerbesteuer (§ 15 Abs. 3 EStG). Gewerbeverluste sind unbegrenztvortragsfähig und werden mit späteren Gewerbeerträgenverrechnet.

3. Chancen und Risiken dieser Beteiligungsform

Mit dem anvisierten Ausstieg aus der Atomkraftbekommt diese Beteiligungsform eine starke politischeRückendeckung. Inwieweit es zu einer Kollision mit anderenökologischen Ansprüchen kommen wird (Landschaftsgestaltung,Vogelflugbeeinträchtigung), ist ungewiß.

Je nach persönlichem Einkommensteuersatzbewegt sich die Rendite zwischen 9 und 15 Prozent. DieRenditeerwartung steht und fällt mit dem Erlös aus demStromverkauf. Das Stromeinspeisungsgesetz in der Fassung vom 24. April 1998 verpflichtet das jeweilige regionaleElektrizitätsversorgungsunternehmen, Strom aus erneuerbarenEnergiequellen mit mindestens 90 Prozent derDurchschnittserlöse je Kilowattstunde aus der Stromabgabe an denEndverbraucher zu vergüten. Bezugsgröße ist der Wertfür das vorletzte Kalenderjahr. Dagegen sind Klagen derEnergieversorger beim Bundesverfassungsgericht und beimEuropäischen Gerichtshof anhängig.

Sollten die Verfahren zuungunsten der großenEnergieversorger ausfallen, ist zu erwarten, daß diese schnell inden Markt für erneuerbare Energien einsteigen werden. InVerbindung mit der Liberalisierung des Strommarktes könnten danndie ausgewiesenen Erlöserwartungen einer Korrektur nach untenbedürfen. Allerdings dürfte sich diese Korrektur in Grenzenhalten, da die Standorte mit günstigem Windenergiepotentialbegrenzt sind. Gehen die Verfahren zugunsten der Energieversorger aus,so ist das Szenario düsterer. Denn wenn dasStromeinspeisungsgesetz dauerhaft fällt, bedeutet dies dasfinanzielle „Aus“ für die Windkraftparks.

Ein Vermögenszuwachs wie etwa bei Immobilienist bei Windkraftanlagen nicht zu erwarten, denn die Anlagen stehen aufgepachteten Grundstücken. Vielmehr besteht ein technisches Risiko,denn Langzeiterfahrungen über 10 Jahre hinaus liegen noch nichtvor. Schätzungen gehen davon aus, daß spätestens nach15 Jahren Investitionen für Erhaltungsaufwendungen in Höhevon bis zu 40 Prozent der ursprünglichen Investitionfällig sind. Bis dahin müssen dementsprechendausschüttungsmindernde Rückstellungen in adäquaterHöhe ausgewiesen sein.

Inzwischen haben sich einige Fondsinitiatoren aufdiesem Markt etabliert, wie etwa Bobikiewicz & Partner Freiburg,BVT GmbH München, Energiekontor GmbH Stuhr oder Ökobank eGFrankfurt. Beteiligungen sind bereits ab 5.000 DM möglich,häufig wird auf ein Agio verzichtet.

4. Fazit

Wer in Windkraftanlagen investiert, kann eine hoheRendite erzielen und dabei gleichzeitig etwas für seinökologisches Gewissen tun.  Allerdings sollteberücksichtigt werden, daß die Entwicklung der Strompreiseungewiß ist und mitunter hohe Erhaltungskosten anfallenkönnen. Daher sollten nur Fonds ausgesucht werden, die keineStrompreiserhöhung einkalkulieren, die Rückstellungenfür Erhaltungsaufwand in die ausgewiesene Rendite eingerechnethaben und die eine Nachschußpflicht im Krisenfallausschließen. Beachten Sie: Gewerbliche Investitionen dieser Artsind und bleiben in hohem Maße risikobehaftet.

Quelle: Zahnärzte-Wirtschaftsdienst - Ausgabe 04/1999, Seite 18

Quelle: Ausgabe 04 / 1999 | Seite 18 | ID 108569