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Praxisverkauf

Leserforum: Soll wegen der drohenden Gemeindewirtschaftssteuer der Praxisverkauf beschleunigt werden?

Ein Leser fragte:„Ich stehe mitten in den Verhandlungen zum Verkauf meiner Praxis.In Ihrem Beitrag in der Ausgabe 9/2003 habe ich auf der Seite 13gelesen, dass Praxisveräußerungsgewinne künftig der inGemeindewirtschaftssteuer umgenannten Gewerbesteuer unterliegen sollen.Sollte ich den Praxisverkauf daher noch in diesem Jahrdurchziehen?“

Dazu unsere Antwort:Da derzeit keine Rechtssicherheit über die Gesetzeslage imnächsten Jahr besteht, kann auf Ihre Frage keine klare Antwortgegeben werden. Nachfolgend daher lediglich ein paar abzuwägendeArgumente, die Sie zusammen mit Ihrem Steuerberater erörternsollten.

Wenn Sie über 55 Jahre alt sind und IhrePraxis noch in diesem Jahr verkaufen würden, können Siebeantragen, dass Ihr Praxisveräußerungsgewinn mit Ihrem„halben durchschnittlichen Einkommensteuersatz“ besteuertwird. Liegt der rechnerisch ermittelte halbe durchschnittlicheSteuersatz allerdings unterhalb des Eingangssteuersatzes von derzeit19,9 Prozent, so ist der Gewinn mit dem Eingangssteuersatz zuversteuern. Da Sie in diesem Jahr noch Praxiseinkünfte erzielthaben, wird Ihr halber durchschnittlicher Steuersatz vermutlichüber dem Eingangssteuersatz liegen – maximal bei 48,5 : 2 =24,25 Prozent. Außerdem erhalten Sie unter Umständen denVeräußerungsfreibetrag in Höhe von maximal 51.200 Euro.Dieser ermäßigt sich allerdings um den Betrag, um den derVeräußerungsgewinn 154.000 Euro übersteigt.

Verkaufen Sie erst Anfang des nächstenJahres, so wird Ihr halber durchschnittlicher Steuersatz auf Grundgeringerer laufender Einkünfte niedriger ausfallen als in diesemJahr. Je nachdem, ob die dritte Steuerreformstufe vorgezogen wird odernicht, liegt der mindestens zu entrichtende Eingangssteuersatz bei 17oder 15 Prozent und der Höchststeuersatz bei 47: 2 = 23,5 oder bei42 : 2 = 21 Prozent. Auch der Veräußerungsfreibetrag stehtIhnen gegebenenfalls zu. Nach den Regierungsplänen würdenPraxisveräußerungsgewinne ab 2004 jedoch derGemeindewirtschaftssteuer unterfallen. Allerdings wäre das3,8fache des Gemeindewirtschaftssteuer-Messbetrages auf dieEinkommensteuer anrechenbar.

Da die Opposition die Regierungspläne imBundesrat am 7. November abgelehnt hat, muss der Vermittlungsausschusszwischen Bundestag und Bundesrat nun sowohl über das Vorziehen derdritten Steuerreformstufe als auch über dieGemeindewirtschaftssteuer entscheiden. Mit einer Entscheidung ist erstim Laufe des Dezembers – spätestens am 17. Dezember –zu rechnen. Davor ist völlig offen, ob und in welcher Form dieGemeindewirtschaftssteuer kommt und ob die dritte Stufe derSteuerreform vorgezogen wird. Lassen Sie von Ihrem SteuerberaterVergleichsrechnungen über Ihre mögliche Steuerbelastung beimVerkauf noch in diesem oder erst im nächsten Jahr erstellen!

Quelle: Zahnärzte-Wirtschaftsdienst - Ausgabe 12/2003, Seite 3

Quelle: Ausgabe 12 / 2003 | Seite 3 | ID 109168