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Praxislaborgemeinschaft

Der Vorsteuerabzug bei der Praxislaborgemeinschaft

Eine Praxislaborgemeinschaft kann die Vorsteuernabziehen, die im Zusammenhang mit der Herstellung/Wiederherstellung undLieferung von Zahnersatz und kieferorthopädischen Gerätenentstehen.

1. Abweichende Auffassung mancher Finanzämter

Manche Finanzämter verwehren diesenVorsteueranspruch, da nach ihrer Ansicht die Praxislaborgemeinschaftkein Unternehmer im Sinne des § 2 Umsatzsteuergesetz (UStG) ist.Diese Unternehmereigenschaft ist aber eine der Voraussetzungen desVorsteuerabzugs nach § 15 UStG. „Unternehmer“ indiesem Sinne ist derjenige, der dauerhaft Leistungen gegen ein Entgelterbringt. Es reicht dafür aus, daß die Gemeinschaft von denEinzelpraxen kostendeckende Entgelte für ihre Tätigkeiterhält. Auf die Erzielung von Gewinn kommt es im Gegensatz zumErtragsteuerrecht in diesem Zusammenhang nicht an (vgl. Abschnitt 18Absatz 3 Umsatzsteuerrichtlinien [UStR]). Dies verkennen mancheFinanzämter.

2. Die Voraussetzungen für den Vorsteuerabzug

Für den Abzug von Vorsteuern müssen die Praxislaborgemeinschaften folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Die Praxislaborgemeinschaft muß Unternehmer im Sinne des § 2 UStG sein (siehe oben).
  • Die Eingangsrechnung muß Name und Anschrift desRechnungsausstellers (Lieferant/Dienstleister) sowie derPraxislaborgemeinschaft und Art und Umfang der erbrachten Leistungenthalten. Weiterhin muß man der Rechnung den Zeitpunkt derLeistungserbringung, die Höhe des Entgelts und die Höhe derUmsatzsteuer (Vorsteuer) entnehmen können.
  • Der Lieferant/Dienstleister muß ebenfalls Unternehmer imSinne des § 2 UStG sein und er muß die Leistung an diePraxislaborgemeinschaft erbringen.
  • Die Leistung muß in engem Zusammenhang mit einerumsatzsteuerpflichtigen Herstellung/Wiederherstellung und Lieferung vonZahnersatz bzw. kieferorthopädischen Geräten stehen (§ 4Nr. 14 Satz 4 b UStG). Dies ist immer der Fall, wenn der Zahnersatzoder das kieferorthopädische Gerät nur mit Hilfe dieserLeistung hergestellt/wiederhergestellt werden konnte.

Praxishinweis

Es besteht also in diesem Zusammenhang keinZweifel, daß die Eingangsleistungen, die mit diesensteuerpflichtigen Leistungen der Laborgemeinschaft in Zusammenhangstehen, zum Vorsteuerabzug berechtigen. Es muß allerdingsbeachtet werden, daß nicht die Einzelpraxen den Vorsteuerabzugvornehmen können. Die Laborgemeinschaft selbst muß dieseVorsteuern in Ansatz bringen, wenn sie ihre steuerpflichtigenLeistungen an die beteiligten Praxen in den USt-Voranmeldungen bzw.-Jahreserklärungen aufführt. Sollte Ihr Finanzamt eineabweichende Auffassung vertreten, so sollten Sie zusammen mit IhremSteuerberater einen Einspruch erwägen.

Quelle: Zahnärzte-Wirtschaftsdienst - Ausgabe 03/1999, Seite 6

Quelle: Ausgabe 03 / 1999 | Seite 6 | ID 108555