· Fachbeitrag · Online-Marketing
Patienten erfolgreich gewinnen und binden: Website-(Neu-)Konzeptionierung mit System
von Geschäftsführerin Bianca Beck, beck|waelder, Meisenheim
| Für eine Zahnarztpraxis ist die eigene Website heute ebenso wichtig und selbstverständlich wie ein Praxisschild, Flyer oder Broschüren: Als Visitenkarte der Praxis soll sie Besucher über die Praxis informieren und sie emotional von ihrer Kompetenz überzeugen. Die meisten Zahnärzte werden mit der Neugestaltung oder Überarbeitung (Relaunch) ihres Internetauftritts einen Profi beauftragen. Dieser muss allerdings wissen, was die Website vermitteln soll. Umgekehrt kann der Zahnarzt als Auftraggeber die Website nur beurteilen, wenn er die Qualitätskriterien kennt, auf die es ankommt (z. B. Usability oder Ranking). |
Ziele und Zielgruppen: Wen und was wollen Sie erreichen?
Ihr Dienstleister (z. B. Webdesigner, Marketingagentur) kann erst loslegen, wenn er weiß, welche Ziele Sie verfolgen. Daher ist es für Sie als Auftraggeber unverzichtbar, wenn Sie sich vor dem ersten Gespräch (Briefing) mit dem Dienstleister die Antworten auf folgende Fragen aufschreiben:
- Was möchte ich mit meiner Praxiswebsite erreichen? Möchten Sie Neupatienten gewinnen, Stammpatienten besser informieren oder potenzielle Kooperationspartner (z. B. Überweiser) von Ihrer Praxis überzeugen?
- Welche Klientel möchte ich ansprechen? Nutzung und Bedienungsanforderungen einer Website hängen von der Zielgruppe mit ihren jeweiligen Lebensumständen und Präferenzen ab (z. B. Alter, verwendete Endgeräte).
- Wie lautet meine zentrale Botschaft/Philosophie? Die zentrale Botschaft hängt eng mit Ihrer Klientel zusammen: Steht Ihre Praxis für Luxus oder ist sie eher bodenständig? Welche Leistungen sind Ihnen besonders wichtig?
PRAXISTIPP | Zusätzlich können Sie vorher andere Websites anschauen und notieren, was Ihnen hier gut gefällt. Nicht immer kann dies auch bei Ihnen umgesetzt werden, aber es bietet eine gute Orientierung. Dies ist allerdings die Kür beim Briefing, die Antworten auf die Zielfragen dagegen sind Pflicht. |
Erst danach kann Ihr Dienstleister die Website technisch realisieren und dabei ihre beiden wichtigsten Qualitätskriterien optimieren:
- Benutzerfreundlichkeit (Usability): Wie kommt der Besucher auf der Website am einfachsten dorthin, wohin er möchte? Und wie findet er dort am schnellsten die Information, die er benötigt?
- Google-Ranking: Wie wird die Website am besten im Internet gefunden?
Usability: So bekommt der Nutzer schnell, was er will
Je länger ein Besucher auf Ihrer Website suchen muss, desto wahrscheinlicher ist es, dass er die Seite wieder verlässt. Insofern sollten Sie Ihre Website auf Benutzerfreundlichkeit hin prüfen. Weder die folgende Liste noch die Tabelle im nächsten Abschnitt erheben Anspruch auf Vollständigkeit.
Checkliste / Wie benutzerfreundlich ist meine Praxiswebsite? | |
Navigation |
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Texte |
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Bilder/Videos |
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Startseite |
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Kontaktmöglichkeiten |
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Mobiles Marketing |
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Google-Ranking: So werden Sie gefunden
Sind die o. g. Punkte erfolgreich auf Ihrer Website umgesetzt, ist ein wichtiger Schritt zum erfolgreichen Online-Marketing getan. Im nächsten Schritt gilt es, durch Suchmaschinenoptimierung (Search Engine Optimizing = SEO) die Seite auffindbar zu machen – also das Google-Ranking zu verbessern.
MERKE |
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Google möchte seinen Nutzern das bestmögliche Ergebnis zu ihrer Suche anzeigen. Nach welchem Algorithmus dieses Ergebnis ermittelt wird, ist offiziell unbekannt. Selbst Experten diskutieren immer wieder darüber, worauf es beim Ranking ankommt. Weitgehender Konsens herrscht über die Einflussfaktoren in der folgenden Tabelle.
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Texte | Texte sollten gut lesbar sein und die wichtigsten Suchwörter (Keywords) enthalten. Denn Google scannt die einzelnen Unterseiten nach diesen Keywords. Anhand dieser Begriffe wird die Seite indiziert, d. h. in eine thematische Schublade gelegt. |
Überschriften | Google gewichtet Begriffe, die in Überschriften stehen, stärker. Daher sollten die gewählten Keywords außer im Fließtext vor allem in den Überschriften vorkommen.
Wichtig | Damit die Keywords in Überschriften stärker gewichtet werden, müssen die Überschriften im HTML-Code als solche gekennzeichnet sein (H1 = Hauptüberschrift). |
Meta-Title und Beschreibung | Wer einen Begriff in der Google-Suche eingibt, erhält Meta-Title und Beschreibung zusammen mit der Internetadresse (URL) der gefundenen Seite angezeigt. Hier sieht man, worum auf der Website geht. Beispiel:
Meta-Title: beck|waelder - Praxismarketing URL: https://beckwaelder.de/marketing/ Beschreibung: Praxismarketing für Ärzte und Zahnärzte: Suchmaschinenoptimierung, Google-Werbung, Social Media, Website-Gestaltung, Newsblog, Flyer, Corporate Design
Wichtig | Der Titel ist für das Ranking durch Google direkt relevant, die Beschreibung hingegen indirekt. Sie dient der Orientierung der Nutzer. Für eine gut auffindbare Seite sind beide Angaben entscheidend und sollten optimiert werden. |
Aktualität | Regelmäßige neue Inhalte sind gut fürs Ranking. Ein beliebtes Mittel sind hier Newsblogs. |
Backlinks | Backlinks sind Links, die von anderen Websites auf Ihre Seite führen. Sie signalisieren Google: Diese Seite ist relevant. So kann z. B. einer Ihrer Kooperationspartner auf Ihre Website verlinken. |
Social Media | Auch soziale Netzwerke können das Ranking einer Seite beeinflussen. Ausschlaggebend sind hier die sogenannten Social Signals. Darunter versteht man alle möglichen Reaktionen, die Beiträge von Ihnen bei Facebook und Co. hervorrufen. Je mehr, desto besser. Google beurteilt auch hierdurch Ihre Relevanz für ein Thema. |
Suchmaschinenwerbung (Search Engine Advertising = SEA) über „Google-Ads“ (bis 2018 „Google-Adwords“) | In den bisher beschriebenen Einflussfaktoren geht es ausschließlich um die „organische Platzierung“ einer Seite. Organisch deswegen, weil dafür an Google nichts bezahlt wird.
Im bezahlten SEA bietet man mit den Mitbewerbern bestimmte Keywords. Gibt ein Nutzer ein solches Keyword als Suchbegriff ein (z. B. Wurzelbehandlung), erscheint idealerweise als allererstes in der Google-Suche Ihre Website, allerdings mit dem kleinen Zusatz „Anzeige“. Diese Google-Ads sind eine gute Ergänzung zum SEO und verhelfen insbesondere sehr neuen Seiten schnell zu einer guten Sichtbarkeit. |
FAZIT | Eine Praxiswebsite ist ein umfangreiches und langfristiges Projekt. Wer online erfolgreich sein möchte, muss sich gründlich damit befassen oder eine professionelle Agentur damit betrauen. Schon allein deswegen, weil eine Website von ihrer Aktualität lebt und ständig gepflegt werden muss. Auch die Erfolgskontrolle der o. g. Maßnahmen ist eine weitere Disziplin für sich. Grundsätzlich gilt: Nehmen Sie das Projekt Online-Auftritt ernst und gehen Sie es strategisch an. Hier liegt schon nicht mehr die Zukunft, sondern längst die Gegenwart. Denn hier sind Ihre (potenziellen) Patienten unterwegs. Dass sich dieser Trend noch einmal umkehrt, ist mehr als unwahrscheinlich. |
Weiterführende Hinweise
- „Die Internetseite der Praxis aus dem Blickwinkel von Neu- und Bestandspatienten“ (ZP 05/2016, Seite 1)
- „Gehen Sie auf ‚Nummer sicher‘: Kein Textklau auf der Praxiswebsite“ (ZP 02/2014, Seite 24)