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Kauf neuer Wirtschaftsgüter

Lösen Sie jetzt Ihre „Eintrittskarte“ für die Sonderabschreibungen

Zahnärzte, die eine neue Praxiseinrichtungoder ein anderes bewegliches Wirtschaftsgut erwerben, dürfen 20Prozent der Anschaffungskosten als Sonderabschreibung abziehen (§7g des Einkommensteuergesetzes – EStG –). Zusammen mit derdegressiven Abschreibung können somit bereits im Jahr derAnschaffung 50 Prozent des Kaufpreises als Betriebsausgabe verbuchtwerden. Erfreulich: Die Sonderabschreibung nach § 7g EStG bleibtauch nach der Steuerreform erhalten; entgegen ersten Plänen derneuen Bundesregierung wird sie nicht gestrichen. Allerdings hat der§ 7g EStG eine kleine aber bedeutende Änderung erfahren.Für die Sonderabschreibung von Wirtschaftsgütern, die imJahre 2001 angeschafft werden, muß nämlich mindestens einJahr vorher die „Eintrittskarte“ gelöst werden. Werheute Fehler begeht, darf später die 20prozentige Abschreibungnicht in Anspruch nehmen. Näheres dazu in folgendem Beitrag.

Ansparabschreibung als Voraussetzung der Sonderabschreibung

Bislang ist die Sonderabschreibung nach § 7gEStG nicht von irgendwelchen Ereignissen in der Vergangenheitabhängig gewesen. Neu ist nun aber: Die Sonderabschreibung wirdkünftig nur noch für solche Wirtschaftsgütergewährt, bei denen der Steuerzahler zuvor die sogenannteAnsparschreibung in Anspruch genommen hat. Die Ansparabschreibung kannder Steuerzahler für Wirtschaftsgüter in Anspruch nehmen, dieer im nächsten oder übernächsten Jahr erwerbenmöchte.

Beispiel

Ein Zahnarzt plant heute den Erwerb einesneuen Praxiscomputers für das Jahr 2001. Er rechnet mitvoraussichtlichen Anschaffungskosten von 15.000 DM. Nach bisherigemRecht hatte der Zahnarzt zwei Möglichkeiten:

  1. Er nimmt für die Computeranlage im Jahre 1999 zunächst diesogenannte Ansparabschreibung in Anspruch. Diese beträgt 50Prozent von 15.000 DM = 7.500 DM und wirkt sich bereits in 1999 vollsteuermindernd aus. Im Jahre 2001, also bei Anschaffung, wird diebereits vorgenommene Abschreibung mit der Sonderabschreibung (20Prozent von 15.000 DM) und der degressiven Abschreibung (30 Prozent von15.000 DM) verrechnet. Das bedeutet: Die Abschreibung für dieComputeranlage hat sich bereits zwei Jahre vor der Anschaffungsteuerlich ausgewirkt; im Zeitpunkt des Erwerbs selbst tritt keineSteuerentlastung mehr ein.
  2. Der Zahnarzt hätte auch auf die Ansparabschreibung verzichtenkönnen. Er hätte dann in 2001 die Sonderabschreibung und diedegressive Abschreibung in Anspruch genommen, so daß dieSteuerentlastung im Jahre 2001 eingetreten wäre.

Nach neuem Recht hat der Zahnarzt nur noch die erste Möglichkeit.Eine Sonderabschreibung ohne vorherige Ansparabschreibung ist nichtmehr erlaubt! (Hinweis: Die Neuregelung gilt nur fürWirtschaftsgüter, die ab 1. Januar 2001 angeschafft werden.)

Wo liegen die Fallstricke?

Auf den ersten Blick scheint es, als wenn die neueRegelung unbedenklich ist. Denn wer sicher ist, daß er in einoder zwei Jahren eine neue Praxiseinrichtung oder eine Computeranlageerwirbt, nimmt doch ohnehin schon heute die Ansparabschreibung inAnspruch. Allerdings liegt genau hier das Problem. Um dieSonderabschreibung zu erhalten, müssen Sie jetzt nämlich imvoraus planen. Entscheiden Sie sich kurzfristig, die alte Einrichtunggegen eine neue auszutauschen und haben Sie daher keineAnsparabschreibung gebildet, wird Ihnen demnächst keineSonderabschreibung mehr gewährt.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, daßSie beispielsweise für den Kauf der Computeranlage nichtirgendeine Ansparabschreibung auflösen dürfen. Vielmehrmuß das Wirtschaftsgut, für das Sie die Ansparabschreibungabgezogen haben und für das Sie nun die Sonderabschreibungbegehren, funktionsgleich sein. Bei der Bildung der Ansparabschreibungmüssen Sie dem Finanzamt die Funktion des Wirtschaftsgutsbenennen, das später angeschafft werden soll. Zudem mußdieses Wirtschaftsgut innerhalb von zwei Jahren nach Bildung derAnsparabschreibung angeschafft werden, ansonsten ist die Abschreibung(plus „Strafzuschlag“) gewinnerhöhend aufzulösen.

Beispiel

Sie bilden im Jahre 1999 eineAnsparabschreibung von 25.000 DM für den Kauf einer neuenPraxiseinrichtung. Der Erwerb ist für das Jahr 2001 geplant. ImJahre 2001, kurz vor dem Kauf der Praxiseinrichtung, benötigen Siedringend Ersatz für Ihren Computer. Den Kauf der Praxiseinrichtungverschieben Sie daher auf das Jahr 2002.

In diesem Fall haben Sie einen steuerlichen „Super-GAU“produziert. Zunächst dürfen Sie im Jahre 2001 für denneuen Computer keine Sonderabschreibung geltend machen, da Sie speziellfür dieses Wirtschaftsgut keine Ansparabschreibung in Anspruchgenommen haben. Die bislang abgezogene Abschreibung betraf einWirtschaftsgut, das mit dem Computer nicht funktionsgleich ist. Hinzukommt: Sie haben innerhalb von zwei Jahren nach dem Abzug derAnsparabschreibung keine Praxiseinrichtung erworben. Die im Jahre 1999gegenüber dem Finanzamt geäußerte Investitionsabsichtwurde nicht realisiert. Daher ist die Abschreibung von 25.000 DM imJahre 2001 gewinnerhöhend aufzulösen. Zudem wird der Gewinnum einen „Strafzuschlag“ erhöht, und zwar um 3.000 DM(6 % von 25.000 DM  x 2 Jahre).

Praxistip: Nach derNeuregelung ist keine betragsmäßige Begrenzung derSonderabschreibung auf den Betrag der Ansparabschreibung vorgesehen.Auch mit niedrigen Ansparabschreibungen können Sie sich die vollenSonderabschreibungen sichern. Wer noch nicht genau absehen kann, ob erzum Beispiel eine Praxiseinrichtung oder einen Computer benötigt,sollte daher für beide Wirtschaftsgüter eine geringeAnsparabschreibung bilden.

Hinweis: Für Zahnärzte, die sich soebenerst selbständig gemacht haben, gelten Sonderregelungen.Betroffene sollten mit ihrem Steuerberater sprechen.

Quelle: Zahnärzte-Wirtschaftsdienst - Ausgabe 06/1999, Seite 6

Quelle: Ausgabe 06 / 1999 | Seite 6 | ID 108585